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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 08.08.2014, 12:49 
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HenryLee hat geschrieben:
l0ki hat geschrieben:
In wie fern denn soll ein Spruch wie "In 10 Jahren niemand zu finden, dass muss man auch erstmal hinbekommen" hilfreich sein?

Das man mal anfängt darüber nachzudenken was man in den letzten 10 Jahren eventuell falsch gemacht oder abgeblockt haben könnte? Immerhin hat ja die grosse Mehrheit der Menschen offenbar keine Probleme einen Lebenspartner zu finden.


Nachdenken über ihr Problem tun ABs doch ständig. Da kommen oftmals hanebüchende Schlussfolgerungen heraus oder das/die Foren werden mit "Erkenntnissen des Offensichtlichen" vollgespamt. So gesehen kann die Refelexion mit Hilfe eines Therapeuten durchaus neue Denkansätze liefern. Muss es aber nicht. Seelenklemptner sind halt auch keine Zauberer. Im konkreten Fall halte ich die Schlussfolgerung für falsch. Die Feststellung "... im Grunde wollen sie keine Beziehung ..." ist vergleichbar mit dem Vorwurf an einen Arbeitslosen/Arbeitssuchenden " ... du willst doch nicht arbeiten ...". Selbstverständlich gibt es Ängste. Aber man darf Ursache nicht mit Wirkung verwechseln und Ängste werden durch Willen überwunden. Im konkreten Fall hat der Protagonist längst eine Beziehung. (Kam in einer der Talkshows heraus, durch die er tingelte, als der Film in den Kinos aktuell war.) Kann also nicht so schlimm gewesen sein, mit den Ängsten ...

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 08.08.2014, 12:49 


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 08.08.2014, 13:12 
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uhu2163 hat geschrieben:
Selbstverständlich gibt es Ängste. Aber man darf Ursache nicht mit Wirkung verwechseln


Damit meinst Du, dass die Ängste, die ein AB hat, erst durch sein AB-sein entstanden sind, aber nicht, das vorhandene Ängste zum AB-tum geführt haben?

Ja, es entwickeln sich zusätzliche Ängste oder es werden Ängste verstärkt. Das ist ein wechselseitiger Prozess.

Dennoch bin ich der Ansicht, dass Ängste schon vorher vorhanden sind (ich sag mal so mit 14/15, als es eigentlich hätte mit den Jungs und Mädels hätte losgehen müssen) und das diese auf falschen Glaubenssätzen beruhen (platt ausgedrückt: "ich bin scheisse").


Zitat:
und Ängste werden durch Willen überwunden.


Ängste (als Gefühl) sind sehr mächtig.

Wenn man die dahinterstehenden Glaubenssätze knacken kann, dürfte es einfache sein, sie zu überwinden.

Zitat:
Im konkreten Fall hat der Protagonist längst eine Beziehung. (Kam in einer der Talkshows heraus, durch die er tingelte, als der Film in den Kinos aktuell war.) Kann also nicht so schlimm gewesen sein, mit den Ängsten ...


Obwohl er schon über 30 Jahre alt war ....?

Möglicherweise war auch der Film ein Stückweit Therapie. Oder die ganzen Talkshows ... oder schlicht und ergreifend hat der höhere Bekanntheitsgrad mitgeholfen ... -st-

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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 08.08.2014, 13:37 
Lion hat geschrieben:
Möglicherweise war auch der Film ein Stückweit Therapie. Oder die ganzen Talkshows ... oder schlicht und ergreifend hat der höhere Bekanntheitsgrad mitgeholfen ... -st-

Eine klare Bestätiguns für die LMS-Therie. Durch seine Kontakte zur Filmwelt hat er bestimmt Visagistinnen kennengelernt die ihm Stylingtips geben konnten (Look), die DVD verkauft sich bestimmt gut (Money) und sein Bekanntheitsgrad ist auch gestiegen (Status), welche Frau möchte nicht mit einem Filmemacher ins Bett steigen? ;)
Also Jungs, besorgt euch doch noch ein Smartphone und dreht Videos von euch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 08.08.2014, 14:48 
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Robinson hat geschrieben:
Ja, unsere deutschen Krankenversciherungen kommen für einige(!) notwendige Behandlungen auf, wenn man nach anerkannter wissenschaftlicher Defintion psychisch krank ist.
Aber es erklärt natürlich deinen Irrttum.


