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UEberwiegend dummes Gelaber von Flachpfeifen
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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 27.06.2014, 17:01 
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Ich bin...: auf der Suche nach Partnerschaft + Freundschaft
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Die Erfahrung, die man macht, wird dabei entscheidend sein. Bekommt man 99 Körbe, ist man normalerweise geknickt und hat keine Lust mehr auf den 100. Versuch. Deshalb steige ich da langsam ein. Frage z.B. hübsche Frauen nach dem Weg, obwohl ich ihn kenne und gucke wie sie reagieren. Eine hat gelächelt und war recht offen. Eine andere war verschlossen, da wollte man auch nicht länger stören. Wieso ich das mache, weiß ich eigentlich nicht. Ich will einfach dreister und frecher sein. Und zu guter Letzt weiß man auch nie wie sich so ein Dialog entwickelt.
Aber wie gesagt: Kalt eine unbekannte Frau anmachen, werde ich nie. Ich werde mir einen Freundeskreis aufbauen und dann darüber es versuchen. So wie es normale Menschen auch machen. So gut wie alle Pärchen kennen sich über SB, die Arbeit oder Freunde von Freunde. SB ist nichts für mich, da sehr oberflächlich und unpersönlich. Also bleiben noch die anderen Wege.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 27.06.2014, 17:01 


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 27.06.2014, 18:21 
Lion hat geschrieben:
*träneverdrück*

ENDLICH beschäftigt sich mal jemand mit dem, was ich seit Jahren versuche, in die AB-Szene einzubringen.

Hmmm,
<ironie>
Als ich damals versucht habe diese Meinung zu erläutern kam eigentlich sofort immer die selfmade AB-Experten Fraktion auf den Plan, die einem erklärte dass man als MAB eigentlich nie selbst in Schuld ist (ausser man ist auf der Kumpelschiene, daran ist man natürlich selbst schuld) und dass zum AB-sein zwingend das Leiden und die Ablehnung durch die Frauenwelt gehört obwohl man sich stets und dauernd bemüht.
</ironie>
Nein, ich denke wirklich dass dieser Grund bei einem Großteil der AB, egal ob männlich oder weiblich, wirklich der Grund ist. Das sieht auch auch daran, dass bei vielen dann der Knoten platzt und sie vielleicht nicht zum Alpha werden, der jeden Abend einen andere abschleppt (das ist meiner Meinung nach sowie ein ganz anderes Problem :twisted: ) aber dann doch in relativ stabilen Beziehungen leben.

Zitat:
"Mich hässlicher Kerl will keine Frau" ist eine Ausprägung des AB-Ur-Grundes: (Unbewußt) tief verankerte Annahme, nicht als Partner in Frage zu kommen.

Insbesondere da viele die sich als potthässlich bezeichnen eigentlich meist gut im Durchschnitt liegen und als normal bezeichnet werden sollten. Manche könnten allerdings an ihrem Outfit arbeiten, nicht umsonst gibt es den Begriff des typischen "MAB-Pullovers" ;-)

Zitat:
a) Ängste, eine Partnerschaft nicht meistern zu können, damit überfordert zu sein, Fehler zu machen.
b) Tief verankerte Annahme, nicht (für andere) als Partner in Frage zu kommen. Man wäre quasi eine Art "Zumutung". Dies kann auf das Aussehen bezogen sein, muß aber nicht. Man sortiert sich geistig selbst aus der Angebotspalette, wie ein Kaufmann seine Ladenhüter.

Das sehe ich auch so.

Was sagt eigentlich die AB-Fachliteratur (Rödenbeck / Hoffman) dazu ?


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 27.06.2014, 22:52 
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HenryLee hat geschrieben:

Zitat:
a) Ängste, eine Partnerschaft nicht meistern zu können, damit überfordert zu sein, Fehler zu machen.
b) Tief verankerte Annahme, nicht (für andere) als Partner in Frage zu kommen. Man wäre quasi eine Art "Zumutung". Dies kann auf das Aussehen bezogen sein, muß aber nicht. Man sortiert sich geistig selbst aus der Angebotspalette, wie ein Kaufmann seine Ladenhüter.


Das halte ich für eine überzogene Fehlinterpretation des typischen AB-Gejammers.


Zitat:
Was sagt eigentlich die AB-Fachliteratur (Rödenbeck / Hoffman) dazu ?

