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 Betreff des Beitrags: Vollständiger Rückzug als Lösung?
BeitragVerfasst: 15.01.2008, 00:22 
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Einen schönen Abend miteinander!

Zweifellos wird jedem AB bewusst sein, dass der erste Ratschlag, den man ihm nach seiner Beichte anrät, fast immer darin besteht, sein soziales Netzwerk auszubauen, unter Menschen zu gehen, Vereinen beizutreten. Abgesehen davon, dass, wie schon in zahllosen Threads besprochen wurde, dieses Vorhaben für den in der Regel ja schüchternen bis sozial blockierten AB schwierig bis unmöglich ist, halte ich es aber generell für zweifelhaft, denn selbst wenn eine leidliche soziale Integration gelingt, wird die Wahrscheinlichkeit, dadurch eine Partnerschaft zu gewinnen, für die meisten chronischen ABs, besonders ab einem gewissen Alter, doch sehr gering sein, was das Selbstwertgefühl noch weiter absinken lässt und die Frustration zweifellos mächtig anheizt.

Deshalb würde mich nun die Meinung meiner Schicksalsgenossen zu einem völlig entgegengesetzten Weg interessieren, den ich aus eigener, nicht unbedingt freiwilliger Erfahrung bestens kenne: Der vollständige Abbruch menschlicher Kontakte. Zu dem Zeitpunkt, da ich diesen Text schreibe, liegt mein letztes außerfamiliäres Gespräch, das diesen Namen im Ernst verdient, ungefähr ein halbes Jahr zurück, das Haus verlasse ich durchschnittlich noch ungefähr einmal pro Woche für einen kurzen Spaziergang, manchmal auch seltener. Kurz: Außerhalb meiner Familie, mit der ich im Übrigen auch kaum mehr als ein paar Worte pro Tag wechsle, gibt es keinen einzigen Menschen mehr, zu dem ich in irgendeiner wie auch immer gearteten Beziehung stünde. Die erste Reaktion der meisten Menschen beim Gedanken an ein solches Leben ist sicherlich: Um Himmels Willen, was für ein schreckliches Los! Seltsamerweise ist dem aber nicht so. Nach und nach habe ich im Gegenteil die Erfahrung gemacht, dass es mir immer besser geht, dass ich mich immer stabiler fühle, je länger der letzte Kontakt zu anderen Menschen zurückliegt. Ich bin weiß Gott sehr weit von einem Zustand entfernt, den man als Glück bezeichnen könnte, wahrscheinlich würde ich nach wie vor jeden Depressionstest sprengen. Aber es gibt eine eindeutige Tendenz zum Positiven, immer öfter fühle ich mich auf eine angenehme Weise gleichmütig, schicksalsergeben. Wenn man es sich genau überlegt, entsteht nahezu jedes starke Leid nur durch den Umgang mit anderen Menschen und die Streitigkeiten oder getäuschten Hoffnungen, die damit verbunden sind. Die meisten ABs fühlen das generelle Leid der Beziehungslosigkeit nur als eine Art schwaches Hintergrundrauschen - der wirkliche Schmerz entsteht erst dann, wenn er sich wieder in einen anderen Menschen verliebt hat und bald realisiert, dass er wie immer keine Chance haben wird, dass das Spiel gelaufen ist, ehe es begann.

Eine zweite Quelle des AB-Unglücks besteht im Anblick des Erfolges und der Zufriedenheit anderer Menschen. Jeder wahre AB kennt den Stich, den einem der Anblick glücklicher Paare oder - noch schlimmer! - die Begegnung mit einem frisch verpartnerten Objekt der Begierde ins Herz versetzt.
Diese beiden Quellen des Leides fallen vollständig weg, wenn man jeden nichtvirtuellen Kontakt zu anderen Menschen eingestellt hat. In einem sozialen Vakuum beschleicht einen nie - oder doch zumindest kaum jemals - das quälende Bewusstsein der Minderwertigkeit in diesem einen Gebiet, denn mit wem sollte man sich schon vergleichen?
Leider wird der Zwang zum Zivildienst mein Einsiedlerdasein schon sehr bald brutal beenden, aber ich bin froh, wenigstens eine Weile diese Chance gehabt zu haben.
Wie beurteilt nun der Rest der AB-Gemeinde diesen Lösungsansatz? Kann der Rückzug die Erlösung sein?


