Ein herzliches Hallo an alle Forumsmitglieder

Nachdem ich nun schon seit einiger Zeit als passiver Forumleser herumgeistere (und mächtig froh bin, dass es dieses Forum gibt), möchte ich mich nun einmal aktiv einbringen und mich vorstellen:
Ich bin derzeit 29, wohne in Wien und gehöre ebenso zu den Unberührten.
Ich habe Informatik studiert, bin seit fast 2 Jahren selbständig und arbeite unter Anderem als IT-Trainer. Ich liebe es, mit Menschen zu kommunizieren und zu interagieren. Ich habe also keine sozialen Ängste oder dergleichen - zumindest beruflich. (Selbst bei Kundinnen komme ich eigentlich gut an - auch hier zumindest beruflich)
Musik gehört zu meiner großen Leidenschaft - ich spiele in 3 Bands - mit einer Rockformation haben wir sogar recht regelmäßig Auftritte. (Kann deswegen zumindest die Aussage widerlegen, dass man als Rockmusiker leichtes Spiel bei Frauen hätte) Für mich ist das Spielen eines Insruments, das beste Mittel, meine Emotionen zu verarbeiten, aber auch auszudrücken.
Ich hatte bis zum Alter von ca. 19 Jahren eigentlich kein wirkliches Bedürfnis nach einer Beziehung. Ich war in der Schule eher ein Aussenseiter, ging aber - während andere eben die ersten Experimente in Sachen Beziehung machten - leidenschaftlich diversen Hobbies nach. Später fand ich durchs Musikmachen sozialen Anschluss und war froh, danach einen relativ großen Freundeskreis mit Burschen UND Mädchen zu besitzen. Jedoch war das Thema Beziehung auch in diesen Kreisen (noch) kein Thema.
Dennoch bekam ich - seit meinem 14. Lebensjahr - ein paar sehr harte Abfuhren und da ich mich als ziemlich sensibel einschätze, hatte ich den Eindruck, dass das ziemlich geprägt hat. Mit ca. 22 Jahren fiel mir dann erstmals bewusst mein AB-tum auf, und dass ich mich mit dem Einreden "Na, vielleicht bin ich ein Spätzünder" nicht wirklich trösten konnte.
Ich blieb bis jetzt Beziehungslos und bekamm keine Chance auf sexuelle Erfahrungen und dergleichem. Lange versucht man, eine mögliche Ursache zu finden, zu analysieren und sogar verschiedene Verhaltensweisen auszuprobieren - ohne Erfolg. Seit ca. 2-3 Jahren empfinde ich diesen Defizit nun als als omnipräsente Dauerbelastung. Seitdem ich dieses und andere Foren kenne, geht es mir wieder ein wenig besser - ein tröstendes Gefühl nicht alleine zu sein.
Unlängst habe ich mir das Buch "Unfreiwillig Single" von Wickenhöfer besorgt. In dieser soziologischen Studie nannte man als mögliche Ursache u.a eine problematische Beziehung zum Elternhaus und/oder Misserfolge im Beruf, wegen mangelndem Selbstwertgefühl. Beides war/ist bei mir nicht der Fall. Ich habe ein sehr gutes und liebenswertes Verhältnis zu meinen Eltern und Familie und habe durchaus Glück/Erfolge im Beruf. Oft denke ich mir dabei: "Na vielleicht ist es sowas wie ausgleichende Gerechtigkeit - gewisse Dinge sind einem dadurch offsichtlich einfach nicht vergönnt". Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich immer mehr unter der Beziehungslosigkeit leide und dass es anfängt, in die anderen Lebensbereiche negativ hineinzuwirken. Ich habe in vielen Lebens-Bereichen (erfolgreich) zu kämpfen gelernt, aber was Partnerfindung angeht habe ich das Gefühl - egal was ich probiere - ich versage sowieso und immer mehr.
Ich würde mich freuen, vielleicht mit ein paar von euch (so es die Geografie zulässt) persönlich in Kontakt zu treten, zwecks Gedankenaustausch, Gemeinsam-"Sudern" oder gar um mögliche Lösungen zu evaluieren etc...
Ansonsten wollte ich euch für die wertvollen Forumbeiträge danken, in deren geschilderten Situationen ich mich immer mehr wiederfinde. DANKE, dass es euch gibt!
lg.
derealized