†Absolute Beginners: Unerfahren

UEberwiegend dummes Gelaber von Flachpfeifen
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BeitragVerfasst: 17.05.2016, 22:45 
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Aufgepasst liebe ungekonnte, unfähige mABs; liebe unangepasste Romantiker:

Offenbar wird nun Flirten zukünftig sogar wirklich zusätzlich juristisch zum Risikofaktor.

Weitere Verschärfung der Reform des Sexualstrafrechts geplant:
https://www.tagesschau.de/inland/sexual ... m-105.html
Zitat:
Die Große Koalition will die von Bundesjustizminister Heiko Maas vorgelegte Reform des Sexualstrafrechts weiter verschärfen. Der Grundsatz "Nein heißt Nein", der in der vom Kabinett beschlossenen Fassung noch fehlte, soll einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) zufolge in das Gesetz aufgenommen werden.
Zitat:
Im Gegensatz zur bisherigen Regelung soll demnach der Straftatbestand der Vergewaltigung erfüllt sein, wenn ein eindeutiges "Nein" bei der körperlichen Annäherung missachtet werde.

Da lustigerweise das "eindeutige Nein" nicht definiert ist und wird, so wie der Begriff "sexuelle Handlung" seit eh und je, sind wir damit auch gleichzeitig beim "Ja heißt Ja"-Prinzip. Schließlich nimmt man bei der bisherigen Reform auch Zustände wie "Schockstarre" oder "Befürchtung vor einem Übel" bei der Verurteilung in Betracht.

Siehe auch bisherige veröffentlichte Reform:
http://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgeb ... mmung.html
Zitat:
Wer unter Ausnutzung einer Lage, in der eine andere Person
1. aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands zum Widerstand unfähig ist,
2. aufgrund der überraschenden Begehung der Tat zum Widerstand unfähig ist
oder
3. im Fall ihres Widerstandes ein empfindliches Übel befürchtet,
sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder an sich von dieser Person
vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren,in minder schweren Fällen der Nummern 2 und 3 mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

https://www.tagesschau.de/inland/sexualstrafrecht-reform-105.html hat geschrieben:
Laut dem Bericht der FAS will die Koalition die Reform des Sexualstrafrechts noch vor der Sommerpause im Bundestag beschließen.
Freude kommt auf. Bild

http://www.sueddeutsche.de/panorama/sex ... -1.2994818
Zitat:
Ob eine Tat strafbar ist oder nicht, hängt normalerweise nicht vom Verhalten des Geschädigten ab - außer, es geht um die sexuelle Selbstbestimmung. Ob hier eine Straftat vorliegt oder nicht, hängt vom Opfer ab. Eine Vergewaltigung ist nach geltendem Recht daher nur eine, wenn sich Betroffene körperlich gewehrt haben oder die Täter eine schutzlose Lage ausgenutzt haben.
Zitat:
Nun zeichnet sich ein historischer Paradigmenwechsel ab.


Man möchte auf die Liebestaumelei nicht verzichten und weiterhin auf der sicheren Seite stehen bleiben?
So geht's liebe Männeken: https://www.youtube.com/v/watch?v=Z2iF0uHa3hI

Alternativ kann man aber auch anfangen einfach rein gar nichts mehr ernst zu nehmen. Verkopft oder nicht verkopft. -prost-


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 17.05.2016, 22:45 


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BeitragVerfasst: 18.05.2016, 10:07 
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Mal davon abgesehen, dass flirten ja nicht automatisch körperliche Annäherung heisst, sehe ich trotzdem die neue Regelung als problematisch an.
Natürlich sollte gegen den Willen angefasst zu werden auch strafbar sein (was es zu meiner Verwunderung bisher offenbar nicht war), aber leider öffnet die neue Regelung wohl auch viel mehr Möglichkeiten für die Frau sich zu 'rächen', sprich falsch zu beschuldigen.