Eure deutschen Krankenversicherungen tun dies vielleicht. Dein Irrtum ist davon auszugehen, dass ich im selben Land wie du wohne. Soweit ich weiss gibt es bei uns nur Zuschüsse, und die kommen (falls) nicht von den Krankenversicherungen

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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 08.08.2014, 17:04 
Mir scheint, ein wesentlciher Aspekt bei der unterschiedlichen Interpretation ist, ob man die Therapeutin eher als Gegner oder eher "auf der eigenen Seite" sieht.

Das könnte erklären, warum relativ unschuldige Bemerkungen, die in erster Linie die vermeintlichen Rahmenbedingungen des bisherigen Denkens und Handelns erweitern sollen (und damit notwendigerweise Grenezn berühren/überschreiten müssen), von einigen permanent als Angriff, Vorwurf oder sonst was gesehen werden.

Was vermutlich auch vielen nicht klar ist: Patient und Klient, haben, wenn es überhaupt funktionieren soll, eine fein austarierte Beziehung zueinander und für de Beteiligten transparente Rollenverteilung. Das ist kein Dialog zwischen zwei zufälligen Sitznachbarn im Bus. Ein Therapeut macht seinem Klienten niemals Vorwürfe. Das ist nciht sein Job.

Wenn der Klient in einer Bemerkung eine Vorwurf sieht, ist das SEIN Problem. Und es ist dann der Job des Therapeuten, genau darauf hinizuweisen, und dem Klienten zu helfen, Wege für einen besseren Umgang damit zu finden. Unter anderem die Schuldfrage als sinnlos zu erkennen. (Ohne Schuld gibt's auch keine Vorwürfe mehr.)

felissilvestris hat geschrieben:
Eure deutschen Krankenversicherungen tun dies vielleicht. Dein Irrtum ist davon auszugehen, dass ich im selben Land wie du wohne. Soweit ich weiss gibt es bei uns nur Zuschüsse, und die kommen (falls) nicht von den Krankenversicherungen
Ich dachte, wir reden von Huke. Warum sollte ich davon ausgehen, dass der nicht in Deutschland zur Therapei gegangen ist? Du warst doch gar nicht das Thema. Wo du lebst und wie es bei dir so ist, ist also hier nicht relevant - außer, soweit es dich zu Missverständnissen führt.
Haben wir das jetzt geklärt? Huke hat höchstwahrhscheinlich eine kassenbezahlte Therapie gemacht, und hat folglich nach deutschen Gepfliogenheiten eine Krankheitsdiagnose bekommen. Ob er wirklich krank war oder ist, ist damit nicht ausgesagt, aber höchstwahrscheinlich hat er es dafür zugelassenen Fachkräften gaubhaft gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 19.08.2014, 12:22 
Der wohl beste Tipp ist: Selbstzufriedenheit und Freundlichkeit.

Denn, wer sich nicht selbst liebt, kann schwer von anderen geliebt werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 10:11 
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RedFire hat geschrieben:
Der wohl beste Tipp ist: Selbstzufriedenheit und Freundlichkeit.

Denn, wer sich nicht selbst liebt, kann schwer von anderen geliebt werden.



Damit vertrittst du zwar eine populäre Meinung, aber die ist genauso widerlegbar wie alle hanebüchenen Ein-Satz-Theorien mit dem Tenor "XXX ist Schuld".