Ich bevorzuge unfreiwillig-single von Olaf Wickenhöfer, tectum-verlag

Zitat:
Somit verwundert es auch überhaupt nicht, wenn es einen Sturm der Entrüstung gibt, wenn die Psychologin im Film "Love Alien" zu Huke sagt: "Wenn sie keine Partnerin haben, dann wollen sie auch keine". Weil einfach nicht kapiert wird, was sie damit zum Ausdruck bringt.

So sagen Experten durch die Blume: Deine Ansprüche sind zu hoch.
Aber ihr dürft das gerne anders interpretieren. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 28.06.2014, 13:16 
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uhu2163 hat geschrieben:
HenryLee hat geschrieben:

Zitat:
a) Ängste, eine Partnerschaft nicht meistern zu können, damit überfordert zu sein, Fehler zu machen.
b) Tief verankerte Annahme, nicht (für andere) als Partner in Frage zu kommen. Man wäre quasi eine Art "Zumutung". Dies kann auf das Aussehen bezogen sein, muß aber nicht. Man sortiert sich geistig selbst aus der Angebotspalette, wie ein Kaufmann seine Ladenhüter.


Das halte ich für eine überzogene Fehlinterpretation des typischen AB-Gejammers.


Was siehst Du denn als (Ur-)Gründe?

Und ja: Das Gejammer resultiert sehr wahrscheinlich auch aus diesen Punkten. Aber das macht -aus meiner Sicht- die Erkenntnis über die wirklichen Ursachen nicht weniger wichtig.

Anstatt ein "mich mag niemand" (Gejammer) würde ein "ich qualifiziere mich selbst ab und sollte danach suchen, warum ich das tue" (ich halte mich als Partner für nicht in Frage kommend) draus.



Zitat:
Zitat:
Somit verwundert es auch überhaupt nicht, wenn es einen Sturm der Entrüstung gibt, wenn die Psychologin im Film "Love Alien" zu Huke sagt: "Wenn sie keine Partnerin haben, dann wollen sie auch keine". Weil einfach nicht kapiert wird, was sie damit zum Ausdruck bringt.

So sagen Experten durch die Blume: Deine Ansprüche sind zu hoch.
Aber ihr dürft das gerne anders interpretieren. :mrgreen:


Was ich auch tun werde.

Deine Interpretation halte ich für nicht richtig. Da paßt das Gesagte nicht zur Interpretation. Unbewußte Abwehr von möglichen Partnerschaften resultiert aus der Angst vor einer eingenen Unfähigkeit/Unzulänglichkeit. Nicht aus dem Grund, dass einem das Gegenüber nicht gut genug wäre. Ich denke, das würde sich direkter zeigen und man würde es erst gar nicht versuchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 28.06.2014, 15:08 
@uhu:
Du liegst falsch.
Es sei denn, du möchtest der gesamten Psychobranche kollektive Verlogenheit unterstellen. (Oder Dummheit, was aber in diesem Fall nur den selben blinden Fleck bei dir offenbaren würde.)

Die von Lion erwähnten Punkte sind praktisch aus dem Grundlagen-Lehrbuch.


Glaub's ruhig.


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 01.07.2014, 19:49 
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ok, da blubbert bei mir heute auch einiges aus dem Kopf an Gedanken aus den letzten Jahren hier... ich schreibs einfach mal so runter...

also, ich bin überhaupt nicht überzeugt von diesen psychologischen Weisheiten a la: „wer einen Partner will, bekommt auch einen...“ erstens weil es unverschämt und verletzend ist, wenn die jahrelange verzweifelte Suche eines ABs so von oben herab abgetan wird - hier wiederum, als würde ER lügen: „Sie wollen ja in Wahrheit nur nicht - und vergeuden hier meine Zeit!“ – und das am besten von einer attraktiven, erfolgreichen Psychologin, die solche Probleme nie hatte. Jemandem verbal den Beziehungswunsch abzusprechen ist schon heftig.