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BeitragVerfasst: 18.05.2016, 19:21 
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frankie hat geschrieben:
Natürlich sollte gegen den Willen angefasst zu werden auch strafbar sein (was es zu meiner Verwunderung bisher offenbar nicht war)

Genau das ist es aber. Die scheinheilige Begründung dass z.B. wegen der Geschehnisse zur Silvesternacht in Köln und anderen Städten es eine neue Reform bräuchte ist glatter Unfug.
Dazu ein Zitat von Bundesrichter Fischer:
https://www.youtube.com/v/bdO0WH-v6X8?s ... autoplay=1 (35 Sekunden)

Um bei Thomas Fischer zu bleiben, passend zum Thema:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ht/seite-4
Zitat:
Was sind empfindliche Übel? Schauen Sie in einen StGB-Kommentar, da finden Sie tausend Beispiele: Rückforderung von Schulden, Benachteiligung um Arbeitsverhältnis, Kündigung, Anschwärzen beim Arbeitgeber, Lebenspartner, Durchsetzen von Forderungen; Alleingelassenwerden in fremder Umgebung; Ohne Schirm durch den Regen laufen müssen. Beinahe alles kann ein "empfindliches Übel" sein, wenn es nur vom "Opfer" als solches empfunden wird.

Zitat:
Ein kleiner Test:

1) Wie oft in Ihrem Leben haben Sie eine andere Person a) angefasst, b) geküsst, c) zu sexuellen Handlungen aufgefordert, obwohl Sie sich nicht sicher waren, ob sie wollte? Wie oft haben Sie "ambivalente" Situationen erlebt?

2) Wie oft haben Sie einem drängenden Verlangen einer anderen Person nach 1) Berühren des Körpers, b) Zungenkuss, c) Berühren der Genitalien, d) Geschlechtsverkehr nachgegeben, obwohl es Ihnen unangenehm und eigentlich nicht willkommen war? Wie viele dieser Fälle sollten mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden?


Es ist die Willkürlichkeit von der ich seit Jahren spreche. Bislang moralisch, zukünftig nun auch handfest juristisch. Strafgesetzlich.

Man könnte das Ganze noch weiter auseinander nehmen aber... wozu? Rede im Endeffekt eh nur mit mir selber. :mrgreen: Selbst wenn es wie hier Schwarz auf Weiß steht nimmt das wie gehabt eh so gut wie kein Schwein ernst. Man lacht immer noch darüber. Zuckt mit den Schultern. Oder findet das alles sogar gut. Von mir aus können die Leute das mittlerweile so sehen. Ist okay. Denn das Land hier ist für mich eh zur reinen Unterhaltungsshow mutiert. -trinken-


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BeitragVerfasst: 24.06.2016, 16:01 
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Nun noch 13 Tage bis zur wahrscheinlichen Sexualstrafrecht-Reform und damit dem endgültigen Riegel zwischen Mann und Frau. Bild

Bundestag - 182. Sitzung, Donnerstag, 07.07.2016 [...] Tagesordnungspunkt 5

Wer die Show nicht verpassen möchte ;) : Um kurz vor 11, nach Merkels Rede, fängt dann hier wahrscheinlich die Party an. Yeah. Bild


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BeitragVerfasst: 25.06.2016, 22:41 
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Rosta hat geschrieben:
Nun noch 13 Tage bis zur wahrscheinlichen Sexualstrafrecht-Reform und damit dem endgültigen Riegel zwischen Mann und Frau. Bild

Ach Quatsch .. davon lassen sich nur ängstliche Pessimisten beeinflussen. Mein Verhalten würde das Gesetz sicher nicht ändern.


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 10:57 
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Könnte man auch Chance sehen: Frau wird lernen müssen sich deutlich unter artikulieren. Entweder ja oder nein. Aber nicht ein Nein, dass aber eigentlich ein Ja ist. Und Frau dann noch tiefst gekränkt ist, weil Er nicht so reagiert hat wie sie es wollte. Trifft aber nur auf einen kleinen Prozentsatz zu, die meisten Frauen haben solche Spielchen nicht notwendig, und das Gros der Männer schätzt das Verhalten schon richtig ein.

Ein Nein bleibt für mich ein Nein. Ich will schliesslich genau so behandelt und mein "Nein" als solches verstanden wissen.