Ein Bisschen komplexer ist die Sache schon.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 10:40 
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Aus meiner Sicht ist es zwar zutreffend, dass die Therapeutin diesen Huke nicht beleidigen sondern einen Denkanstoß liefern wollte, aber sie hat es vordergründig nicht besonders geschickt angestellt. Einen Denkanstoß als Vorwurf oder Unterstellung zu formulieren ruft mitunter soviel spontanen Widerstand hervor, dass es beim Angesprochenen nicht mehr dazu kommt über den Inhalt nachzudenken.

Fraglich ist dabei, ob dies ihr Standardvorgehen ist oder ob sie zur Ansicht kam dass es bei diesem Patienten die richtige Taktik sein könnte, weil er diese Form der Ansprache versteht. Sensible Persönlichkeiten müsste man an eine derartige Selbstreflexion vorsichtiger heranführen - wie die Empörung einiger zeigt.

Aus eigener Therapieerfahrung habe ich mittlerweile ein Dilemma der Therapeuten verstanden: Sie haben keine Alternative als jeden Lösungsversuch beim Patienten ansetzen zu lassen, was leicht so aussieht als würden sie ihm die "Schuld" für die Probleme geben. Es ist für viele Patienten schwer zu verstehen, dass sie vielleicht nicht moralisch schuldig sind aber dennoch alleinverantwortlich für die Lösung des Problems. Da die äußeren Umstände sich gewöhnlich nicht ändern lassen, muss der Patient schauen welche Änderung er bei SICH herbeiführen könnte, wodurch das Problem lösbar wird.

Genau das ist so schwer, weil Schuldzuweisungen an äußere Umstände meist aus dem Gefühl erwachsen, selber nicht in der Lage zu sein das Nötige zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 10:42 
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SvenHundeson hat geschrieben:
RedFire hat geschrieben:
Der wohl beste Tipp ist: Selbstzufriedenheit und Freundlichkeit.

Denn, wer sich nicht selbst liebt, kann schwer von anderen geliebt werden.



Damit vertrittst du zwar eine populäre Meinung, aber die ist genauso widerlegbar wie alle hanebüchenen Ein-Satz-Theorien mit dem Tenor "XXX ist Schuld".

Ein Bisschen komplexer ist die Sache schon.


Oh, welch seltener Gast! Schön dich zu lesen!

Klar ist der Spruch Quatsch. Ich liebe mich zum Beispiel ganz und gar nicht, aber ich kanns anderen gegenüber gut überspielen. Und schon klappts! :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 10:55 
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SvenHundeson hat geschrieben:
Aus meiner Sicht ist es zwar zutreffend, dass die Therapeutin diesen Huke nicht beleidigen sondern einen Denkanstoß liefern wollte, aber sie hat es vordergründig nicht besonders geschickt angestellt. Einen Denkanstoß als Vorwurf oder Unterstellung zu formulieren ruft mitunter soviel spontanen Widerstand hervor, dass es beim Angesprochenen nicht mehr dazu kommt über den Inhalt nachzudenken.

Fraglich ist dabei, ob dies ihr Standardvorgehen ist oder ob sie zur Ansicht kam dass es bei diesem Patienten die richtige Taktik sein könnte, weil er diese Form der Ansprache versteht.


Vielleicht verfährt die Psychologin vorwiegend nach der Methode: "Ich rede Klartext". So sensibel, dass er gleich vom Stuhl kippt, wirkt Huke auch nicht.




Zitat:
Es ist für viele Patienten schwer zu verstehen, dass sie vielleicht nicht moralisch schuldig sind aber dennoch alleinverantwortlich für die Lösung des Problems.


Sehr schöner Punkt (und wie Du schon vorher schriebst, eben der Knackpunkt für die Aufregung bei Sensibelchen).

