†Absolute Beginners: Unerfahren

UEberwiegend dummes Gelaber von Flachpfeifen
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BeitragVerfasst: 18.11.2014, 19:32 
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Beisser41 hat geschrieben:
Lion hat geschrieben:
Auch, aber nicht nur. Es geht ja nicht nur um den Output eines Menschen, sondern insbesondere um den Input, um die Art des "in Resonanz gehens" mit der Umwelt.


Der Unterschied ist: Der extrovertierte Mensch ( = die Mehrheit) bezieht seine Eenrgie aus der Interaktion mit anderen - er braucht andere um überhaupt motiviert zu sein und aktiv zu werden und richtet sich dann auch nach diesen anderen.

Der introvertierte Mensch bezieht seine Energie aus sich selbst und ist deshalb unabhängig von anderen - ja andere stören sogar sein Handeln eher, als dass sie nützen würden.

Ich halte letzeres für die stärkere Varainte, da unabhängig - wäre mal interessant, ob ABs eher extrovertiert oder introvertiert sind?
Ich vermute letzeres. -st-
Extrovertierte sind oft nur "leere Hüllen", während Introvertierte "tiefe Wasser sind, deren Tiefe man nur erahnen kann".

Für Frauen ist jedoch sehr wichtig, wie ein Mann in das soziale Umfeld eingebunden ist und da ist der Extrovertierte im Vorteil und macht einen weitaus besseren Eindruck, außerdem geht er von selber auf Frauen zu und hat damit ganz andere Chancen...

Wie schtrieb eine psychologin einmal: "Wenn Ihr Flugzeug in schwierigkeiten ist, dann hoffen Sie, dass der Pilot ein Introvertierter ist!"



Warum machst Du ein "das eine ist besser als das andere" draus? Garniert mit dem Sahnehäubchen "Für Frauen ist wichtig ..."
:roll:

Extravertiertheit wird gesellschaftlich als die bessere Norm gesehen, genauso wie Sonnenschein und 35 Grad das "bessere Wetter" darstellt. Das ist nicht nur in Bezug auf weibliche Auswahlkriterien so.

Und klar, ich bringe das Thema hier im Forum "AB-Ursachen", weil ich ebenfalls stark vermute, dass ABs zum größeren Teil zu den Introvertierten bzw. denen gehören, die von ihrem Typus her schwächer im konkreten Leben integriert sind. Dies aber aus Gründen der Selbsterkenntnis. Es muß einem erstmal bewußt werden, was das bedeutet.

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 18.11.2014, 19:32 


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BeitragVerfasst: 18.11.2014, 21:10 
Beisser41 hat geschrieben:
Interessante Einteilung.
Ich denke, es hängt schlicht von der Intelligenz ab: Je niedriger der IQ, umso mehr ist jemand emotionsgesteuert und je höher der IQ, umso rationaler handelt er.
Der Affe reagiert fast nur emotionsgesteuert - nicht umsonst sind 75% der Hochintelligenten auch introvertiert.

Man diskutiert ja bereits, ob nicht Autisten die nächste Stufe der Evolution beim Menschen sind:

"Evolutionstheorie
Der autistische Messias
Von medizinischer Seite wird das Asperger-Syndrom meist als „leichte Form des Autismus“ klassifiziert. Jetzt erklärt ein im Internet veröffentlichter Artikel diesen Mangel zu einer positiven Mutation: eine neue Übermenschenlehre. "
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 03711.html


Dann ist eine Bemerkung "ach der Ali ist so spontan" kein Lob mehr, sondern bedeutet schlicht, dass er einen niederen Intellekt hat, er denkt nicht nach und ist deshalb "spontan" (= emotionsgesteuert).

Dass das heute bei Frauen gut ankommt ist die eine Seite - dass es nicht gutgehen wird, die Intelligenten damit zum aussterben zu verurteilen die andere. -st-


Selten so einen Blödsinn gelesen.


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BeitragVerfasst: 18.11.2014, 22:44 
Jule hat geschrieben:
Selten so einen Blödsinn gelesen.

Du liest zu wenig in AB-Foren ;-)


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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 03:17 
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Lion hat geschrieben:
Ich glaube, dass es zwischen den Menschen ein großes Unterscheidungsmerkmal gibt, ich habe die zwei Pole mal "Kopfmenschen" und "Gefühlsmenschen" genannt, auch wenn's etwas irreführend ist.

