|
Hallo zusammen, ich habe mich neulich hier angemeldet und möchte mich jetzt mal vorstellen. Ich bin 35 Jahre alt, 1,76 m groß und im Schwarzwald zu Hause. Beruflich bin als Techniker in der Entwicklung tätig. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport, was sich auch auf meine Figur auswirkt, welche ich als sportlich schlank einschätze. Weshalb ich mich hier angemeldet habe hat folgenden Grund. Ich hatte noch nie eine Beziehung zu einer Frau. Ich möchte von mir sogar soweit behaupten, dass jeder Teenager, der händchenhaltend mit seiner Freundin durch die Gegend schlendert, mehr Erfahrung hat, als ich. Was ich damit sagen möchte, dass ich weder mal die Gelegenheit bekam, mit einer Frau Händchen zu halten, noch das Glück hatte einen richtigen Kuss zu erleben ( von sexuellen Interaktionen ganz zu schweigen ). Von der Bezeichnung „Absoluter Beginner“ berfuhr ich erst kürzlich übers Internet , was mich auch auf das Forum gebracht hat. So, nun zu meiner Vorgeschichte. Ich kann von mir sagen, dass ich in meiner Jugend ein Spätzünder war. Außerdem sah ich schon immer sehr Jung aus, weshalb sich die Mädels in meiner Teenager-Zeit nie so richtig für mich interessierten, obwohl das Interesse meinerseits am anderen Geschlecht mit der Zeit dann schon geweckt wurde. Mein recht junges Aussehen, gepaart mit meiner Schüchternheit, hat dazu geführt, dass ich damals ein sehr geringes Selbstwertgefühl hatte. Für mich waren die Mädels damals einfach unerreichbar. Ich bekam immer wieder den Eindruck, dass ich als Mann und potentiellen Partner überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Damals fing ich an, mich in eine Traumwelt zu versetzten, um dort meine Bedürfnisse zu erleben. Als ich 15 Jahre alt war, haben sich meine Eltern scheiden lassen. Das hatte dann dazu geführt, dass ich mit meiner Mutter und ihrem neuen Partner ein Jahr später umgezogen bin. Wir wohnten dann auch wieder in einem recht kleinen Dorf. Irgendwie fand ich da auch nie richtig Anschluss, da sich bei denen alles nur um eins drehte, nämlich „saufen, saufen, saufen“. Dafür habe ich mich nie besonders begeistern können, da ich bei meinem Vater miterleben musste, was übertriebener Alkoholkonsum mit einem Menschen anstellen kann. Durch meinen Wunsch, einen technischen Beruf einzuschlagen, bin ich seit dem auch nur auf fachbezogene Schulen gegangen. Das bedeutete, einen Männeranteil von ca. 95 % in den Klassen. Also kaum Möglichkeiten mit dem anderen Geschlecht zu interagieren. Um mich von meinen Bedürfnissen nach Liebe und Zärtlichkeit abzulenken, stürzte ich mich dann voll in meine schulische Ausbildung. Dies hat mich allerdings bei meinen Mitschülern den Ruf als Streber eingebracht. Eigentlich paradox, da ich damals ein eher bequemer Mensch war. Das mit der Ablenkung hat sich dann auch durch meine ganze Berufliche Ausbildung gezogen. Ich möchte behaupten, da ganz besonders, da ich in meinem ganzen Umfeld gesehen und miterlebt hab, wie sich alle „glücklich“ verliebten und zusammen gekommen sind. Ich hab es zwar jedem gegönnt, aber innerlich schmerzte es immer mehr, zu sehen, wie alle Glücklich waren und ich nichts gebacken bekommen hab. Ich fing dann zwar mit der Zeit an, mich mit den Frauen zu unterhalten und verliebte mich auch ab und an, hatte jedoch aber nie den Eindruck, dass sich eine Frau wirklich für mich interessiert. Das hat dazu geführt, dass ich dann immer miterleben musste, dass sich die Frauen dann anderen Männern zugewendet haben und dann auf einmal wieder vergeben waren. Das hat mich dann meistens in ein tiefes emotionales Loch gestürzt. Als ich dann mit meiner beruflichen Ausbildung fertig war, endete somit auch die Ablenkung. Da kam dann auf einmal eine bittere, aber hilfreiche Erkenntnis. Ich hatte zwar jetzt gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Privat hab ich mich aber in meinem Bekanntenkreis und bei alten Schulkammeraden umgeschaut. Die waren häufig schon verheiratet, hatten Familie und teilweise Kinder und ich wohnte mit 30 noch zu Hause. Da hab ich mir geschworen, dass ich mein Leben ändern muss. Ich suchte mir also einen anderen, besser bezahlten Job und bin von zu Hause in meine eigene Wohnung gezogen. Das Beste übrigens, was ich tun konnte. Weiter habe ich wieder begonnen, mehr Sport zu treiben. Dadurch bekam ich auch mehr Selbstvertrauen und kann mich seit dem so akzeptieren, wie ich bin. Gut, das Erfahrungsdefizit ist immer noch vorhanden. Außerdem hab ich noch einen riesen Bammel davor, einer potentiellen zukünftigen Partnerin zu sagen, dass ich ein „AB“ bin. Das habe ich mir vorgenommen, da ich eine zukünftigen Beziehung nicht mit einer Lüge beginnen möchte und sie es spätestens beim Sex sowieso bemerken würde. Aber ich habe mir zum Ziel gesetzt, meinen AB-Status Stück für Stück zu verringern und irgendwann zu beenden. Ich fing auf jeden Fall mal an, Frauen beim vorbeigehen per Blickkontakt anzuflirten und hab auch schon einiges Lächeln zurück bekommen ( ein schönes Gefühl übrigens). Zudem hab ich mich meiner Schwester geoutet und somit eine gute Ansprechpartnerin gefunden, mit der ich jetzt über alles reden kann und sie mir mit ihrem reichen Erfahrungsschatz immer gute Ratschläge gibt. Dadurch schaffte ich es auch, dass ich im April das erste Date meines Lebens hatte. Das war sehr aufregend und ich hatte einen gefühlten Puls vom mindestens 180. Gut, daraus ist dann auch noch nichts weiteres geworden. Es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und eine gute Übung. Oje, meine Vorstellung ist jetzt länger geworden als ich dachte, aber mit 35 Jahren hat man halt auch einiges über sich zu erzählen. Es grüßt euch Lukas
|