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 Betreff des Beitrags: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 00:16 
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Hallo,

Vielleicht ist es ungewöhnlich, dass so ein extrem langes Posting das allererste von jemandem im Forum ist. Aber ich habe noch nie mit jemandem über meine wahren Gefühle zu dem Thema gesprochen und darum ist es mir ein Anliegen mal alles niederzuschreiben…

Ich bin weiblich, 26 Jahre alt und wusste bist vor kurzem nicht mal, dass es Gruppen wie diese hier überhaupt gibt.

Mein AB-tum war mir lange Zeit nicht bewusst. Überhaupt war ich mein ganzes Leben lang eher spät dran. Mit 16 war ich noch ein richtiges Kind, Männer haben mich erst mit ca. 18 Jahren interessiert und da hab ich den Anschluss wohl schon längst verpasst. Ich hab das ganze auch irgendwie „verschlafen“. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich ohnehin noch ein „Jugendlicher“ bin und genug Zeit habe. Aber irgendwann bin ich plötzlich aufgewacht und habe mir gedacht: „Herrje, du bist jetzt fast 27, der 30. Geburtstag ist nicht weit weg!“, das kam eben alles mit der Zeit, wo ich angefangen habe, einem seriösen Job nachzugehen, einen eigenen Haushalt zu führen und einfach ein vollwertiger Erwachsener in der Gesellschaft zu sein.
Naja, den Rest kennt ihr ja: Alle anderen Freunde um einen herum heiraten, bekommen Kinder und selber läuft man wie ein 12jähriges Mädchen seinem ersten Händchenhalten hinterher…

Ok, ich war leider aus gesundheitlichen Gründen immer schon übergewichtig, fand mich auch lange Zeit sehr hässlich. Aber seit ca. einem Jahr finde ich mich zeitweise sogar richtig süß, wenn ich lächle. :)
Letztes Jahr hab ich dann in einem verzweifelten Akt an Selbstdisziplin innerhalb kürzester Zeit 20 kg verloren in der lächerlichen Hoffnung, das würde sofort ALLES ändern. Hat es natürlich nicht, also hab ich mir dann irgendwann gedacht „wozu?“ und hab mit dem Abnehmen wieder aufgehört. Erst jetzt erkenne ich, dass ich das ja in erster Linie für mich tue, darum habe ich jetzt auch wieder damit angefangen, mich langsam und mühselig in Richtung Normalgewicht vorzutasten, und wenn es nur für die Gesundheit ist! :D
Ich habe mich aber leider nie wirklich für typischen „Frauenkram“ interessiert. Ich wollte mich nie sexy kleiden, war immer schon eher praktisch veranlagt. Ich habe noch nie hohe Schuhe getragen und mich noch nie geschminkt. Ich weigere mich aber auch zu akzeptieren, dass sich eine Frau darüber definiert. Seit letztem Sommer zupfe ich mir aber immerhin die Augenbrauen, das war der erste Schritt meines Lebens in diese Richtung. :)

Abgesehen vom Aussehen (das liegt ja letzten Endens doch nur im Auge des Betrachters) kann ich mein AB-tum eigentlich in vielerlei Hinsicht nicht ganz nachvollziehen. Ich bin absolut nicht auf den Mund gefallen. Klar bin ich schüchtern, aber wenn ich erstmal ein bisschen mit einem Menschen geredet habe, dann bin ich sogar sehr redselig und habe einen recht guten Sinn für Humor. Ich kann auch generell sehr gut mit Männern umgehen, „fürchte“ mich in keinster Weise vor ihnen!