Der Begriff irreführend scheint mir korrekt zu sein. Auch bei einer Umbenennung in Sinnes- und Gedankenmenschen oder Spontane und Planerische wird es IMHO nicht weniger irreführend, da beides immer noch als Gegensatzpaar aufgefaßt wird. Ist das eine stärker ausgeprägt, ist das andere schwächer.

In der Praxis scheint mir das blanker Blödsinn zu sein. Menschen mit viel "Kopf" scheinen auch so gut wie immer einen exzellenten Zugang zu ihren Gefühlen zu haben und sind keineswegs verkopfte Intelligenzbestien mit sozialen Defiziten. Umgekehrt sind weniger intelligente Menschen meiner Beobachtung nach häufig auch gefühlsdoof. Sowohl bezüglich ihrer eigenen Gefühlsirrlichtereien als auch im Umgang mit anderen.

Was Extro- und Introvertiertheit betrifft, geht für mich beides in eine pathologische Richtung, wenn auch natürlich nicht immer mit krassem Krankheitswert. Mit Intelligenz hat das für mich nicht viel zu tun, auch wenn Introvertierte tendenziell sicher intelligenter wirken können. Liegt aber auch daran, daß sie den ganzen Blödsinn in ihrem Kopf halt nicht so ungefiltert rauslassen wie Extrovertierte das gerne tun. Daß sie nicht weniger "blöd" sind sieht man dann aber trotzdem, wenn man mal mitbekommt - etwa in Internetforen -, worüber sie den lieben langen Tag meist ergebnislos in endlosen Gedankenschleifen grübeln. Mit Intelligenz im eigentlichen Sinn hat das dann nur noch in seltenen Ausnahmen zu tun. Das grenzte an Beleidung tatsächlich intelligenter Menschen, wenn man ihre Hirnaktivität mit den "tiefgründigen" Auswüchsen dieser Grübler auf eine Stufe stellte.

Lion hat geschrieben:
a) man macht etwas, um sich stärker mit dem konkreten Leben zu verbinden (= was Gefühlsmenschen tun)
b) man macht etwas, um sich dem konkreten Leben zu entziehen, um in eine Gedankenwelt / nicht-materiellen Welt einzutauchen.

Ohne es zu beabsichtigen hast Du mit dieser Einteilung mein aktuelles Steckenpferd geritten. ;)
Das ist im Grunde genau der Punkt, an dem ich dazu gekommen bin, Extrovertiertheit und Introvertiertheit als mehr oder weniger ungesunde Abweichungen vom gesunden Mittelmaß zu sehen. Und nicht mehr als Normvarianten und Gegensätze auf irgendeiner imaginären Persönlichkeitsskala. Denn "a)" beschreibt eine Symptomatik, wie sie bei vielen Deprivationsstörungen von Borderline bis ADHS standardmäßig vorkommt. Ein permanentes sich am Außen abarbeiten Müssen. Nur im Draußen, im Kontakt mit anderen existieren können. "Ich will raus!", wie Thorsten Legat neulich schon so schön sagte. Der Schlachtruf all derer, die es mit sich allein keine 5 Minuten aushalten.

Als Autist bin ich nun lange Zeit auf einem ähnlichen Trip wie Beisser41 gewesen, bin aber mittlerweile der Ansicht, daß Introvertiertheit, also "b)" (kommt übrigens nicht nur bei autistoiden Gestalten sondern auch bei vielen anderweitig Beeinträchtigten vor), eigentlich nur das nicht minder kaputte Komplementärdingsbums zur Extrovertiertheit ist. Beides ist für mich Ausdruck einer Art... hrm... Beziehungsstörung. Zu sich selbst und zu anderen. Infolgedessen entstünden also nur dann Personen mit einem eindeutigen Überhang von entweder "Kopf" oder "Gefühl", wenn irgendwas bei ihnen querhängt. Zu welchem der beiden Extreme jemand tendenziell neigt scheint dann lediglich noch eine Frage von Charakter oder (dann auch tatsächlich) Intelligenz zu sein. Am Ende bleiben sowohl das Dauerrationalisieren und Im-Kreis-Grübeln als auch das duracellhasige Kontaktgedöns und Brustgetrommel nicht mehr als Kompensationsstrategien für den Umgang mit einer Umwelt, die aus irgendeinem Grund hoffnungslos überfordert.