Anstatt zu sehen "ich bin meines Glückes Schmied", verharrt man auf ein "ich bin unschuldig für die Situation, in die ich geraten bin" (was letztlich nicht stimmt - es waren auch immer die Entscheidungen und Handlungen/Nichthandlungen, die einen AB dorthin geführt haben, wo er sich jetzt befindet).

Würde mich übrigens freuen, Dich häufiger im überarbeiteten Forum zu sehen. Leute mit psychologischer Kompetenz werden gebraucht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 11:05 
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SvenHundeson hat geschrieben:
Aus meiner Sicht ist es zwar zutreffend, dass die Therapeutin diesen Huke nicht beleidigen sondern einen Denkanstoß liefern wollte, aber sie hat es vordergründig nicht besonders geschickt angestellt. Einen Denkanstoß als Vorwurf oder Unterstellung zu formulieren ruft mitunter soviel spontanen Widerstand hervor, dass es beim Angesprochenen nicht mehr dazu kommt über den Inhalt nachzudenken.

Fraglich ist dabei, ob dies ihr Standardvorgehen ist oder ob sie zur Ansicht kam dass es bei diesem Patienten die richtige Taktik sein könnte, weil er diese Form der Ansprache versteht. Sensible Persönlichkeiten müsste man an eine derartige Selbstreflexion vorsichtiger heranführen - wie die Empörung einiger zeigt.

Aus eigener Therapieerfahrung habe ich mittlerweile ein Dilemma der Therapeuten verstanden: Sie haben keine Alternative als jeden Lösungsversuch beim Patienten ansetzen zu lassen, was leicht so aussieht als würden sie ihm die "Schuld" für die Probleme geben. Es ist für viele Patienten schwer zu verstehen, dass sie vielleicht nicht moralisch schuldig sind aber dennoch alleinverantwortlich für die Lösung des Problems. Da die äußeren Umstände sich gewöhnlich nicht ändern lassen, muss der Patient schauen welche Änderung er bei SICH herbeiführen könnte, wodurch das Problem lösbar wird.

Genau das ist so schwer, weil Schuldzuweisungen an äußere Umstände meist aus dem Gefühl erwachsen, selber nicht in der Lage zu sein das Nötige zu tun.


Genau wie Lion sehe ich das als ganz wichtigen Kernsatz. Und der erklärt auch wie die Therapeutin - hoffentlich - das "sie wollen gar keine Beziehung" meinte.
Ich finde, gerade wenn man sich lange in festgefahrenen Vahnen bewegt ist eine als Vorwurf oder Unterstellung formulierte Anregung nicht schlecht. Das ist in Grunde auch das was ich ganz gern in den Foren mache. Ich würds Arschtritt-Therapie nennen. Aber ist schon auch richtig bei manchen ich das gerade das Falsche. Hab den Feher ja erst grad wieder gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 13:09 
Nun hat die Psychologin aber gar keinen Vorwurf oder Unterstellung formuliert!
Insofern geht die Diskusion darüber fehl.

Allerdings KANN man natülrich in eine Aussage oder Sichtweise einer anderen Person einen Vorwurf reininterpretieren. Umso leichter, je mehr sich die Aussage auf eigenes Sein oder Verhalten bezieht. Anstatt es einfach als das zu nehmen, was es ist: der Eindruck und die Meinung einer anderen Person, aus einer anderen Perspektive.

Die Psychologin ist doch gar nicht in der Position, irgendwelche Vorwürfe verteilen zu KÖNNEN. Außer,. Huke käme regelmäßig nicht zu abgemachten Terminen, würde sich in der Therapie nicht benehmen, oder - falls Privatpatient - seine Rechnungen nicht bezahlen. Mehr Grundlage für eventuelle Vorwürfe gibt es in dieser Bezioehung gar nicht. Was sich die Therapeutin sonst so denkt, kann Huke (oder sonst einem Klienten) völlig egal sein. Mit Ausnahme der Äußerungen oder Situationen, die ihm positiv weiterhelfen. Der Rest ist von vornherein irrelevant. Da ist gar kein Raum für Vorwürfe.