Zweitens aber auch wegen der großen Zahl von Ex-ABs und Ex-Dauersingles, die sich dann von einem Moment zum anderen in einer glücklichen Beziehung befinden, in der es einfach gepasst hat und alle Punkte, die man bis dahin als Hindernisse im Verdacht hatte, plötzlich überhaupt keine Rolle gespielt haben, auch nicht die sich selbst oder von anderen bis dahin immer unterstellte „Angst vor Nähe“.
Diese Unterstellung ist trivial und naheliegend, und umso mehr beleidigend und irreführend, besonders wenn sich nach Jahren doch eine Beziehung ergibt und sich herausstellt, dass man gar keine Angst vor Nähe oder Beziehung hatte - oder zumindest nicht mehr als die meisten Menschen.

„Dauersingles“ deswegen, weil man oft vergisst, dass die Welt nicht aus ABs und Normalos besteht, sondern dass es unter anderem Massen von verzweifelten Langzeitsingles gibt, die jahrelang keine Hoffnung mehr auf eine Beziehung haben, obwohl sie eine „normale“ Jugend und auch mehrere Beziehungen hatten - und es die überwiegende Zahl der Menschen als besonderes Glück ansieht, einen Partner für eine dauerhafte Beziehung zu finden! Besonders leicht bei der Partnerfindung tun sich nur wenige, und in einer Beziehung noch viel weniger... soo viel an Pech und Problemen muss nicht dazukommen, dass es dann gar nicht klappt. Nur ABs denken, es müsste leicht sein, weil es ja bei ALLEN anderen geklappt hat.

Tatsächlich gibt es aber offensichtliche Vermeidungsstrategien, für meine Begriffe auch der genannte AB-typische Kleidungsstil, auch die Abneigung gegenüber Styling: „wer mich so nicht will, hat mich nicht verdient...“ oder jammern, aber das Haus nicht verlassen, etc....
Diese Vermeidungsstrategien richten sich aber, würde ich sagen, nicht gegen Beziehung oder Nähe generell "Sie wollen ja nur nicht!", sondern bei gleichzeitig verzweifelter Suche gegen bestimmte Einzelaspekte von Beziehung: Angst, dass die gegenseitige Attraktivität nicht von Dauer ist (Betonung von Äußerlichkeiten, Anspruchs-AB), Angst vor bestimmten Beziehungsproblemen (vor Dominanz der Frau oder Gewalt, schlechte Erfahrungen mit den Eltern), und dabei jeweils die Angst, in einer schlechten Beziehung gefangen zu sein oder verletzt zu werden – und das alles aus der Außensicht von jemandem, der reale Beziehung nicht erlebt hat. Es gibt ein breites Spektrum von Sorgen, vermuteten Problemen, Vorbehalten gegenüber Beziehung, die auf einem ebenso breiten Spektrum von Ursachen und negativen Erfahrungen beruhen.

Mein Favorit der psychischen Ursachen ist dabei nicht die „Angst vor Nähe“, sondern SCHAM, als Folge von erfahrener Dominanz oder Demütigung (durch Mutter, Vater, Mobbing, körperlichem oder psychischem Missbrauch, etc.). Auch Überbehütung, wie angeblich gehäuft bei ABs vorkommend, würde in diese Richtung passen...
Trotzdem sind diese innerpsychischen Gründe für mich nicht zwingend DIE zentrale Ursache des AB-Tums. Am Anfang meiner Forenzeit habe ich einige Zeit versucht, einen solchen generellen Grund zu finden, der auch auf mich zutrifft, weil bei mir aus meiner damaligen Sicht so viele mögliche Ursachen in Frage gekommen sind, dass ich gedacht hab, wenn ich aus diesen Ursachen DIE eine Entscheidende finde, kann ich gezielt was dagegen tun. Inzwischen glaube ich, dass es eher die Kombination MEHRER Ursachen ist, die zum AB-Tum führt. Immer werden die Gegenbeispiele angeführt: ich kenn einen, der sitzt im Rollstuhl und hat eine Frau, oder ist übergewichtig, oder Hartz IV, oder schaut euch mal die Leute in der Fußgängerzone an....