Gesund find ich beides wie gesagt nicht. Denke daher auch nicht, daß man einen großen Teil der Gesellschaft wirklich in eine der beiden Schubladen einsortieren könnte. "Die meisten sind extrovertiert, der Rest ist introvertiert." oder so ähnlich. Mag nur anekdotische Evidenz sein aber da kenne ich dann doch zu viele Gegenbeispiele, daß das hinhauen könnte. Die meisten scheinen mir doch zum Glück zwar Energie aus Sozialkontakten ziehen zu können, das aber auch nur, wenn eine vernünftige Balance mit "introvertierten" Verhaltensweisen vorliegt, sie also auch mal abschalten und für sich sein können. Das ist für mich die starke, die flexible, die psychisch belastbare Variante. Und auch wenn man meine Gedankenspiele zu Intro- und Extrovertiertheit nicht in Gänze bejaht - ich würde zumindest vorsichtiger mit qualitativen Gewichtungen hantieren und an keiner der beiden Ausprägungen irgendwelche ideologischen Anker befestigen wollen. Ich bezweifle, daß das irgendwen irgendwie in seiner persönlichen Entwicklung voranbringt. Am Ende kloppt man sich mit etwas Pech wirklich nur drum, welche Art der Kaputtheit vermeintlich besser ist.

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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 11:36 
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Jule hat geschrieben:

Selten so einen Blödsinn gelesen.


Huhuuu ... wir sind hier nicht bei Facebook mit "Likes" und "Dislikes", woll? -st-

Man mag einen Beitrag in Gänze als Unsinn empfinden, trotzdem wären genauere Ausführungen, was denn nun nicht gemocht wird, hilfreich.

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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 11:49 
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Wächter hat geschrieben:
Menschen mit viel "Kopf" scheinen auch so gut wie immer einen exzellenten Zugang zu ihren Gefühlen zu haben und sind keineswegs verkopfte Intelligenzbestien mit sozialen Defiziten. Umgekehrt sind weniger intelligente Menschen meiner Beobachtung nach häufig auch gefühlsdoof. Sowohl bezüglich ihrer eigenen Gefühlsirrlichtereien als auch im Umgang mit anderen.



Nochmals zur Sicherheit:

Bei der Einteilung in die zwei Typen ging es mir nicht um "Kopfmenschen sind emotionslos und Gefühlsmenschen sind dumm".

Es geht bei der Sache darum, in welcher Intensität ein Mensch dem Leben "begegnet". Oder ob er lediglich "sich selbst begegnet".

Ja-haa, ich weiß auch, dass viele Attribute/Begriffe, die ich diesen unterschiedlichen Menschen in diesem Thread zugedacht habe, in die Irre führen können. 8)

Den Rest Deines Beitrages lese ich noch in Ruhe.

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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 13:23 
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Nur kurz:
Lion hat geschrieben:
Bei der Einteilung in die zwei Typen ging es mir nicht um "Kopfmenschen sind emotionslos und Gefühlsmenschen sind dumm".

Schon klar, daß es in der Form nicht beabsichtigt war. Aber eine gewisse Tendenz war, denke ich, trotz allem da. ;)


Zitat:
Es geht bei der Sache darum, in welcher Intensität ein Mensch dem Leben "begegnet". Oder ob er lediglich "sich selbst begegnet".

Eben das wollte ich mit dem Extro- und Introvertiertheitswust angehen, der dann ja auch die meisten Textzeilen umfaßte. "Intensität" finde ich hier sogar noch irreführender als die Unterteilung in Kopf und Gefühl, da Intensität synonym ausschließlich dafür zu stehen scheint, was Extrovertierte, "sensation seeker" tun. Das Problem an dieser Zuschreibung ist, daß diese Menschen die Dinge die sie tun gar nicht als so intensiv erleben wie es von außen auf den ersten Blick wirken kann. Und gerade deshalb die Intensität suchen (und selten wirklich finden). Das sollte man bedenken.