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 00:38 
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Ich behaupte mal, dass der Wunsch nach Kontakten grundsätzlich vorhanden ist, ggf. mal stärker und mal schwächer. Wenn man jetzt in einer Phase ohne Kontakt-Wunsch die armseligen Kontakte, die man noch irgendie beibehalten hat komplett einschlafen lässt, steht man, wenn der Wunsch wieder zunimmt, ganz dumm da.

Dies sind durchaus eigene Erfahrungen, bei mir sind nach Beendigung der Schule die paar Kontakte weggefallen, und so ein oder zwei wären durchaus erhaltenswert gewesen (einen riesigen Freundeskreis brauche ich persönlich gar nicht) und jetzt aus dem nichts heraus ein neues soziales Netz aufzubauen erscheint quasi unmöglich.

Zwei bis drei Freunde, oder auch nur Bekannte, würden ja schon reichen, um einfach mal wegzugehen.


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 00:45 
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Zitat:
Zwei bis drei Freunde, oder auch nur Bekannte, würden ja schon reichen, um einfach mal wegzugehen.


Naja, es gab in meinem Leben zwar manchmal Phasen, in denen es ein, zwei Menschen gab, die man als lockere Freunde bezeichnen könnte, aber es waren keine Freunde, mit denen ich hätte weggehen können. Aus eigener Initiative bin ich in meinem gesamten Leben noch niemals abends ausgegangen, nur ein paarmal, wenn es vom Jahrgang organisierte Veranstaltungen gab, auf denen Anwesenheit erwartet wurde oder gar vorgeschrieben war. Und da saß ich dann auch nur stundenlang schweigend auf einer Bank. Ich denke, dass ich selbst mit hundert weggehgeeigneten Freunden bei diesem Ritual niemals irgendetwas anzufangen wüsste.


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 01:13 
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Hallo Raskolnikov,

also ich geb mal einfach meinen total subjektiven Eindruck wieder. Ich lese in letzter Zeit sehr oft sinngemäß "leide total unter meinem AB-Zustand" und irgendwo drei Absätze später fällt dann eine Äusserung wie "richtige Freunde habe ich nicht" oder "habe nur 1-2 lockere Freunde". Hmm, selbst ich als AB komme da ganz schön ins grübeln. -grübel-

Vielleicht kannst Du als AB ohne Freundeskreis mir als AB mit nicht vielen, aber doch festen Freunden erklären, ob es Menschen gibt, die einen großen Wunsch nach Beziehungen verspüren, aber keinen inneren Drang zu Freundschaften haben? Und wenn ja, wieso das so ist? Jemanden der ohne Beziehungswunsch ist, kann ich mir gut vorstellen. Auch das so jemand gut damit zurecht kommt. Aber ohne Wunsch nach Freundschaften? Kann ich mir nicht vorstellen. -nanu-

Gruss
BartS


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 01:20 
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Zitat:
Vielleicht kannst Du als AB ohne Freundeskreis mir als AB mit nicht vielen, aber doch festen Freunden erklären, ob es Menschen gibt, die einen großen Wunsch nach Beziehungen verspüren, aber keinen inneren Drang zu Freundschaften haben?


Nun, ich bin der lebende Beweis dafür, dass es mindestens einen gibt :wink:
In der Tat sehne ich mich zwar brennend nach einer Partnerschaft, aber an platonischen Freundschaften habe ich nicht das geringste Interesse, sie haben mich auch nie besonders interessiert. Ich würde mich durch einen Freundeskreis wahrscheinlich eingeengt, bedrängt fühlen, meine Freiheit als beschnitten ansehen. In meinem ganzen Leben habe ich irgendwie nie begreifen können, warum man einfach nur Zeit mit irgendwelchen Menschen verbringen sollte, wenn man keine Hoffnung hat, dass daraus eine Partnerschaft werden könnte. Noch dazu war es schon immer so, dass ich die Gegenwart von Männern als sehr unangenehm empfunden habe. Platonische Freundschaften mit Frauen würde ich mir zwar nicht unbedingt wünschen, aber ich könnte sie mir immerhin vorstellen. Der Gedanke, mit anderen Männern einen Abend verbringen zu müssen, wäre für mich dagegen eine Horrorvorstellung...