Auch sonst hab ich hauptsächlich Interessen, die eher als männlich interpretiert werden:
Ich höre Metal, bin also seit meiner frühen Jugend in einer Szene unterwegs, die unter chronischem Frauenmangel leidet. Ich kenne zig Männer, die sich darüber beschweren, dass es eben so wenig Metal-Frauen gibt und sie die typischen Mode-Tussis von außerhalb kaum ertragen. Das jammern sie durchaus auch mir vor, haben aber trotzdem immer genau diese Mode-Tussis über die sie sich beschweren als Freundin.
Vor einigen Jahren habe ich dann begonnen, im bekanntesten Metalclub einer Großstadt hobbymäßig als DJ zu arbeiten, quasi als Frau in einer Männerbastion! Und da dachte ich mir dann „Pass auf, jetzt ist es mit deinem Singledasein bald vorbei. Wenn die Männer erst merken, dass du von etwas Ahnung hast, das sonst ihnen vorbehalten ist, dann werden sie auf dich fliegen!“ Fehlanzeige natürlich. Und das Klischee dass man sich als Frau in einem Job in einem Ausgehlokal nicht vor Angeboten retten kann trifft auf mich auch nicht zu. Die einzigen Kommentare die ich beim Auflegen bekomme sind „Wo isn der richtige DJ?“ und natürlich der überaus verletzende Klassiker: „Wie heißt denn deine Freundin?“

Außerdem habe ich Mathematik studiert, ich mag Computerspiele, tendiere eher zu Abenteuerfilmen und bin begeisterte Aquarianerin, auch da gibt es weitaus mehr Männer. Typische „Fraueninteressen“ hab ich eigentlich nicht, wenn ich so drüber nachdenke. Also ja, ich bin eigentlich immer und überall von mehr Männern umgeben!

Mir war nicht ganz klar ob ich als HC+AB oder HC-AB einzustufen bin. Meine Erfahrungen sehen so aus:
Meinen ersten „Kuss“ habe ich vor 1,5 Jahren im Alter von 25 bekommen. Kuss kann man das aber nicht nennen, das war ein flüchtiges Küsschen auf die Lippen, geschlossen natürlich. Außerdem war das ein guter Freund von mir, von dem ich nichts wollte, der nichts von mir wollte… um diesen lächerlichen Kuss habe ich ihn auch geradezu angebettelt. :( Wie ich ihm dann Monate später davon erzählt habe wie wichtig dieses nicht nennenswerte Ereignis für mich war, hat er ein bisschen Panik bekommen, dass er jetzt „Verantwortung“ hätte, was ich ja nie so gesehen hätte. Er hat sich dann leider von mir distanziert. Was ich sehr schade fand, weil ich gerade seinen Rat im Bezug auf Männer immer sehr zu schätzen wusste und er auch sonst ein sehr guter Freund von mir war. In diesen Tagen bringt seine Freundin übrigens ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt. Viel Glück an dieser Stelle!

Interessanterweise ist dann nur einen Monat später ein sehr wichtiger ANDERER Mann in mein Leben getreten. Der erste, der mich gerne von sich aus küssen wollte. Aber auch das war genauso wie oben beschrieben: Geschlossene Lippen, nur flüchtig. Aber es ging von ihm aus! Mit diesem Mann habe ich bis heute Kontakt und er ist ein sehr wichtiger Mensch für mich geworden. Er würde mich wirklich gerne nehmen, hat aber leider eine Freundin und wohnt sehr weit weg, sodass wir nie übers Reden hinausgekommen sind. Aber er hat mir mehrmals gesagt, dass er unglaublich gerne mit mir schlafen würde, das aber wegen der Freundin nicht geht. So nah war ich noch nie dran, deswegen weiß ich auch gar nicht, ob ich drüber froh oder traurig sein soll….
Ich hatte mit diesem Mann ein unglaublich schönes Erlebnis, wo ich einen Abend lang in seinen Armen gesessen bin, einfach seine Nähe gespürt habe. Ich glaube das war der intimste Moment meines Lebens.
Ich weiß, dass ich mir diesen Mann aus dem Kopf schlagen muss, aber er hat eine unglaublich wichtige Rolle für mich eingenommen. Er sagt mir ständig wie hübsch und intelligent ich bin, war auch der erste der Positives über meinen Körper sagen konnte. Nachdem er mich in schwierigen Situationen immer wieder aufbaut sage ich gerne dass er bis auf den körperlichen Aspekt alle anderen Komponenten eines „festen Freundes“ für mich erfüllt. Ich weiß nur nicht so ganz, ob mich das glücklich machen soll. Wir reden eben und er erzählt mir, dass ich ein toller Mensch bin. Das wars.

Also jetzt dürft ihr euch über HC+AB oder HC-AB streiten. Das waren zwei „Küsse“ bei geschlossenem Mund….