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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 13:34 
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Zitat:
[...]
Überhaupt schienen die inneren Dialoge und seine Verhaltensmuster
unabhängig von anderen Menschen zu existieren. Auswirken konnten sie sich
jedoch erst, wenn er sich in Gesellschaft befand. Dann aber waren es offenbar
nicht die anderen Menschen, welche sein Verhalten auslösten, sondern er selbst.
Es kam ihm vor, als würde er in jeder zwischenmenschlichen Beziehung
unbewusst versuchen, seine eigenen Befürchtungen und Erwartungen zu
bestätigen. Daher nahm er nur jene Botschaften anderer Menschen wahr, die
seine Ängste oder Hoffnungen bestätigten, was automatisch dazu führen musste,
dass wahrscheinlich ein Großteil dessen, was er als Kommunikation verstand,
eher ein Monolog blieb
. Außerdem hegte er den Verdacht, dass er durch diese
unbewusste Vorwegnahme möglicher Beziehungsstrukturen andere Menschen in
eine Position drängte, die mit der objektiven Persönlichkeit dieser Menschen
recht wenig zu tun hatte. Das ganze Spiel schien sich darum zu drehen, den
eigenen Ängsten und Befürchtungen zu entkommen. Doch ohne es zu wollen,
konzentrierte er sich dabei nur auf sich selbst und seine eigenen Probleme mit
dem Resultat, dass er vollkommen in seinem selbstgemachten Dilemma versank
und andere Menschen dazu benutzte, dieses zu bestätigen. Deswegen war es für
jemanden, der wie er gestrickt war, völlig egal, ob er sich unter Menschen
befand oder alleine blieb. Er konnte ohnehin immer nur sich selbst begegnen.
Ohne es zu bemerken, projizierte er alles auf seine Umgebung, deren Reflexion
er dann nutzte, um mit sich selbst zu reden. Diese Zusammenhänge waren ihm
hier in der Einsamkeit klargeworden. Denn wenn niemand zugegen war, auf den
man projizieren konnte, wurde deutlich, wie sehr man sich im Kreis drehte.


Andreas Neumann, "(Selbst) verloren", S. 30/31

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BeitragVerfasst: 19.11.2014, 14:32 
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Ach, schön. Danke. Siehste, solche Sachen kenne ich als unbelesener Mensch gar nicht. Da hätte ich mir viel Text sparen können, wenn ich stattdessen so ein Zitat hätte posten können, das viel besser verdeutlicht, was ich meine.

Extro- und Introvertiertheit als zwei Seiten derselben Medaille. Lediglich die Art, die Einsamkeit zu leben, unterscheidet sich.

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BeitragVerfasst: 20.11.2014, 09:21 
Eventuell ist das einen eigenen Thread wert, aber ich versuche immer zwischen "Allein sein" und Einsamkeit zu unterscheiden.

Ich fühle mich, wenn ich für mich allein bin, meistens eben nicht einsam, ich kann dann mehr oder weniger tun was ich will und wozu ich Lust habe und fühle mich auch gut-
Andererseits gibt es Momente wo ich mich mitten in der Menge oder sogar wenn ich von Freuden umgeben bin, ich mich einsam fühle. Um da kein Missverständnis aufkommen zu lassen, ich geniesse den Umgang mit anderen Menschen und bin auch gerne mit meinen Freuden zusammen, aber die wirklichen Momente des Einsamfühlens habe ich eigentlich nur wenn ich mit anderen Menschen über längere Zeit zusammen bin.


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BeitragVerfasst: 20.11.2014, 11:15 
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Wächter hat geschrieben:

Lion hat geschrieben:
a) man macht etwas, um sich stärker mit dem konkreten Leben zu verbinden (= was Gefühlsmenschen tun)
b) man macht etwas, um sich dem konkreten Leben zu entziehen, um in eine Gedankenwelt / nicht-materiellen Welt einzutauchen.


Das ist im Grunde genau der Punkt, an dem ich dazu gekommen bin, Extrovertiertheit und Introvertiertheit als mehr oder weniger ungesunde Abweichungen vom gesunden Mittelmaß zu sehen..


Wenn man Introvertiertheit und Extravertiertheit stets als Extrem begreift, dann: klar, das ist ungesund.

Du sprichst gleich von ADHS auf der einen und Autismus auf der anderen Seite, das sind Extreme.

a) kann ebenso sein: Der Mensch, der sich sehr gerne körperlich betätigt (an 2-3 Abenden Sport macht)
b) kann ebenso sein: Der Mensch, der jeden Abend in die Phantasiewelt eines Buches eintaucht.