Aber: ein Problem kann ausgeglichen werden, es gibt immer jemanden, den genau dieses Problem nicht stört – NUR wenn mehrere Probleme aufeinandertreffen, kann es immer unwahrscheinlicher werden, jemanden zu finden, mit dem man trotzdem zusammenpasst...
Das ist eigentlich auch meine Theorie für „Neurosen“ im Allgemeinen: der Mensch kann sehr lange ein normales Leben führen trotz verschiedener Blockaden, die er hat: bestimmte Komplexe, Ängste, Abneigungen. Er richtet sich damit ein, arrangiert sich, führt vielleicht ein unkonventionelles Leben mit verschiedenen Schrullen. Erst wenn eine Anzahl oder Kombination von Hemmnissen erreicht ist, die es ihm unmöglich macht, in einer bestimmten Situation oder einer generellen Lebensfrage überhaupt irgendeine Lösung zu finden, entsteht Krankheit. Wie ein Gewässer, bei dem alle Abflüsse blockiert sind...

Nachdem ich die Suche nach der „globalen Ursache“ aufgegeben habe, haben mich im Forum nur noch die zwischenmenschlichen Kontakte und Treffen interessiert (und allenfalls noch die skurrilen menschlichen Interaktionen im Forum selbst), und das war auch gut so. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich schon vorher und außerhalb des Forums intensivste Selbstdurchforschung betrieben habe, die an den Fakten aber nicht viel geändert hat. Was nicht heißen soll, dass Erkenntnis der eigenen psychischen Mechanismen nicht generell eine gute Grundlage ist, aber die Lösung bringt sie halt oft auch nicht ... der alte Streit zwischen Analyse und Verhaltenstherapie.
Selbst wenn es eine „globale Ursache“ gäbe, wäre die Lösung, denke ich, für die meisten nicht die Erkenntnis dieser Ursache, sondern etwas anders zu machen, also zwischenmenschliche Erfahrungen und Kontakte zu sammeln. Also im Normalfall doch eher „geh mal raus“. Selbst bei denen, die allein nach Forumsaustausch erfolgreich waren, würde ich vermuten, dass es mehr die Austauscherfahrung als die intellektuelle Erkenntnis war, die eine Veränderung bewirkt hat.

Darum finde ich die Freizeit-Bereiche im Forum mindestens genauso wichtig wie den AB-Theorien-Austausch, der eh meistens in die falsche Richtung geht:
schriftliche Diskussionen sind oft polarisierend und führen statt zum Umdenken eher zum Beharren auf dem eigenen gestörten Weltbild von Benachteiligung und Ansprüchen – dagegen ist mir in mehreren Jahren im Forum so gut wie nie das Wort Liebe untergekommen, von dem man eigentlich meinen sollte, dass es ein zentrales Wort in Bezug auf Beziehung ist ... aber Liebe lässt sich halt schwer her therapieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 01.07.2014, 20:44 
Sehr schöner Beitrag -dito-


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 01.07.2014, 22:38 
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Dara hat geschrieben:
Inzwischen glaube ich, dass es eher die Kombination MEHRER Ursachen ist, die zum AB-Tum führt.


So sehe ich das auch.


(Ich schreib's nur hin, um einem unbestimmten Verdacht vorzubeugen, ich würde das anders sehen)

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 01:33 
Dara hat geschrieben:
also, ich bin überhaupt nicht überzeugt von diesen psychologischen Weisheiten a la: „wer einen Partner will, bekommt auch einen...“ erstens weil es unverschämt und verletzend ist, wenn die jahrelange verzweifelte Suche eines ABs so von oben herab abgetan wird - hier wiederum, als würde ER lügen: „Sie wollen ja in Wahrheit nur nicht - und vergeuden hier meine Zeit!“
DAS (dein erstes "Zitat") hat sie nicht gesagt und (dein zweites "Zitat" nicht gemeint.

Ein Problem könnte sein, dass ein Fundament einer Therapie die persönliche Beziehung zwischen Therapeuten und Klienten ist. Das schafft Kontext. Dieses Fundament wird schon im Film nicht deutlich, geschweige hier in einer schriftlichen Wiedergabe über zwei Ecken.
Was aber deutlich ist: Sie hat was anderes gesagt, als du zum Ausgangspunkt deiner Kritik nimmst.
– und das am besten von einer attraktiven, erfolgreichen Psychologin, die solche Probleme nie hatte. Jemandem verbal den Beziehungswunsch abzusprechen ist schon heftig.