Und damit sind wir m. E. eher bei dem, was so eine Therapie leisten kann und was die Therapeutin bei Huke versucht: Unterscheiden zu lernen zwischen dem, was er denkt und fühlt (und damit: was er WILL), und dem, was andere über ihn denken und Fühlen.

Manche hier im Forum FÜHLEN einen Vorwurf, wo sachlich keiner vorliegt. Und halten IHR Gefühl für die Aussage des anderen. Logische Frage: Warum wollen sie das? Was nützt es ihnen? Irgendwas wird es sein, auch wenn es ihnen selbst gerad nciht klar ist. Es sei denn, sie verhalten sich damit grundlegend entgegen ihrer eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Das wäre dann ja auch eine Erkenntnis. Wenn sie sich aber NICHT grundlegend gegen ihre eigenne Bedürfnisse verhalten, dann MUSS es irgendeien (benennbaren) Nutzen für sie geben. Hier im Forum wäre dann die Frage: "Was nützt es mir, da einen Vorwurf zu empfinden?" Nützt es nix, könnte man es ja einfach so stehen lassen und ignorieren.

Und damit sind wir dann bei einem grundsätzlichen Problem bei der Beziehungssuche: zuviele Annahmen und Rätseleien, irrelevante Grundannahmen, anstatt in der Situation zu bleiben, das JETZT realistisch wahrzunehmen, und eigene Wahrnehmungen (inkl. Gefühle) als solche zu sehen. Von da aus klären sich dann auch fast alle Fragen a la "Wie geht's jetzt weiter?" oder "Was wäre jetzt richtig?" Weil die Bezugspunkte vollständig bekannt sind: man selbst und die eigene wahrnehmung der realen Situation.

Klar ist das ein Ideal. Dem man sich soweit annäher muss, dass man für sich selbst zufriedenstellen handeln kann. Da muss dann halt auch jeder per Verscuh und Irrtum seine optimale Annäherung finden.


Mit "sensibel" hat das übrigens meine Erachtens gar nichts zu tun. Deshalb sehen auch nicht unbedingt "Sensible" da einen Vorwurf. Sondern Leute, die sich Schuhe anziehen, die gar nicht die ihren sind, und sich dann angegriffen fühlen, weil die nicht haargenau passend eingelaufen sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 16:15 
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Zitat:
Mit "sensibel" hat das übrigens meine Erachtens gar nichts zu tun. Deshalb sehen auch nicht unbedingt "Sensible" da einen Vorwurf. Sondern Leute, die sich Schuhe anziehen, die gar nicht die ihren sind, und sich dann angegriffen fühlen, weil die nicht haargenau passend eingelaufen sind.


Was Du beschreibst ist gerade ein Mechanismus der Sensibilität, ein Unterfall des Sachen in den falschen Hals bekommen. Vielleicht gibt es zwischen Menschen auch losgelöst von solchen Mechanismen Unterschiede in ihrer Sensibilität, meistens spielen solch automatische Denkprozesse aber eine Hauptrolle.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 20.08.2014, 17:22 
exlamento hat geschrieben:
Was Du beschreibst ist gerade ein Mechanismus der Sensibilität, ein Unterfall des Sachen in den falschen Hals bekommen. Vielleicht gibt es zwischen Menschen auch losgelöst von solchen Mechanismen Unterschiede in ihrer Sensibilität, meistens spielen solch automatische Denkprozesse aber eine Hauptrolle.
Tja. Definitionsfage. Ich würde zum Beispiel sagen: Wer nicht merkt, dass das gar nicht seine Schuhe sein sollten, ist nicht sensibel genug. Also nicht zuviel Sensibilität, sondern in dieser Hinsicht zu wenig.