Reaktionen anderer Menschen tun mir weh. Je älter ich werde umso weniger glauben mir Leute. Da kommen dann so Dinge wie:

„Bist du dir sicher?“ (oh hoppla, da hab ich wohl alle meine Sexabenteuer vergessen!)
„Ach, du hast dich also verliebt?“ (ja verdammt, auch ICH habe Gefühle!)
„Du darfst nicht so anspruchsvoll sein!“ (bin ich ÜBERHAUPT nicht! Das einzige was ich von einem Mann verlange ist, dass er mich mag und nett zu mir ist. Männer in die ich mich verliebt habe haben noch selten meinem optischen Idealbild entsprochen)
„Such nicht danach, dann wirst du auch gefunden!“ (*seufz*, wirklich…)
„Ich versteh das nicht, du bist doch so ein toller Mensch!“ (Kommt sehr oft, aber NUR von Frauen…)

Und den hier finde ich persönlich am schlimmsten:
„Wenn man als Frau Sex haben will kann man den immer haben!“
Nein, leider nicht. Ich hatte Anfang 20 die verzweifelte Phase wo ich Männer in meinem Umfeld direkt GEFRAGT habe ob sie mit mir schlafen würden... Meine Lieblingsantwort damals war: „Aber du bist eine Jungfrau, ich kann nicht mit dir schlafen!“ Und wie wird man dann Nicht-Jungfrau, häh?

Ich bin absolut nicht prüde, rede sehr offen über Sexualität und habe auch konkrete Vorstellungen davon, welche sexuellen Vorlieben ich habe. Ich halte mich selber eigentlich für einen SEHR sexuellen Menschen und würde am liebsten täglich Sex haben (ja, das schlägt sich leider auch in der Masturbationshäufigkeit nieder). Auch was das betrifft bin ich wohl eher typisch männlich. Natürlich fehlen mir auch die anderen Aspekte einer Beziehung sehr, aber die Tatsache nie Sex zu haben wird immer dominanter und fast unerträglich. Manchmal reagiere ich auch richtig aggressiv auf absolute Nichtigkeiten, was ich auch oft auf meine Sexlosigkeit zurückführe. Zumindest von Männern die lange Zeit keinen Sex hatten wird das immer wieder berichtet.

Wer mir sehr in meiner Einsamkeit hilft ist mein Kater. Gottseidank ist er selber auch ein absoluter Kuscheltyp, so komm ich zumindest zu Körpernähe. :)

Momentan versuche ich, mein Leben ein bisschen umzukrempeln, weil ich endlich den Ernst der Lage erkannt habe. Ich bin gerade dabei, alle wirklich guten männlichen Freunde von mir darum zu bitten mir EINE nette Sache über meine inneren Werte und EINE nette Sache über mein Aussehen zu sagen. Da waren schon wirklich schöne Sachen dabei und es ist sehr gut, mal sowas zu hören. :)

So, das war meine Lebensgeschichte. Hochachtung an jeden, der sich so viel durchliest. Ich erwarte mir jetzt auch gar nicht, dass das hier großartig oft gelesen wird. Aber ich bin froh, dass es mal in Worte gefasst wurde.

Dankeschön.

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Verfasst: 04.02.2011, 00:16 




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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 00:19 
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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 00:44 
Willkommen -bg-

Lumi hat geschrieben:
Hallo,
Vielleicht ist es ungewöhnlich, dass so ein extrem langes Posting das allererste von jemandem im Forum ist.


Ganz und gar nicht, das macht fast jeder :mrgreen:

Lumi hat geschrieben:
Ich habe mich aber leider nie wirklich für typischen „Frauenkram“ interessiert. Ich wollte mich nie sexy kleiden, war immer schon eher praktisch veranlagt. Ich habe noch nie hohe Schuhe getragen und mich noch nie geschminkt. Ich weigere mich aber auch zu akzeptieren, dass sich eine Frau darüber definiert. Seit letztem Sommer zupfe ich mir aber immerhin die Augenbrauen, das war der erste Schritt meines Lebens in diese Richtung. :)


Wenn es dir nicht gefällt, solltest du es auch nicht tun. Das macht dich im Endeffekt wahrscheinlich nur noch ungücklicher.