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 01:48 
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@Raskolnikov

Wenn man das Thema Beziehung und private soziale Kontakte mal außen vorlässt musst du noch eine entscheidende Sache regeln, um auch in Ruhe zurückgezogen Leben zu können: Geld. Primitiv gesagt brauchst Du ein Dach über den Kopf und was zu beissen. Sonst wird es wirklich unangenehm.

Jetzt kommt der Zivildienst. Aber danach, ohne jegliche moralische Wertung, wo soll das Geld herkommen? Einer der größten Streßfaktoren ist mangelnder Schulabschluß und Arbeitslosigkeit (Psychologie heute 01/08). Du musst zumindest einen Zustand erreichen, bei dem Du abends ruhig zu Bett gehen kannst, sonst zerrüten dich deine Sorgen (und meistens ist das erst Geld, dann Beziehung).

_________________
"Insofern (und jetzt quäle ich mir echt etwas raus) beneide ich sogar [...] Ganta mit seiner etwas älteren Frau etwas." - NKA aus dem AB4


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 02:07 
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n'Abend Raskolnikov,

ein vollständiger Rückzug ist vermutlich schwer bis überhaupt nicht zu realisieren. Irgendwoher muss das Geld zum Leben kommen (Arbeit oder Arge), der Kühlschrank füllt sich auch nicht von allein...

Aber selbst wenn, die Sehnsucht nach einer Partnerin wird doch bleiben. Und ohne Kontakte zur Aussenwelt hast Du vielmehr Zeit, darüber 'rumzugrübeln. Es ist nichts vorhanden, was Dich zumindest zeitweise ablenken könnte.
Und das Argument von Derjenigewelcher halte ich für stichhaltig: Du könntest Deine selbstgewählte Isolation eines Tages bereuen. Sowas ist nicht beliebig umkehrbar.

Ich denke, jeder hier im Forum kennt diese Frustgefühle und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Trotzreaktionen bringen für eine gewisse Zeit scheinbare Erleichterung. Aber dann sind die ganzen Scheißgefühle wieder da.


Ich weiß nicht so recht, was ich Dir jetzt Aufbauendes mit auf den Weg geben kann. Ich hatte und habe in meiner AB-Karriere auch Phasen tiefer Resignation, in denen ich mit der Welt nix mehr zu tun haben wollte. Aber es war die erzwungene Beschäftigung mit dem Leben um mich herum, die mich wieder Mut schöpfen ließ. In Isolation ist die Gefahr eines totalen Absturzes groß!

Grüssle,
Shaun

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Du hast keine Chance - also nutze sie!


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 02:26 
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Hallo Raskolnikov!

Ich kenne beide Seiten: intensive soziale Integration, aber auch jahrelange Einsamkeit (mal von den Meinen abgesehen). Und ich kann dir berichten, dass mit der Isolation meine Menschenliebe gewachsen ist. Nicht etwa in Form einer aus einem Defizit entstandenen Sehnsucht, sondern vielmehr in Gestalt der Sympathie und Bewunderung. Lass dir gesagt sein: bei allen Unzulänglichkeiten und Mühen ist es eine großartige Sache mit der Menschheit, es wird mir jeden Tag deutlicher. Neid und Hochmut sind mir völlig abhanden gekommen, man könnte mich im Hinblick darauf glatt einen Tugendbold nennen, wenn das aus einer Anstrengung resultieren würde. Es hat sich aber einfach so eingestellt.

Wahrscheinlich könnte ich meine momentanen Status beliebig lange aufrecht erhalten, wenn nicht seit einem halben Jahr eine innere Unruhe, eine maßlose Neugier auf Veränderung Platz gegriffen hätte. Deshalb habe ich Maßnahmen eingeleitet, die mich höchstwahrscheinlich bald ins Leben hinauskatapultieren werden.