Wenn wird jetzt über b) bei ABs sprechen, ja, dann kann es auch ums Ungesunde gehen, denn dieses "so sein" hat beispielsweise veursacht, dass es bisher zu keiner Partnerschaft gekommen ist.

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BeitragVerfasst: 20.11.2014, 11:19 
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Wächter hat geschrieben:
"Intensität" finde ich hier sogar noch irreführender als die Unterteilung in Kopf und Gefühl, da Intensität synonym ausschließlich dafür zu stehen scheint, was Extrovertierte, "sensation seeker" tun.


Und wieder bist Du im Extremen am herumfuhrwerken -st-

"Intensität" beschreibt, wie stark etwas ist, es muß aber nicht am Anschlag der Skala sein, wie es der Fall ist, weil Du etwas "synonym" sehen willst.

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BeitragVerfasst: 20.11.2014, 13:34 
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Lion hat geschrieben:
Und wieder bist Du im Extremen am herumfuhrwerken

Gnarf, neien. ;)
Die Extreme dienen doch nur der Veranschaulichung. Aber wenn Du schon von einer Skala sprichst, grabe ich alternativ eben eine solche aus. Sehr vereinfacht, ohne Gewähr und mit argumentativen Lücken.

Man nehme eine handelsübliche 0-10-Skala für mein Lieblingsthema "soziale Deprivation". Und da praktisch niemand eine in allen Belangen optimale Kindheit hatte und immer irgendwelche kleinen Dellen zurückbleiben, soll das gar nicht so pathologisierend gemeint sein, wie das auf Anhieb klingen mag. Nun hat man beim oberen Anschlag der Skala vielleicht das tragische Vollbild eines Borderliners oder sonst irgendeines Totalschadens. Bei einer 7 finden sich vielleicht Narzissten, bei einer 5 ADHSler... whatever. Das soll hier nicht entscheidend sein.

Entscheidend ist für mich, daß menschliches Miteinander einem in manchen Belangen unglaublich wenig fehlertoleranten Feintuning unterliegt. Und gerade bei psychischen Schlagseiten aller Art gibt es genau an dieser Stelle die ersten Ausfallerscheinungen. Ohne, daß irgendeine andere auf den ersten Blick erkennbare Symptomatik vorliegt oder sich später noch entwickelt. So daß Leute, die auf dieser Skala eine harmlose 2 oder 3 wären, und damit sicher völlig unauffällig im Alltag und garantiert noch nicht im klinisch relevanten Bereich, dennoch große Probleme mit Zwischenmenschlichem haben können. Und sich - IMHO (wie alles, was ich hier schreibe) - schwer damit tun, mit anderen auf einer Wellenlänge zu schwingen. Intuitiv Kontakt herzustellen. Nicht diese unsichtbare Barriere zwischen sich und anderen zu spüren, die dafür sorgen kann, daß sich jemand gerade dann einsam fühlt, wenn er mitten unter Menschen ist.

Und das scheint Introvertierte und Extrovertierte gleichermaßen zu betreffen, notorische Bücherwürmer und Klassenclowns, "Drinnies" und "Draußies". ;)
Das teilt sich für mich dort, bei dieser für viele sicher völlig normalen "2 oder 3", bei der viele leugnen werden, daß das ernsthaft irgendwelche Auswirkungen haben kann, bereits in diese zwei Gruppen auf. Ich meine, da ein Muster sehen zu können. Das dann halt dafür sorgt, daß manche Leute jede Beziehung nach kurzer Zeit in den Sand setzen ohne zu wissen, woran es liegen könnte. Oder eben umgekehrt AB bleiben und ums Verrecken nicht herausbekommen, was sie falsch machen. Und maximal an irgendwelchen Erklärungen wie "ich geh zu wenig unter Leute" hängenbleiben (was natürlich trotzdem stimmen kann).

Das aber nur als mein persönliches Erklärungsmodell und als möglicher Gedankenansatz. Muß keiner für sich übernehmen. Ich mach hier nicht den Robinson und tu so, als hätte ich schwafelnderweise die Lösung für alles. Ich bin schließlich selbst noch mitten im Erkenntnisprozeß und versuche lediglich, Beobachtungen aus teilweise völlig unterschiedlichen (Psycho-)Bereichen zu einem Ganzen zusammenzufügen.