Lumi hat geschrieben:
Ich weiß, dass ich mir diesen Mann aus dem Kopf schlagen muss, aber er hat eine unglaublich wichtige Rolle für mich eingenommen. Er sagt mir ständig wie hübsch und intelligent ich bin, war auch der erste der Positives über meinen Körper sagen konnte. Nachdem er mich in schwierigen Situationen immer wieder aufbaut sage ich gerne dass er bis auf den körperlichen Aspekt alle anderen Komponenten eines „festen Freundes“ für mich erfüllt. Ich weiß nur nicht so ganz, ob mich das glücklich machen soll. Wir reden eben und er erzählt mir, dass ich ein toller Mensch bin. Das wars.


Ich finde es erstmal ein bisschen krass, dass er dir so offen sagt, dass er mit dir schlafen will, obwohl er eine Freundin hat -grübel-

Aber davon abgesehen, ohne dir zu nahe treten zu wollen: Dass du ihn schon fast als "festen Freund" ansiehst, ist meiner Meinung etwas "gefährlich". Es klingt, als würdest du dich fast mit so einer "festen Beziehung" - die ja eigentlich gar keine ist - zufrieden geben oder dir insgeheim noch Hoffnungen machen, dass er seine jetzige Freundin irgendwann für dich verlässt. Vielleicht übersiehst du dadurch irgendwann den passenden Kerl, weil du nur Augen für den einen hast. Das heisst ja nicht, dass du ihn aus deinem Leben komplett streichen sollst.

Und ich weiss: Leichter gesagt, als getan. Ist ja nicht so, als würde ich mich mit hoffnungslosem Verliebtsein nicht auskennen :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 00:55 
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DrowningMan hat geschrieben:
Ich finde es erstmal ein bisschen krass, dass er dir so offen sagt, dass er mit dir schlafen will, obwohl er eine Freundin hat -grübel-


Das is sein eigenes Problem und geht mich weniger an. Ich hab beschlossen, dass ich in meinem Alter ruhig mal egoistisch sein darf. Aber er steht sowieso selber in einem Zwiespalt, weil er genau weiß, dass es nicht richtig ist. Aber er war ja bis jetzt brav und hat sich zurückgehalten.

DrowningMan hat geschrieben:
Aber davon abgesehen, ohne dir zu nahe treten zu wollen: Dass du ihn schon fast als "festen Freund" ansiehst, ist meiner Meinung etwas "gefährlich". Es klingt, als würdest du dich fast mit so einer "festen Beziehung" - die ja eigentlich gar keine ist - zufrieden geben oder dir insgeheim noch Hoffnungen machen, dass er seine jetzige Freundin irgendwann für dich verlässt. Vielleicht übersiehst du dadurch irgendwann den passenden Kerl, weil du nur Augen für den einen hast. Das heisst ja nicht, dass du ihn aus deinem Leben komplett streichen sollst.


Das habe ich nicht gesagt. Ich würde ihn niemals als meinen festen Freund oder sowas bezeichnen, davon bin ich WEIT entfernt. Wir sind einfach verdammt gute Freunde, das wars schon wieder.
Aber dass mir ein Mann ab und zu sagt, dass ich toll bin und dass er mich in Schutz nimmt... DAS hab ich halt 25 Jahre davor nie erlebt und das is mal eine nette Abwechslung.
Aber deswegen schau ich mich trotzdem nach anderen um ;)

Ach und danke für die liebe Begrüßung! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 08:02 
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Hallo Lumi,

auch von mir erstmal ein herzliches Willkommen in diesem Forum.

Vieles von dem, was Du hier geschrieben hast, erinnert mich ein wenig an mich selbst.