Übrigens vermute ich, dass wir beiden die gleichen Leidenschaften teilen: Frauen (hört sich bizarr an, so als AB), Musik und Literatur. Darüber solltest du aber die Gesellschaft von Männern nicht gering schätzen, denn unter uns gesagt, gibt es mehr bemerkenswerte Männer, als Frauen. Dass sie dennoch an erster Stelle stehen und bleiben, ist ein Mysterium, das auch mit Sexualität nicht zu erklären ist.

Kurz und gut: glaub ja nicht, dass sich dein jetziger Zustand weiter verfestigen muss. Ich bin schon etwas länger dabei und kann dir berichten, dass Freiheit und Isolation die merkwürdigsten und unwahrscheinlichsten Veränderungen zeitigen. Natürlich gibt es dafür keine Gewähr, aber immerhin ein Beispiel.

Schöne Grüße


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 07:45 
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Zum Glück kommt bald der Zivildienst,denn da lernst du evtl. endlich ein gesellschaftliches Leben zu haben.

Ich weiß wovon du redest,und ich habe auch nicht viele Freunde,aber so blöd es sich nun wieder anhört,ich denke du musst unter die Leute.

Dieses Zurückziehen ist die komplett falsche Lösung,denn dieses sich besser fühlen ist trügerisch.Man merkt oft dann selbst seine Depressionen nicht,aber sie sind da.

Und das du Depri´s hast oder zumindest stark gefährdet bist kommt klar durch deine anderen Postings rüber.

_________________
Nimm das Leben nicht zu ernst,du kommst eh nicht lebend raus.

Lieber stehend sterben als knieend zu leben.Lieber untergehen als einmal aufzugeben.


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 11:49 
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Hallo Raskolnikov,

kennst du Jana aus Verle?
Es war mal in der Werbung und eine Frau musste eine Bauchentscheidung zwischen zwei Kerlen treffen.

Ungefähr dieses Frauenbild wird uns über das weibliche Selektionsverhalten tagtäglich verklickert und die meisten glauben auch daran.
Liest man die Ratgeberliteratur zu dem Theme stößt man gemeinhin immer wieder auf die Formulierung, dass so wie wir anderen Menschen begegnen, andere Menschen auch uns begegnen.
Der Fehler hierbei ist, dass Frau= Mensch gesetzt wird und das erscheint auch logisch, denn immerhin sind Frauen ja Menschen.

Nur leider funktioniert der Partnermarkt nicht so wie in den Bildern.
Er ist ganz anderen Regeln unterworfen und wir AB's, sofern wir nicht zu den Schüchternen gehören die keine Frauen ansprechen, bekommen diesen Widerspruch am härtesten zu spüren.
Insbesondere, wenn wir nicht nur die letzte Wahl sind, sondern besonders auch dann, wenn Frauen ihr Singlesein oder ihr Alleinsein der Partnerschaft mit uns vorziehen, weil wir ihren Anforderungen nicht entsprechen.

Normal ist, dass es zwar äußere Faktoren gibt, im Aussehen, Verhalten, Status, die uns einen Menschen interessanter erscheinen lassen und wir sind geneigt ihn eher anzusprechen als andere. Aber wenn wir einmal mit ihm zusammen sind, dann werden diese Faktoren hinfällig. Es geht dann fast ausschließlich nur um Sympathie.

Jeder kann Freunde gewinnen, egal wie er aussieht, wie alt er ist, welche Rasse er angehört, wieviel Haare er auf dem Kopf hat usw.
Der Fehler in diesem Konzept ist, dass man, wenn man Freunde gewinnen kann auch eine Partnerin gewinnen kann.
Das stimmt nicht.
Frauen selektieren nicht, wie gemeinhin behauptet wird, sie haben ein abstraktes Idealbild von einem Partner im Kopf, dem man entsprechen muss.
Fällt man durch dieses Raster und ist nicht ihr Typ, nützt alles Sozialverhalten aus der psychologischen Ratgeberliteratur nichts.
Frauen wählen nicht zwischen verschiedenen Kerlen wie Jana aus Verle, sondern zwischen dir und ihrem abstrakten Idealtyp. Und da bleibt immer der Idealtyp der Sieger, auch wenn es ihn real nicht gibt oder er nicht zur Verfügung steht.
Nahezu 50% meiner OdB's sind immer noch Single.