Was anderes ist es, wenn jemand bei einem klar an ihn gerichteten Angriff von einer Person, deren Meinung relevant ist (u. B. "Du bist ein blöder Hund!" von einem Kollegen, mit dem man komplexe Projekte stemmen muss), mal mehr, mal weniger beleidigt/betroffen ist. Das ist dann etwas, worauf der Kollege -wenn er sensibel genug ist - mit seiner persönlichen Kritik eingehen sollte: sofern sie konstruktiv was bringen soll.

Wem seine Sensibilität/Betroffenheit zur Last wird - eventuell auch nur situativ -, sollte sich halt fragen, was er davon hat, dass er so empfindlich reagiert. Und ob er nicht für sich selbst bessere Reaktionen entwickeln kann.
Und das gilt eben teilweise auich, wenn man mit eigener Sensibilität anderen Menschen auf den Keks geht. (Oder mit Unsensibilität). Je nach, wie wichtig die einem sind, muss man selbst was ändern. Und nciht sagen: "Ich bin halt sensibel!" Meines Erachtens wäre das dann: nicht sensibel genug, um die konstruktive Lösung zu erkennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beziehungen vermeiden
BeitragVerfasst: 06.09.2014, 17:53 
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Registriert: 02.09.2014, 22:41
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frankie hat geschrieben:
(Thema aus dem Treff geklaut http://www.abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=17571 )

Im Bezug auf den Film "Love Alien"
Zitat:
Psych:"Die Frage ist: Warum vermeide ich Beziehungen?"
Hauke:"Ich glaube ich würde ja nicht sagen, dass ich Beziehungen vermeide. Also ne Beziehung hätte ich gerne."
Psych:"Ja aber sie machen irgendwas um sie zu vermeiden, denn sonst hätten Sie eine"

Es ist gut möglich, dass jemand Beziehungen (unbewusst) vermeidet, und die Psychologin hat durchaus recht auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Das Problem hier ist jedoch der Teilsatz "denn sonst hätten Sie eine". Sie schliesst demnach alle anderen Möglichkeiten kategorisch aus, sie macht alle anderen Türen zu und stellt eine monokausale Diagnose. Das ist ziemlich unprofessionell, aber möglicherweise hat sie das auch nur so dahingesagt.

Eine andere Möglichkeiten wäre z.B., dass Huke irgendein Verhalten zeigt, das potenzielle Partnerinnen abschreckt, welches ihm aber nicht bewusst ist, und das eben nicht auf eine (unterbewusste) Vermeidungsstrategie zurückzuführen ist. Bei Aspergern ist dies z.B. häufig der Fall. Das kann auch eine Kleinigkeit sein. Woher will die Psychologin wissen, dass so etwas bei Huke nicht vorliegt?

Zitat:
Psych:"In 10 Jahren niemand zu finden, dass muss man auch erstmal hinbekommen."

Das schon eine ziemlich abgehobene Aussage. Als Psychologin sollte sie eigentlich wissen, dass es für Männer ganz so einfach nicht ist. Huke war, wie er selbst sagte, nicht der attraktive Typ dem die Frauen hinterherschauen (übergewichtig, Frisur). Auch nachdem er mehrmals in Fernsehsendungen zu sehen war, gab es da nach eigenem Bekunden nicht gerade die große Flut an weiblicher Fanpost. Er war also wohl eher nicht der Mann, der jedes Wochenende ein Date mit einer anderen Frau hat. Allzu viele Dates dürften in den 10 Jahren daher nicht zusammengekommen sein. Und da müsste eine dabei gewesen, die ihn trotz aller Defizite attraktiv fand. Das war halt einfach nicht der Fall. Huke hat womöglich garnichts falsch gemacht, es hat nur einfach länger gedauert bis es geklappt hat, und das ist bei einem eher mittelmäßig attraktiven Mann nun wahrlich nichts ungewöhnliches. Das ist die simpelste, direkteste und meiner Meinung nach plausibelste Erklärung.


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