Und niemand behauptet, es müsste leicht sein. Oder würde bei Normalos in einer Tour klappen. Nur, dass es bei den meisten oft genug im Leben jklappt, so dass sie sich eben nie als AB oder auich nur AB-nahe definieren würden.
Dara hat geschrieben:
Diese Vermeidungsstrategien richten sich aber, würde ich sagen, nicht gegen Beziehung oder Nähe generell "Sie wollen ja nur nicht!", sondern bei gleichzeitig verzweifelter Suche gegen bestimmte Einzelaspekte von Beziehung: Angst, dass die gegenseitige Attraktivität nicht von Dauer ist (Betonung von Äußerlichkeiten, Anspruchs-AB), Angst vor bestimmten Beziehungsproblemen (vor Dominanz der Frau oder Gewalt, schlechte Erfahrungen mit den Eltern), und dabei jeweils die Angst, in einer schlechten Beziehung gefangen zu sein oder verletzt zu werden – und das alles aus der Außensicht von jemandem, der reale Beziehung nicht erlebt hat. Es gibt ein breites Spektrum von Sorgen, vermuteten Problemen, Vorbehalten gegenüber Beziehung, die auf einem ebenso breiten Spektrum von Ursachen und negativen Erfahrungen beruhen.

Mein Favorit der psychischen Ursachen ist dabei nicht die „Angst vor Nähe“, sondern SCHAM, als Folge von erfahrener Dominanz oder Demütigung (durch Mutter, Vater, Mobbing, körperlichem oder psychischem Missbrauch, etc.). Auch Überbehütung, wie angeblich gehäuft bei ABs vorkommend, würde in diese Richtung passen...

Das alles ist richtig. Diese ganzen Aspekte sind aber auch geradezu notwendige Aspekte von Beziehung. Wer vor einem dieser Aspekte so große Angst hat, dass sie Beziehungsaufnahme verhindern, hat Angst vor Beziehung. Man kann sie nämlich nicht ohne haben.
Dara hat geschrieben:
Inzwischen glaube ich, dass es eher die Kombination MEHRER Ursachen ist, die zum AB-Tum führt.
Sowieso. Ich denke, du verwechselst hier die wissenschaftliche (medizinische) Methodik, etwas einzusortieren bzw. mmit einer Diagnose zu versehen, mit dem Auffinden eines Urgrundes. Es geht dabei aber eher um eine Orientierung, die sich erfahrungsgemäß (aus theraoeutischer Sicht) als Ausgangspunkt eignet. Um eine Perspektive, oder Strategie, zu entwickeln, um die Einzelaspekte zunächst mal mit Priorotitäten zu ersehen und dann zielorientiert anzugehen.
Dara hat geschrieben:
Aber: ein Problem kann ausgeglichen werden, es gibt immer jemanden, den genau dieses Problem nicht stört – NUR wenn mehrere Probleme aufeinandertreffen, kann es immer unwahrscheinlicher werden, jemanden zu finden, mit dem man trotzdem zusammenpasst...
Richtig. Deshalb werden die Probleme meist nciht als überwältigender Haufen, sondern schön eins nach dem anderen aufgedröselt. Denn DIESES Problem kann vielleicht beseitigt werden. Dann jenes. Usw. Am Ende steht die Hoffnung, einen Punkt zu finden, an dem es genügt.
Dara hat geschrieben:
Nachdem ich die Suche nach der „globalen Ursache“ aufgegeben habe, haben mich im Forum nur noch die zwischenmenschlichen Kontakte und Treffen interessiert (und allenfalls noch die skurrilen menschlichen Interaktionen im Forum selbst), und das war auch gut so.
Das ist auf jeden Fall keine schlechte Strategie.
Dara hat geschrieben:
schriftliche Diskussionen sind oft polarisierend und führen statt zum Umdenken eher zum Beharren auf dem eigenen gestörten Weltbild von Benachteiligung und Ansprüchen – dagegen ist mir in mehreren Jahren im Forum so gut wie nie das Wort Liebe untergekommen, von dem man eigentlich meinen sollte, dass es ein zentrales Wort in Bezug auf Beziehung ist ... aber Liebe lässt sich halt schwer her therapieren.
Das ist wahr.
Habe neulich einen Satz vom relativ bekannten Therapeuiten Wolfgang Schmidbauer gelesen. Ungefähr so: "Die meisten Ängste schwinden im Handeln." Er hat das zurückgeführt auch Urinstinkte: im Angesicht einer großen Gefahr kann man Wegrennen oder sich ihr zum Kampf stellen. In beiden Fällen sorgt die Entscheidung dafür, dass Angst schwindet, weil die Energie und Aufmerksamkeit fürs Rennen oder Kämpfen gebracuht wird. - Wenn die Gefahr imaginiert ist, kann man natürlich auch ewig vor ihr Angst haben, da sie nie zur Auflösuing bzw, Realisierung kommen muss.
Im Grunde geht es darum, das Verharren aufzulösen. Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Hinterher ist man dann schlauer.