Der Fehler ist nun, weil du ja die Erfahrung gemacht hast, dass sich der gute Rat mit der Wirklichkeit beißt und zu ihr im Widerspruch steht, dies auf alle Menschen zu übertragen also deine Erfahrungen mit Frauen als deine Erfahrungen mit Menschen gleichzusetzen.
Da gilt aber immer noch die Regel der gegenseitigen Sympathie. Du musst also nicht erst irgendwie sein, um einem anderen Menschen sympatisch zu sein.
Jeder Mensch hat eine Vielzahl von Interessen und da ist es nicht selten, dass es gemeinsame gibt, aber auch andere Erfahrungen von denen man schöpfen kann.
Es lohnt sich fast immer mit jemand anderem ins Gespräch zu kommen. Und bis zu diesem Punkt kommt man auch mit Frauen ganz gut klar.
Der Punkt ist nur, dass sie eine Frau ist und du ein Mann. Und natürlich ist es, dass dabei auch sexuelles Interesse vorhanden ist.
Dieses wird aber dann entweder von dir (Hemmungen) aber in den meisten Fällen von ihr abgespalten.
Und auch dies kann man bei der gegenwärtigen Sexualmoral für natürlich halten, denn nach gegenwärtigen verbreiteten Vorstellungen kann sie sich nur für einen entscheiden. Ist aber der andere nicht vorhanden, dann entsteht eine Situation, wo du dich nicht für vollgenommen fühlst.
Sie bringt tatsächlich den Spagat fertig, dich anzunehmen und gleichzeitig abzulehnen und merkt nicht wie verletzend das ist. Du bist ein ganzer Mensch. Nicht wie sie dich behandelt aufgespalten in einen von ihr akzeptierten Teil und einen von ihr nicht akzeptierten Teil um den sich gefälligst eine andere kümmern soll.
Den Satz "Du bist nett, aber..." oder "Du bist völlig ok, aber..." meist unter Hinweis für eine andere der Richtige zu sein, hast du sicher oft gehört.
Das worauf du als Mann auf dem Partnermarkt stößt ist kein Selektionsmechanismus.
Es ist eine gesellschaftlich verbreitete Schablone. Denn so sehr Frau glaubt ihr Geschmack oder ihre Erwartungen seien ihre ganz persönlichen, so sehr und das zeigen Statistiken ist er doch recht einheitlich, verbreitet und homogen.
Das gilt dann allerdings auch für Männer.
Auch sie haben ihre Idealbilder. Der Unterschied ist nur, dass diese für sie nur dann relevant werden, wenn sie wirklich die Wahl zwischen verschiedenen Frauen haben und sich dann die wählen, die am ehesten ins Konzept passt.
Einen Mann der lieber allein wär, als sich mit einer durchschnittlich attraktiven Frau einzulassen habe ich im Gegensatz zu Frauen noch nie erlebt.
Bei nicht wenigen Frauen hatte ich den Eindruck, da ich ja auch mal in dem Bereich tätig war, ich säße einer Nonne gegenüber, die ihr Leben einem höheren Wesen geweiht hätte. Mit diesem höheren Wesen kann ich nun wirklich nicht mithalten.

