Disclaimer: Wer bereits meinen Vorstellungsthread im blauen Forum gelesen hat, kann diesen hier getrost ignorieren, bis auf den letzten Abschnitt hab ich nicht viel verändert.
Nachdem ich schon ein paar Monate als passiver Leser hier im Forum unterwegs war, wollt ich jetzt auch selber mal aktiv was beitragen.
Ich bin seit ca. einem Jahr in einer StudiVZ Gruppe zum Thema AB aktiv und seit letzten Monat im blauen Forum, ist also nicht das erste Mal, dass ich über das Problem schreibe.
Ich bin vorletzten Monat 25 geworden und wohl das was man gemeinhin als HC-AB bezeichnen würde.
Hauptgrund für mein AB-Tum dürfte meine Schüchternheit sein, es ist zwar nicht mehr so schlimm wie noch in der Pubertät, aber der geborene Entertainer bin ich mit Sicherheit nicht.
Die Ursachen für mein AB-Tum liegen wohl in der Kindheit begraben.
In den ersten vier Schuljahren war ich gut in die Klasse integriert und war alles andere als ein Außenseiter, die Probleme begannen als wir von Köln nach Pulheim gezogen sind. Mit den vor Selbstbewusstsein platzenden Mittelschichtskindern kam ich überhaupt nicht zurecht, ich hab meine ausländischen Mitschüler aus Köln vermisst.
Der Umzug war natürlich nur logisch, statt in einem Hochhaus in Köln wohnten wir nun in einem Reihenhaus in Pulheim.
Gemobbt gefühlt hab ich mich eigentlich nur von meine Klassenlehrerin, die mich vor versammelter Klasse darauf ansprach, dass ich keine Freunde hätte, worauf ich zu weinen anfing.
Danach gabs aber keine traumatischen Erlebnisse mehr, war zwar ein Außenseiter, aber das hat mich auch nicht großartig gestört, fand die meisten Mitschüler eh nicht besonders spannend.
Es gab zwar schon einige interessante Mädels auf der Schule, aber aufgrund meiner Hautprobleme und meiner Außenseiterrolle hab ich nie irgendeinen Versuch gewagt.
In der Uni war (ich studiere zwar noch, muss aber nur noch Praktikum und die Bachelos Thesis machen) das Problem, dass ich jeden Tag von außerhalb gependelt bin und ich die Mädchen die WiWi studieren oft nicht so sympathisch finde wie die die was Geisteswissenschaftliches studieren. Das kann man natürlich nicht verallgemeinern, gibt auch sympathische BWL/VWL-Studentinnen. An unser Uni in den Niederlanden gibts leider nur Technik- und Wirtschaftsstudiengänge.
Freunde hab ich keine, aber das stört mich nicht die Bohne. Hab mit Freundhschaften keine gute Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht und es will ja auch niemand mit mir befreundet sein. Bin jetzt aber kein Misanthrop, wenn Kollegen Abends weggehen bin ich immer dabei und ich hab kein Problem damit neue Menschen kennenzulernen.
Aber zurück zum Thema AB.
Vor ca. einem Jahr wurd ich im SchülerVZ von einem Mädel angeschrieben, mit dem ich mich auch getroffen habe. Leider war sie überhaupt nicht mein Typ, sie hat sich auch nie mehr gemeldet. Als ich sie vor kurzem deswegen noch mal anschrieb, sagte sie nur, dass sie mit der Situation überfordert gewesen sei (sie ist seit vier Jahren Single).
Hab letztes Jahr auch begonnen in einer Singlebörse Mädels anzuschreiben, die meisten brachen nach wenigen Mails den Kontakt ab; das einzige Mädel, das mal ein wenig länger mit mir geschrieben hatte, hat dann in der Zwischenzeit einen Freund gefunden.
Hab auch mal eine Gleichaltrige gefragt, warum sie mir nicht zurückgeschrieben hat, sie meinte mit Bubis wie mir würde sie sich nicht abgeben wollen.
Natürlich schreiben die meisten Frauen in Singlebörsen nicht zurück, aber wenn auf 10 Mails im Schnitt nur zwei Antworten kommen, ist das keine gute Quote.
Warum ich es nicht im echen Leben probiere? Ich hab einfach Angst vor Ablehnung und das Gefühl, dass ich den anderen mit meiner Anwesenheit nur belästige.
Mein letztes Date war im Oktober, sie hatte mich angeschrieben und machte echt einen sehr sympathischen Eindruck, wir waren drei Stunden zusammen im Museum und für uns beide verging die Zeit wie im Fluge. Sie hat sich auch sofort nach dem Date gemeldet und ein paar Tage später einem zweiten Date zugestimmt, das sie dann aber abgesagt hat.
Nach vier Wochen kam dann die Nachricht, dass sie sich nicht offen für eine Beziehung fühle und mich und sie mit ihren utopischen Vorstellungen von Partnerschaft überfordern würde.
Ich schreib ihr immer noch, auch wenn es eigentlich reine Zeitverschwendung ist. Weiß auch nicht warum ich das mache, vielleicht weil sie die erste war die mich sympathisch und attraktiv fand (andere Mädels haben mir sowas nie gesagt oder geschrieben).
Bin zwar kein Brad Pitt, aber hab eine sympathische Ausstrahlung, bin intelligent, hab Humor und bin sensibel; würde mich also schon als gute Partie bezeichnen.

Es hat mich jahrelang nicht gestört keine Freundin zu haben, aber vor ca. einem Jahr ist mir klar geworden, dass es wohl leichter wird das AB-Problem in den kommenden Jahren zu lösen, als wenn ich erst über 30 bin und jeder von mir erwartet schon Erfahrungen zu haben. Obwohl ich das Gefühl hab schon jetzt total unnormal zu sein, wer will schon einen der mit 25 noch Jungfrau ist?
Mit meinem Aussehen bin ich auch total unzufrieden, was zu Minderwertigkeitskomplexen führt und dazu dass ich mich fremden Menschen gegenüber verschließe.
Vielen Dank fürs Lesen.