Richtig ist aber auch: manchmal sind die Gegebenheiten so mies, dass man da allein wohl nicht zu Lebzeiten raus kommt. Glücklich,wer dann aufmerksame Freunde/Familie hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 03:34 
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Na sowas. :shock:


Robinson hat geschrieben:
Dara hat geschrieben:
also, ich bin überhaupt nicht überzeugt von diesen psychologischen Weisheiten a la: „wer einen Partner will, bekommt auch einen...“ erstens weil es unverschämt und verletzend ist, wenn die jahrelange verzweifelte Suche eines ABs so von oben herab abgetan wird - hier wiederum, als würde ER lügen: „Sie wollen ja in Wahrheit nur nicht - und vergeuden hier meine Zeit!“


DAS (dein erstes "Zitat") hat sie nicht gesagt und (dein zweites "Zitat" nicht gemeint.

Ein Problem könnte sein, dass ein Fundament einer Therapie die persönliche Beziehung zwischen Therapeuten und Klienten ist. Das schafft Kontext. Dieses Fundament wird schon im Film nicht deutlich, geschweige hier in einer schriftlichen Wiedergabe über zwei Ecken.
Was aber deutlich ist: Sie hat was anderes gesagt, als du zum Ausgangspunkt deiner Kritik nimmst.


Ich habe gestern zwei ähnliche Versionen einer solchen Antwort auf diesen Punkt weggeschmissen. Weil: bringt eh nix. Die Psychologin ist zu nix zu gebrauchen. Außerdem sieht sie gut aus, hatte immer Erfolg und versteht ABs nicht. Fertig, aus.

Das erste "Zitat" ist ein Umkehrschluß einer Aussage der Psychologin, die man unbedingt wortwörtlich verstehen will.

Dass aus einem psychologischen Gespräch eine trivial klingende Aussage ("wenn sie keine Freundin haben, dann wollen sie keine") für bare Münze genommen und als platter Vorwurf verstanden wird ... naja ...

Ein psychologische Therapie muß nicht durchgehend ein Kuschelkurs sein. Der Therapeut / die Therapeutin kann auch durchaus mal provozierend sein, um den Patienten schneller auf "seine Themen" zu bringen. In diesem Fall: unbewußte Selbstsabotage/Vermeidung.

Ich meine sogar, dass Hucke selbst diese "These" der Psychologin im weiteren Film nicht ausschließen wollte. Aber: DAS WILL AB GAR NICHT HÖÖÖÖÖREN. DA WURDE EIN AB IM FILM AUF INFAME WEISE VERLEEEETZT. ENDEEEE.

Diese Sache wird wohl noch als Hucke-Psychologinnen-Gate in die AB-Geschichte eingehen.

Wer schreibt einen "Was nie im AB-Wiki stehen wird"-Artikel dazu?


PS
Ach guck an .... die ganze Sequenz ist im Trailer drin. Und alles wird klar

Ab 00:38 (Ton fängt früher an) http://www.youtube.com/watch?v=jnthFSYjPPE

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 04:05 
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Dara hat geschrieben:
dagegen ist mir in mehreren Jahren im Forum so gut wie nie das Wort Liebe untergekommen, von dem man eigentlich meinen sollte, dass es ein zentrales Wort in Bezug auf Beziehung ist


Das Problemchen ist ja gerade, dass sich Otto-Normal-AB nicht vom positiven Gefühl der Verliebtheit wegtragen läßt und intuitiv einfach macht, was seine Gefühle ihm raten. Ohne Bewertung, ob nun irgendwas "falsch" oder "richtig" ist laut Klischee.

Da liegt eine Menge rational erzeugter, emotionaler Krempel auf diesen Gefühlen und der Intuition.

Daher kommt Liebe nicht vor. Der Urinstinkt ist verschütt gegangen. Das Gerümpel muß erstmal weg.