Man darf nun nicht den Fehler machen, dass die Verhältnisse auf dem Partnermarkt etwas mit den anderen Beziehungen zu Menschen zu tun hätten und sich enttäuscht zurückziehen.
Gut möglich, dass man seinen Fokus auf die Frauen gerichtet hat, dabei Freunde vernachlässigt hat und nun denkt alle Menschen wären gleich und hätten die gleche Einstellung wie die Frauen.
Dem ist nicht so.
Und meine Erfahrung zeigt, auch wenn ich mich mal zurückziehen will, dass es immer wieder erfüllender ist mit anderen Menschen zusammen zu sein.
Nur eben nicht als Rat, dass man darüber quasie indirekt auch eine Partnerin findet -das gilt nur, wenn man der Schablone mehr oder weniger entspricht-, sondern einfach deswegen, weil man sich als Mensch aangenommen und aufgehoben fühlt.
Der anderen Herausforderung, sich ständig abweisen zu lassen, sollte man sich nur stellen, wenn man es erträgt, genügend innere Kraft dazu hat und wenn man eine realistische Chance sieht.
Manchmal ist es wirklich die Schüchternheit oder die unpassende Kleidung oder ein unpassendes Verhalten.
Aber eben nur manchmal.

Oder um es auf eine ganz einfache Formel zu bringen:
Wenn Frauen mich zurückweisen, müssen andere Menschen mich nicht auch zurückweisen. Das eine hat mit dem anderem nichts zu tun.


VG
Ampetula


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 12:38 
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Zitat:
Vollständiger Rückzug als Lösung?

Wenn man komplette Selbstaufgabe als Lösung betrachtet, dann wohl ja.
Für mich wär es keine.

Das wäre praktisch so, als würde man jemanden bis an sein Lebensende in einen 1m² Käfig sperren und ihm jeden Tag Essen und Trinken geben. Derjenige würde dann zwar leben, wäre aber praktisch tot.


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Halcyon Days hat geschrieben:
Zitat:
Vollständiger Rückzug als Lösung?


Das wäre praktisch so, als würde man jemanden bis an sein Lebensende in einen 1m² Käfig sperren und ihm jeden Tag Essen und Trinken geben. Derjenige würde dann zwar leben, wäre aber praktisch tot.


Genauso isses bei mir, aber unfreiwillig :)


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"Sie bringt tatsächlich den Spagat fertig, dich anzunehmen und gleichzeitig abzulehnen und merkt nicht wie verletzend das ist. Du bist ein ganzer Mensch. Nicht wie sie dich behandelt aufgespalten in einen von ihr akzeptierten Teil und einen von ihr nicht akzeptierten Teil um den sich gefälligst eine andere kümmern soll."


Sehr richtig, aber das ist doch normal und vernünftig und wird auch von Männern mit Kumpelfreundinnen so gehandhabt. Und in den meisten Fällen ist das doch beiderseitig ! so gewollt und gut so. Nur bei Asymmetrie ist das für einen Teil ein Problem. Und verletzt zu sein durch unglückliche Verliebtheit ist nicht nur ein Problem von Männern.


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@Rasko
Lies mal bitte bei wikipedia "schizoide Persönlichkeitsstörung" nach.


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BeitragVerfasst: 15.01.2008, 18:57 
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Ampetula hat geschrieben:
Zitat:
Einen Mann der lieber allein wär, als sich mit einer durchschnittlich attraktiven Frau einzulassen habe ich im Gegensatz zu Frauen noch nie erlebt.



Nein, Du bist ja auch ein Mann.

Ampetula, glaubst Du ernsthaft, es geht uns Frauen anders als Männern? Was glaubst Du, woran ich schon gescheitert bin und was ich zu hören bekam? Da waren die Haare zu fein, die Lippen zu dünn, ich war zu klein (1,58 m) oder zu dick (damals 63 kg). Ich habe Männer als ziemlich unbarmherzig erlebt und von ihnen so widerliche Dinge gehört, dass ich sie hier nicht wiedergeben möchte.

Aber - jeder Mann hat das gute Recht, mich abzulehnen und lieber Single zu bleiben. Wozu er kein Recht hat, ist, mich zu demütigen und zu verletzen.

Ich gehe heute nicht mehr unbefangen auf Männer zu, dazu habe ich zuviel Schlimmes erlebt, das aktive Suchen habe ich vor eingen Jahren aufgegeben. Den totalen Rückzug habe ich trotzdem nicht angetreten. Ich gehe immer wieder unter Menschen in Form von Kursen, Vereinen etc.

_________________
Beat it! Beat it! Take an egg and eat it!


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