@HenryLee:
Spräche sicher nichts dagegen, dafür einen Extrathread aufzumachen. Falls Du denkst, das könnte etwas mit dem zu tun haben, was ich weiter oben schrieb (die "unsichtbare Barriere" und das fehlende Wellenlängengefühl, das sich natürlich konkret unter Menschen einstellt und weniger, wenn man allein ist), könnte es aber auch hier reinpassen. Muß Lion sagen, ob ihm das hier zu OT wird und ob der Thread nicht lieber in eine andere Richtung gehen sollte.

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BeitragVerfasst: 22.11.2014, 03:02 
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Ich bin...: daneben
Alter: 1
Bei der Einteilung find ich mich mit Einschränkungen bei den "Kopfmenschen" bzw. geistig lebenden Menschen wieder. Eine Einschränkung seh ich bei mir in Bezug auf rationale Überlegungen. Diese sind bei mir eher weniger ausschliesslich rational, sondern auch affektbehaftet. Nur oftmals bin ich dafür eher blind, was das Affektartige angeht.

So beiläufig erwähnt seh ich keine "Überlegenheit" in Introvertiertheit und halte nichts von einer Plattitüde von wegen stille Wasser wären besonders tiefgängig. Ich gehör selbst eher zu den "Intros", bin aber intelligenztechnisch im unteren Bereich und auch kein "tiefes Wasser". Mit ausreichend Zeit wäre meine Person vollständig erfasst und eingestuft. Ich bezweifel auch, dass ich damit zu den "Ausnahmefällen" gehöre. Stille kann auch ein Ausdruck von Gedankenlosigkeit, Unwissenheit bzw. auch Kreativlosigkeit sein. Und fast ständiglaufende Gedankenmühlen können eben auch viel Unsinn "produzieren" (und tun es in meinem Fall auch).

Zurück zur Einschränkung, eine Weitere sehe ich noch bei der Nutzung von Foren. Das hat bei mir auch einen anderen Grund. Man kann sich gewissermassen "Zeit lassen", weit weniger erwartungsvoll und eben auch eher unverbindlich. Naja indirekt könnte man es in Geistige hinzudeuten. Hmmm...

Lion hat geschrieben:
....

Es ist eine extravertierte Lebensweise, im Sinne eines regen Austausches zwischen "ich" und "Außenwelt". Sie sind daher auch kommunikativer. Sie können mehr Energie aus dem ziehen, was sie erleben.

....

Hm, meinst du mit "Aussenwelt" ausschliesslich andere Menschen? Unter Aussenwelt würde ich sonst auch noch das verstehen, was nichts mit anderen Menschen zu tun. Ich persönlich unterscheide da auch bei der sinnlichen Wahrnehmung. Beispielsweise bevorzuge ganz gerne Soloausflüge in die Natur und bin dort auch viel mehr im "Aussen", also hänge nicht so sehr in meiner geistigen Welt rum. Nunja vielleicht siehst du das auch nicht als Austausch. Mit Menschen sieht es da bei mir jedenfalls schon anders aus. Deren Art von Austausch entzieht mir auch "Energie". Ich könnte mir vorstellen, dass es etlichen anderen auch so ergeht.


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BeitragVerfasst: 22.11.2014, 09:28 
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Registriert: 22.09.2014, 10:31
Beiträge: 345
Tirak hat geschrieben:
So beiläufig erwähnt seh ich keine "Überlegenheit" in Introvertiertheit und halte nichts von einer Plattitüde von wegen stille Wasser wären besonders tiefgängig. Ich gehör selbst eher zu den "Intros", bin aber intelligenztechnisch im unteren Bereich und auch kein "tiefes Wasser". .


Finde ich schon einen Vorteil und Überlegenheit, wenn man nicht zwangsweise auf andere (und deren Meinungen/Vorgaben/Moden) angewiesen ist und seine Energie nur aus dem Kontakt mit anderen zieht.

Steck mal einen Introvertierten und einen Extrovertierten in Einzelhaft und schau, wie beide nach 4 Wochen aussehen und wer das besser überstanden hat...

Viele Extrovertierte drehen doch schon durch, wenn sie eine Woche mal keine Freundin an der Seite haben - die würde das, was viele ABs seit Jahrzehnten mitmachen keine 2 Wochen aushalten.


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