Ich bin auch eher der Typ Mensch, der nicht so typisch weiblich ist. Gut, mein Freundeskreis ist mittlerweile sehr gemischt, aber das sind meist nur Frauen, die auch nicht dem typischen Klischee entsprechen. Ich brauche nicht stundenlang im Bad um mich zu Schminken und dank meinem Beruf in einer Männerdomäne, weiß ich auch wie man sich als Frau bei den Männern durchsetzen kann und wie man mit ihren Sprüchen umzugehen hat. Achja, und nicht zu letzt: Männer lästern auch (noch schlimmer als Frauen) aber im Gegensatz zu den Frauen würden sie es den Personen auch ins Gesicht sagen....
Okay, ich mach noch eine Ausnahme. Ich bin passionierte Reiterin und Pferdebesitzerin. Doch typisch weiblich, aber da geht es mir um das Tier und nicht um die verbrachte Zeit mit den anderen (zickigen) Frauen! ;)

Ich kann zu Deinem Problem folgendes sagen: Es ist einfach so, dass wir meist einfach nicht als weibliches, sexuelles Wesen wahrgenommen werden. Wir sind einfach zu sehr Kumpel. Wir wissen uns zu wehren, sind nicht auf den Mund gefallen und das ist etwas, was die meisten Männer nicht als Partnerin suchen. Sie wollen dann doch lieber das Modepüpchen haben, das in ihnen den Beschützerinstinkt weckt.
Meine Frage an Dich: Wie kleidest Du Dich? Eher meist in schwarz (wie das in der "Szene" meist üblich ist) oder auch mal Farbenfroher und figurbetonter. Ich weiß, dass das mit ein paar Kilos zu viel nicht so einfach ist, aber man kann da doch ganz nett tricksen..
Ich für mich habe feststellen dürfen, dass sich das Bild der Männer von einem doch ändert, wenn man sich auch etwas fraulicher kleidet. Klar, man darf sich selbst damit nicht verbiegen und muss sich noch immer wohl fühlen, aber wir wollen ja auch als Frau wahrgenommen werden, oder nicht?
Ich habe das vor allem im Beruf gemerkt. Die Blicke meiner Kollegen haben sich verändert als ich anfing mich wesentlich figurbetonter und so etwas anzuziehen. Sie fingen an mich mehr 'wahrzunehmen'.

Nun gut, vielleicht war es trotzdem pures Glück und Zufall, dass ich meinen Partner dann übers Internet kennengelernt habe. Ich drück Dir die Daumen, dass Du bald auch dieses Glück hast!

Viele Spaß noch hier im Forum!

silverwolf

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Das größte Geschenk, das wir einander machen können, ist die Freundschaft.
Sie ist eine Tür zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, sie klemmt hin und wieder, aber sie ist nie verschlossen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 09:35 
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silverwolf hat geschrieben:
Ich kann zu Deinem Problem folgendes sagen: Es ist einfach so, dass wir meist einfach nicht als weibliches, sexuelles Wesen wahrgenommen werden. Wir sind einfach zu sehr Kumpel. Wir wissen uns zu wehren, sind nicht auf den Mund gefallen und das ist etwas, was die meisten Männer nicht als Partnerin suchen. Sie wollen dann doch lieber das Modepüpchen haben, das in ihnen den Beschützerinstinkt weckt.


Schön, dass du das erwähnst. Den Beschützerinstikt wecken bei Männern kleine, zierliche Frauen. Da wirke ich daneben mit meinen 173cm und 30 kg Übergewicht etwas klobig. Es sind viele Leute der Meinung ich wäre ohnehin so stark und brauche niemanden, der auf mich aufpasst. Aber tief drinnen bin auch ich nur eine Frau, die sich eine starke Schulter zum Anlehnen wünscht und einen Beschützer, der sie einfach nur in den Arm nimmt, wenn es denn sein muss...

Das geht auch so weit, dass ich öfter mal in diversen Situationen (die sind vielfältig) von Männern die ich gar nicht kenne rüde angerempelt oder beschimpft werde, wo ich mir dann teilweise denke: "Hilfe, würdest du mit einer zierlichen Frau auch so umgehen?"

silverwolf hat geschrieben:
Meine Frage an Dich: Wie kleidest Du Dich? Eher meist in schwarz (wie das in der "Szene" meist üblich ist) oder auch mal Farbenfroher und figurbetonter. Ich weiß, dass das mit ein paar Kilos zu viel nicht so einfach ist, aber man kann da doch ganz nett tricksen..
Ich für mich habe feststellen dürfen, dass sich das Bild der Männer von einem doch ändert, wenn man sich auch etwas fraulicher kleidet. Klar, man darf sich selbst damit nicht verbiegen und muss sich noch immer wohl fühlen, aber wir wollen ja auch als Frau wahrgenommen werden, oder nicht?
Ich habe das vor allem im Beruf gemerkt. Die Blicke meiner Kollegen haben sich verändert als ich anfing mich wesentlich figurbetonter und so etwas anzuziehen. Sie fingen an mich mehr 'wahrzunehmen'.


