†Absolute Beginners: Unerfahren

UEberwiegend dummes Gelaber von Flachpfeifen
Aktuelle Zeit: 16.12.2018, 21:49

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 30.08.2014, 14:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 03.06.2007, 13:26
Beiträge: 1265
Wohnort: Sonnenbrillenhausen
Geschlecht: Männlich
Ich möchte mal auf die Wirkungsweise von verinnerlichten Glaubenssätzen eingehen.


Man stelle sich eine Familie vor, Eltern und zwei kleinere Kinder (vielleicht so 11-12 Jahre alt). Die Eltern sind für ein paar Stunden außer Haus und sagen den Kindern bei der Abfahrt: "Ihr dürft aber nicht an den Schrank mit den Süßigkeiten!" (Der Schrank ist nicht abschließbar und in Reichweite der Kinder).

Die Eltern sind erst für kurze Zeit weg, da klopft bei den Kindern die Sehnsucht nach den Süßigkeiten an. Zunächst unterdrücken sie das Verlangen noch, weil es ihnen ja verboten wurde, zu naschen. Nach einer Stunde stehen sie aber schon vorm Schrank, machen die Tür auf und sehen Schokolade und Bonbons frei zugänglich liegen.

Weil es aber folgsame Kinder sind, machen sie die Schranktür wieder zu und gehen in den Garten, um die "blöden Süßigkeiten" zu vergessen.

Das schlechte Gewissen, mit dem Griff zu den Süßigkeiten etwas Falsches zu tun (hervorgerufen letztlich durch das Verbot der Eltern) war stärker als das Verlangen. Vielleicht müssen die Eltern beim nächsten Mal, wenn sie weg sind, den Kindern gar kein Verbot mehr erteilen, denn die Kinder wissen "Bescheid".

Es wurde ein Glaubenssatz verinnerlicht: "Du darfst nicht an die Süßigkeiten, wenn die Eltern nicht dabei sind". Gekoppelt mit einem negativen Gefühl des schlechten Gewissens (und in Erwartung der enttäuschten Gesichter der Eltern, wenn man die Regel mal brechen würde).

Ähnliche verhält es sich -so meine These- bei nicht wenigen ABs. Es ist zwar ein Verlangen nach Partnerschaft und Zuneigung da, allerdings gibt es innere psychologische Sperren/Blockaden, dem Verlangen einfach zu folgen. Es ist ein Gefühl von "Du darfst nicht" oder "Dir ist es nicht gestattet" oder "Du bist ungenügend" vorhanden. Nicht eingebläut von irgendwelchen Eltern, sondern diese Glaubenssätze wurden selbst aufgestellt.

Möglichweise hat die Aufstellung der Glaubenssätze wiederum andere Ursachen. Z.B. Mobbing ... den Betroffenen wurde eingeredet, wie "schlecht, doof, häßlich und ungenügend" sie doch seien. Aber letztlich wurden diese Annahmen als wahr übernommen und verinnerlicht. Die Mobber müssen gar nicht mehr vorhanden sein, der Glaube an ihre damaligen Aussagen ist noch da.

Wenn es bei einem Kontakt zu einem potentiellen Partner plötzlich "zu weit" geht (d.h. es bestünde die "Gefahr", dass tatsächlich eine Beziehung am Ende dabei herausspringt) greifen die mit den Glaubenssätzen verbundenen Emotionen wie das schlechte Gewissen bei den Kindern, die vor dem geöffneten Schrank stehen.

Nur sagen die Glaubenssätz dann: "Du brauchst dir nicht einbilden, als Partner in Frage zu kommen .... dein Gegenüber will dich nicht, da machst du dir was vor ... du wirst scheitern ... die Beziehung hätte keine Zukunft ... du schaffst das nicht ... du würdest Schmerzen erleiden, wenn die Ablehnung kommt ...." usw.

Die Erwartung des Schmerzes ist vergleichbar mit den enttäuschten Gesichtern der Eltern im Fall der Kinder. Auch die Kinder fürchten Schmerz (in Form eines temporären Liebesentzuges, weil sie die geliebten Eltern enttäuscht haben).

ABs sollten also in sich forschen, welche negativen Emotionen ("Vorsicht, Gefahr! Schmerz! Weiche zurück!") bei ihnen entstehen, wenn "brenzlige" Situationen auftreten und wo diese Emotionen ihren Ursprung haben (Glaubenssätze).