Wie heißt es bei Depeche Mode da so schön: "There is a radar in my heart ... i should have trusted from the start" (Titel: "Peace")


Zitat:
... aber Liebe lässt sich halt schwer her therapieren.


Die Liebe muß auch nicht therapiert werden. Liebe ist die Arznei.

Jetzt wird's aber zu philosophisch. Ich sollte ins Bett gehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 13:46 
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Sehr guter Thread, der endlich mal über die immer wieder angeführten "fünf güldenen Gs des AB-Tums": Gold Geld Glied Gesicht Größe hinaus sich den tiefergreifenden Ursachen des AB-tums widmet.
Ich war schon immer der Meinung, dass die meisten - gerade männlichen ABs - das Problemfeld viel zu oberflächlich betrachten und stärker die innerpsychischen Dynamiken ihres Ab-tums reflektieren müssten.

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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 21:29 
Das Kind benötigt einen Namen, bis auf weiteres nenne ich es einmal AB-Urgrund.

Ich denke mal ein Hauptproblem ist es dann auch, dass sich dieser Grund im Laufe der Zeit auch immer wieder von selbst verstärkt (ich bin nicht gut genug für meine Partnerschaft, daher habe ich keine, deshalb fehlt es mir an Erfahrungen, Frauen wollen dass man(n) es ihnen richtig besorgt und niemand anlernen => zurück auf los).
Dass man diesen Teufelskreis nicht so ohne weiteres durchbrechen kann ist wohl verständlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 02.07.2014, 22:09 
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Zitat:
Aber: DAS WILL AB GAR NICHT HÖÖÖÖÖREN. DA WURDE EIN AB IM FILM AUF INFAME WEISE VERLEEEETZT. ENDEEEE.
Robinson und Lion, da habt ihr mich falsch verstanden,
ich zitiere hier nicht Hukes Psychologin (die aber, wie ich finde, ein besonders klischeehaftes Beispiel abgibt - wie ich überhaupt fast alle Frauen in Hukes Film ziemlich schräg finde), sondern eine bestimmte Haltung einiger Profis und „informierter“ Laien, die immer zuerst diese uralte Lehrbuch-Weisheit als Behauptung hinstellen, noch bevor sie sich eingehend mit der Person und ihren komplexen Problemen beschäftigt haben. Auch ohne irgendwelche biografischen Anhaltspunkte oder sogar entgegen offensichtlich vorhandener anderer Gründe - es muss einfach so sein! Mich nerven solche Schema-F- Therapeuten.

Als These nach mehreren Gespräche, oder von ganz findigen Therapeuten als gezielte (paradoxe) Provokation eingesetzt, ok ... aber einfach mal so postuliert, weil einem die Standard-Theorie lieber ist, als die Person als Ganzes zu verstehen und dann vielleicht mit mehreren in sich verschränkten Problemen intellektuell überfordert zu sein, ist für mich trivial, irreführend und zynisch.

diesmal O-Ton Frau Psychologin: „Sie vermeiden Beziehung, sonst hätten Sie ja eine!“

So ein Satz ist geprägt von einer Haltung, dass der Mensch alles schafft, was er will, und alles, was er sich wünscht, auch passieren wird – andernfalls liegt die Schuld bei ihm selbst. Ohne Beachtung anderer Ursachen. Gilt dann natürlich auch für Armut und Krankheit - ein sehr simples Weltbild. Ich würde mir so einen Käse nicht mehr anhören.


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 Betreff des Beitrags: Re: AB-Thema: AB-Gründe
BeitragVerfasst: 03.07.2014, 08:02 
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Zitat:
diesmal O-Ton Frau Psychologin: „Sie vermeiden Beziehung, sonst hätten Sie ja eine!“

So ein Satz ist geprägt von einer Haltung, dass der Mensch alles schafft, was er will, und alles, was er sich wünscht, auch passieren wird – andernfalls liegt die Schuld bei ihm selbst. Ohne Beachtung anderer Ursachen. Gilt dann natürlich auch für Armut und Krankheit - ein sehr simples Weltbild. Ich würde mir so einen Käse nicht mehr anhören.


Käse ist weit untertrieben. In Männerüberschussgesellschaften (zumindest für bestimmte Altersgruppen und vor allem wenn man auch Paarungs-und Bindungswilligkeit mit berücksichtigt) gibt es immer eine große Zahl von Männern, die leer ausgehen müssen.


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