Privat eher schwarz, ja. Aber ich glaube nicht, dass ich dadurch melancholisch oder depressiv wirke. So sind wir Metalhörer nicht und ich bin überhaupt jemand, der gerne lacht. :)
In der Arbeit kleide ich mich aber ganz anders, durchaus auch in Farbe. Ich habe einen Job bei dem ich mich viel unter Menschen befinde, muss also immer "seriös" wirken, das geht mit meinen Metalklamotten schlecht. ;)
Figurbetont - nein. Muss auch nicht sein wenn man einen Körper wie ich hat. Und die paar Situationen wo das dann doch so war (Abschlussball, etc...) waren mir extrem unangenehm.

Dankeschön für die aufmunternden Worte! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 10:02 
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Lumi hat geschrieben:
Schön, dass du das erwähnst. Den Beschützerinstikt wecken bei Männern kleine, zierliche Frauen. Da wirke ich daneben mit meinen 173cm und 30 kg Übergewicht etwas klobig. Es sind viele Leute der Meinung ich wäre ohnehin so stark und brauche niemanden, der auf mich aufpasst. Aber tief drinnen bin auch ich nur eine Frau, die sich eine starke Schulter zum Anlehnen wünscht und einen Beschützer, der sie einfach nur in den Arm nimmt, wenn es denn sein muss...

Das geht auch so weit, dass ich öfter mal in diversen Situationen (die sind vielfältig) von Männern die ich gar nicht kenne rüde angerempelt oder beschimpft werde, wo ich mir dann teilweise denke: "Hilfe, würdest du mit einer zierlichen Frau auch so umgehen?"


Das kenne ich auch so. Ich bin eine starke Persönlichkeit, dennoch brauche ich auch eine Schulter zum Anlehnen. So wie mein Partner das ja auch von mir möchte. Aber einige Bekannten meinten, sie verstehen gar nicht, wieso ich jemanden auf Augenhöhe haben möchte...
Aber mittlerweile weiß ich auch, dass gerade die Gespräche mit dem Partner wichtig sind, um Ängste, Gefühle und Hoffnungen mit jemanden zu teilen! Und natürlich geht nichts darüber einfach in schweren Momenten vom jemanden in den Arm genommen zu werden bzw. genommen zu werden. Diese Erfahrungen können nicht mal durch guten Sex ausgeglichen werden.
Und ich glaube nicht, dass diese Männer bei den Frauen nicht so wären. Oder wenn dann würden sie sich sofort entschuldigen und sie versuchen auf nen Kaffee einzuladen. That's life! Es ist leider hart und ungerecht.

Lumi hat geschrieben:
Privat eher schwarz, ja. Aber ich glaube nicht, dass ich dadurch melancholisch oder depressiv wirke. So sind wir Metalhörer nicht und ich bin überhaupt jemand, der gerne lacht. :)
In der Arbeit kleide ich mich aber ganz anders, durchaus auch in Farbe. Ich habe einen Job bei dem ich mich viel unter Menschen befinde, muss also immer "seriös" wirken, das geht mit meinen Metalklamotten schlecht. ;)
Figurbetont - nein. Muss auch nicht sein wenn man einen Körper wie ich hat. Und die paar Situationen wo das dann doch so war (Abschlussball, etc...) waren mir extrem unangenehm.


Man muss sich in den Sachen dann schon wohl fühlen. Ich habe eine gute Freundin, auch jemand der gerne Metal hört und sich auch dementsprechend kleidet. Sie hat auch einige Kilos zu viel (sind bestimmt mehr als 30...) und naja, jedes Mal wenn ich sie sehe, finde ich einfach nur, dass sie nicht gut aussieht. Die T-Shirts hängen an ihr wie ein Sack und ich finde sie könnte mehr aus sich machen. Nicht nur Abnehmen meine ich damit. Sich auch anders Kleiden, so dass die Ausstrahlung eine andere wird. Denn ich glaube auch das Verändert die Chancen bei den Männern.
Sie wird im Übrigen auch nie von den Männern wahrgenommen und ist immer nur der beste Kumpel mit dem man viel Spaß haben kann...
Es ist schon ein ziemlich doofes Problem, denn das alles gehört ja zu einem selbst und man möchte sichi für einen potentiellen Partner ja auch nicht komplett verbiegen. Aber ich glaube man muss es trotzdem schaffen, dass man von den Männern als weibliches Wesen wahrgenommen wird. Wie man das aber hinbekommt, ist so ne Sache, die ich leider nicht beantworten kann...