_________________
Life is what happens while you're busy, arguing theoretically in forums.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 30.08.2014, 14:04 


Nach oben
  
 
BeitragVerfasst: 31.08.2014, 15:09 
Offline

Registriert: 19.06.2014, 20:53
Beiträge: 43
Wohnort: Köln
Geschlecht: Männlich
Status: HC+AB
Ich bin...: auf der Suche nach Partnerschaft + Freundschaft
Alter: 28
Dieses "Du darfst/kannst/sollst nicht" ist bei mir nicht vorhanden. Ich darf/kann/will eine Beziehung haben. Hab halt keine connections und falls ich doch die Möglichkeit habe, bin ich irgendwie zu dumm, um es einzutüten. Vielleicht bin ich einfach loveshy.

Ich vermute eher, dass das schlechte Gewissen eher bei Psycho-ABs auftaucht. Und auch da noch nicht mal oft.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 31.08.2014, 15:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 03.06.2007, 13:26
Beiträge: 1265
Wohnort: Sonnenbrillenhausen
Geschlecht: Männlich
CorpINC hat geschrieben:
Dieses "Du darfst/kannst/sollst nicht" ist bei mir nicht vorhanden.


Ganz sicher? Es geht mir um psychologische Barrieren, die einem nicht unbedingt bewußt sein müssen.

Angenommen, Du kommst in eine Situation, dass Dir eine Frau gegenüber sitzt, die Dir gefällt und auch von ihr kommen positive Signale, woran scheitert es dann, dass Du nicht das Heft in die Hand nimmst und die Sache bis zur Vollendung vorantreibst?


Zitat:
Ich darf/kann/will eine Beziehung haben.


Das wird sich rational fast jeder AB sagen. Wichtig ist, was sich möglicherweise auf tieferen Ebenen abspielt. Ab welchem Punkt / in welcher Situation tritt eine Hemmung ans Tageslicht und was steckt dahinter?

Zitat:
Hab halt keine connections und falls ich doch die Möglichkeit habe, bin ich irgendwie zu dumm, um es einzutüten. Vielleicht bin ich einfach loveshy.


Wie definierst Du "loveshy"? Was ist "loveshy"? Was macht diese Eigenschaft aus, "loveshy" zu sein? Oder wie definierst Du die eigene "Dummheit, es nicht einzutüten" bei Dir? Woran fehlt es?

(Wenn Du persönlich für Dich darauf eingehen willst, dann gerne auch im Forum "Stuhlkreis", da es dann ja möglicherweise um Dich ginge und nicht mehr um eine allgemeine Thematik).


Zitat:
Ich vermute eher, dass das schlechte Gewissen eher bei Psycho-ABs auftaucht. Und auch da noch nicht mal oft.


Ich vermute just das Gegenteil (dass es sehr oft auftaucht). Der Hauptgrund, warum ich hier eine andere Art Forum "aufziehen" möchte.

Man sollte jetzt auch nicht das "schlechte Gewissen", was ich metaphorisch mit dem Beispiel der Kinder andeuten wollte, 1:1 auf die AB-Problematik beziehen. Dabei ging es mir eher um die Mechanik Glaubenssatz -> Gefühl dazu -> Ergebnis bezüglich der Handlung/Nichthandlung.

Es müssen beim AB keine Gefühl eine schlechten Gewissens auftauchen, möglicherweise aber Gefühle des eigenen Unvermögens, der eigenen Unwertigkeit etc.

_________________
Life is what happens while you're busy, arguing theoretically in forums.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

CorpInc (war: vom schlechten Gewissen ...)
Forum: Virtueller Stuhlkreis
Autor: CorpINC
Antworten: 1
ABs haben zu Weihnachten weniger Stress
Forum: Sonstiges
Autor: Trosti
Antworten: 24

Tags

Bild, Essen, Familie, Garten, Haus, Kinder, Liebe, NES

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group



Bei iphpbb3.com bekommen Sie ein kostenloses Forum mit vielen tollen Extras
Forum kostenlos einrichten - Hot Topics - Tags
Beliebteste Themen: Erde, Frauen, Liebe, USA, NES

Impressum | Datenschutz