http://www.vox.de/magazine_2379.php?artikel_id=1194009Hans Heinz aus Düsseldorf, 53 Jahre, begibt sich auf Liebesfahrt nach Osten. Den Kontakt zu den Damen hat er gegen Gebühr übers Internet geknüpft, die Treffen in der Ukraine hat er selbst organisiert. Etwa 450 Euro investiert er in ein Dating-Wochenende, an dem er drei Kandidatinnen trifft, die seinen Traum von einer schönen, sinnlichen und fürsorglichen Frau erfüllen sollen. Was alle drei nicht wissen: Hans Heinz hat sich in seinem Profil um zehn Jahre jünger gemacht, weil er sich so fühlt, sagt er. Angenehmer Nebeneffekt: Er spricht eine deutlich jüngere Zielgruppe an. Mit Champagnerflasche und betont guter Laune versucht er seine Favoritin Victoria, 30 Jahre, für sich zu gewinnen. Die junge Ukrainerin scheint nicht abgeneigt, bis ihr Hans Heinz sein wahres Alter gesteht. Plötzlich ist die Flirtlaune deutlich abgekühlt. Doch Hans Heinz hat ja noch zwei Alternativen in der Hinterhand: die freizügige Studentin Anna (26) und die Graphikerin Viktoria (39). Wie sich jedoch herausstellt, beherrschen auch die ukrainischen Frauen das Spiel mit den virtuellen und realen Identitäten.
Ralf kommt aus einer Kleinstadt in Deutschland und lebt noch im Haus seiner Eltern. Bisher konnte der 42-jährige Arbeitslose keine Frau für sich gewinnen. Jetzt will er das mit Hilfe einer Partnervermittlungsagentur ändern - in St. Petersburg. Er reist mit großen Hoffnungen und vermeintlich großzügigen Geschenken im Gepäck an. Dann beginnt das Speed-Dating in russischem Tempo - drei Frauen in 48 Stunden - jedes Treffen kostet 35 Euro extra. Für behutsame Annäherungsversuche ist keine Zeit, Ralf muss sofort seine Schüchternheit ablegen. Schon die erste Kandidatin fordert ihn zu orientalischem Bauchtanz auf, die zweite versucht ihn mit Klaviermusik und Gesang zu beeindrucken und Dame Nr. 3 scheint auf ganz natürliche Art genau sein Fall zu sein. Siegessicher überreicht Ralf Elena ein Geschenk mit ganz persönlicher Note: eine Packung Pralinen, verziert mit seinem Passfoto. Elena reagiert prompt - nur nicht so wie es sich der Sauerländer erhofft hatte.