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Das größte Geschenk, das wir einander machen können, ist die Freundschaft.
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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 10:11 
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Und den hier finde ich persönlich am schlimmsten:
„Wenn man als Frau Sex haben will kann man den immer haben!“
Nein, leider nicht. Ich hatte Anfang 20 die verzweifelte Phase wo ich Männer in meinem Umfeld direkt GEFRAGT habe ob sie mit mir schlafen würden... Meine Lieblingsantwort damals war: „Aber du bist eine Jungfrau, ich kann nicht mit dir schlafen!“ Und wie wird man dann Nicht-Jungfrau, häh?

Ich bin absolut nicht prüde, rede sehr offen über Sexualität und habe auch konkrete Vorstellungen davon, welche sexuellen Vorlieben ich habe. Ich halte mich selber eigentlich für einen SEHR sexuellen Menschen und würde am liebsten täglich Sex haben (ja, das schlägt sich leider auch in der Masturbationshäufigkeit nieder). Auch was das betrifft bin ich wohl eher typisch männlich. Natürlich fehlen mir auch die anderen Aspekte einer Beziehung sehr, aber die Tatsache nie Sex zu haben wird immer dominanter und fast unerträglich. Manchmal reagiere ich auch richtig aggressiv auf absolute Nichtigkeiten, was ich auch oft auf meine Sexlosigkeit zurückführe. Zumindest von Männern die lange Zeit keinen Sex hatten wird das immer wieder berichtet.


Das erscheint mir allerdings sehr unglaubwürdig. Da es dir um primär um Sex geht: Ein kostenloses Kontaktgesuch auf einer der großen Erotik-Kontaktseiten und du hast in 3 Tagen 150 männliche seriöse Nachfrage mit Bild zum Aussuchen.


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m13ab hat geschrieben:
Da es dir um primär um Sex geht:


Absurde Unterstellung, die kommentiere ich gar nicht erst.

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Auch von mir erstmal herzlich willkommen!

Lumi hat geschrieben:
m13ab hat geschrieben:
Da es dir um primär um Sex geht:


Absurde Unterstellung, die kommentiere ich gar nicht erst.


Ersetze "Da" durch "Wenn" und schon passts einigermassen. Wobei selbst das mit deutlichem Uebergewicht nicht so einfach sein duerfte ..

Ich denke du setzt an der richtigen Stelle an. Denn weiblich wirst du so oder so wahr genommen, die Frage ist aber ob weiblich-ATTRAKTIV. Und da haengt nunmalsehr viel an der Figur. Sprich deutliches Uebergewicht ist da wohl einer der groessten Gruende fuer Unattraktivitaet. So gesehen macht du es richtig, vor allem auch weil du dir sagst, ich mache das FUER MICH! Nicht um einen Partner zu finden, nicht weil mich andere dann fuer huebscher halten, sondern weil es MIR mit weniger Kilos besser geht. Und da ich aus deinem sonstigen Texten nicht viel rauslesen kann, an was es sonst liegen koennte, hoffe ich, dass du mit etwas weniger Gewicht mehr Erfolg haben wirst!
Und genau das wuensche ich dir!


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 10:39 
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Ich halte mich selber eigentlich für einen SEHR sexuellen Menschen und würde am liebsten täglich Sex haben (ja, das schlägt sich leider auch in der Masturbationshäufigkeit nieder). Auch was das betrifft bin ich wohl eher typisch männlich. Natürlich fehlen mir auch die anderen Aspekte einer Beziehung sehr, aber die Tatsache nie Sex zu haben wird immer dominanter und fast unerträglich.


Wo ist dann in meiner Aussage eine Unterstellung ?

Wenn du etwas willst, musst du auch konsequent und nicht widersprüchlich sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
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Willkommen Lumi!

m13ab hat geschrieben:
Da es dir um primär um Sex geht: Ein kostenloses Kontaktgesuch auf einer der großen Erotik-Kontaktseiten und du hast in 3 Tagen 150 männliche seriöse Nachfrage mit Bild zum Aussuchen.


Das glaubst Du, dem ist aber nicht so. (Ok, vielleicht bin ich auch nicht auf einer "der" großen Seiten, keine Ahnung.)


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BeitragVerfasst: 04.02.2011, 11:03 
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m13ab hat geschrieben:
Zitat:
Ich halte mich selber eigentlich für einen SEHR sexuellen Menschen und würde am liebsten täglich Sex haben (ja, das schlägt sich leider auch in der Masturbationshäufigkeit nieder). Auch was das betrifft bin ich wohl eher typisch männlich. Natürlich fehlen mir auch die anderen Aspekte einer Beziehung sehr, aber die Tatsache nie Sex zu haben wird immer dominanter und fast unerträglich.


Wo ist dann in meiner Aussage eine Unterstellung ?

Wenn du etwas willst, musst du auch konsequent und nicht widersprüchlich sein.


Die Unterstellung ist, dass dein Satz den Eindruck macht es ginge ihr nur um Sex. Und dass dem nicht so ist steht schon oben in dem von dir zitierten Text ;)


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silverwolf hat geschrieben:
Ich kann zu Deinem Problem folgendes sagen: Es ist einfach so, dass wir meist einfach nicht als weibliches, sexuelles Wesen wahrgenommen werden. Wir sind einfach zu sehr Kumpel. Wir wissen uns zu wehren, sind nicht auf den Mund gefallen und das ist etwas, was die meisten Männer nicht als Partnerin suchen. Sie wollen dann doch lieber das Modepüpchen haben, das in ihnen den Beschützerinstinkt weckt.


Ich glaub ein bisschen Beschützerinstinkt ist nie verkehrt, aber mir wär im großen und ganzen schon eine Frau lieber die Frau ist. Wenn ich mich schon fürchten muss, daß sie einen blauen Fleck bekommt wenn ich sie zart an der Hand nehme, oder einen Heulkrampf wenn mal der Nagellack absplittert (und Gott bewahre sie vielleicht irgendwas machen soll bei dem das passieren könnte) dann dreht sich mir schon der Magen um.

Aber wenn auf mich schon nicht die durchschnittlichen Frauen der Gesellschaft stehen, warum sollte ich im Gegenzug auf die durchschnittlichen Frauen der Gesellschaft stehen? Frag sich nur wo meine Randgruppe ist *seufz*

Ach ja, bevor ichs noch vergess, alles Gute und herzlich Willkommen im Forum, liebe Lumi.

_________________
Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.
-- Anaïs Nin


Zuletzt geändert von silverwolf am 04.02.2011, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
Die Zitatstelle stammte nicht von Lumi ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lebensgeschichte einer "Neuen"
BeitragVerfasst: 04.02.2011, 12:00 
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felissilvestris hat geschrieben:
silverwolf hat geschrieben:
.. Sie wollen dann doch lieber das Modepüpchen haben, das in ihnen den Beschützerinstinkt weckt.


Ich glaub ein bisschen Beschützerinstinkt ist nie verkehrt, ..



Ich will nur das mal aufgreifen.
Ja ich bin derselben Meinung, ein bisschen auf Beschuetzerinstinkt hin spielen ist nie verkehrt. Und ich sage extra SPIELEN! Weil Beziehungsanbahnung ein Spiel ist! Kaum jemand gibt sich da so wie er/sie wirklich ist! (Vielleicht abgesehen von ein paar ABs ;; ). Sprich ist es denn wirklich so ein Problem wenn Frau ein wenig die Beschuetzerinstikte des Mannes anregt indem sie sich etwas kleiner und hilfloser gibt als sie wirklich ist? Und wenn umgekehrt Mann ein bisschen mehr den selbstbewussten Macher spielt als er wirklich ist? Das gehoert fuer mich einfach dazu am Anfang. "Ehrlicher" kann man dann werden wenn am Anfang der Beziehung dann versucht sich aneinander anzupassen ..


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