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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 19:44 
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Soweit sogut Burt. :)
Aber lass dir nochmal einen ganz bestimmten, faszinierenden Gesetzesvorschlag auf der Zunge zergehen. Der ist einfach zu gut:

Wer unter Ausnutzung einer Lage, in der eine andere Person im Fall ihres Widerstandes ein empfindliches Übel befürchtet, sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder an sich von dieser Person vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren,in minder schweren Fällen [...] mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.


Was sind empfindliche Übel ?
Zitat:
Schauen Sie in einen StGB-Kommentar, da finden Sie tausend Beispiele: Rückforderung von Schulden, Benachteiligung um Arbeitsverhältnis, Kündigung, Anschwärzen beim Arbeitgeber, Lebenspartner, Durchsetzen von Forderungen; Alleingelassenwerden in fremder Umgebung; Ohne Schirm durch den Regen laufen müssen. Beinahe alles kann ein "empfindliches Übel" sein, wenn es nur vom "Opfer" als solches empfunden wird.

Burt81 hat geschrieben:
Und Frau dann noch tiefst gekränkt ist, weil Er nicht so reagiert hat wie sie es wollte.

Und genau das wird uns dadurch zum Verhängnis. Ist das nicht geil? :mrgreen:


Oleee, ole ole oleeee, hier kommt das Geeeee-setz, oleeee.
Public Viewing for the Bundestach ! So stell ich mir das am 7.Juli vor. Bild

Bild


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BeitragVerfasst: 26.06.2016, 21:47 
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Ich bin kein Jurist, und vor Gericht gestellt werden kann man in Deutschland theoretisch für vieles.
Die jetzige Gesetzeslage ist aber auch nicht zu halten.

Was wäre denn Dein Vorschlag?

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BeitragVerfasst: 27.06.2016, 00:26 
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Es zu belassen wie es ist.

Warum ist deiner Meinung nach das jetzige Gesetz nicht haltbar?


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BeitragVerfasst: 27.06.2016, 09:27 
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Rosta hat geschrieben:
Es zu belassen wie es ist.

Warum ist deiner Meinung nach das jetzige Gesetz nicht haltbar?

Weil es doch nicht sein kann dass (a) begrabschen nicht mal strafbar ist und dass (b) Frau sich bei Vergewaltigung explizit körperlich wehren musst und ein einfaches "nein ich will das nicht" nicht ausreicht.


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BeitragVerfasst: 27.06.2016, 13:14 
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Richtig, Frankie!

Um es mal mit einem Beispiel zu verdeutlichen: Ein Einbruch bleibt ein Einbruch, auch wenn ich dem Einbrecher gegenüber stehe und ich mich körperlich nicht wehre.
Es bleibt selbst dann ein Einbruch, wenn ich alle Türen und Fenster offen stehen lasse.

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BeitragVerfasst: 27.06.2016, 20:59 
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TL;DR:

Diese Behauptungen sind freie Erfindungen und Tatsachenverdrehungen der Medien. Es gibt keine Schutzlücken.



---


Burt81 hat geschrieben:
Ein Einbruch bleibt ein Einbruch, auch wenn ich dem Einbrecher gegenüber stehe und ich mich körperlich nicht wehre.
Es bleibt selbst dann ein Einbruch, wenn ich alle Türen und Fenster offen stehen lasse.

Eben deswegen stellt sich die Frage wie genau im Bezug zur Sexualität dies klar definiert werden soll oder überhaupt kann: Was ein Einbruch ist und was ein willkommener Besuch ist. Vor allem inwiefern dies vom Einzelnen frei gedeutet werden darf. (!)

Dazu nochmal ein Zitat von weiter oben:
Zitat:
Ob eine Tat strafbar ist oder nicht, hängt normalerweise nicht vom Verhalten des Geschädigten ab - außer, es geht um die sexuelle Selbstbestimmung. Ob hier eine Straftat vorliegt oder nicht, hängt vom Opfer ab. Eine Vergewaltigung ist nach geltendem Recht daher nur eine, wenn sich Betroffene körperlich gewehrt haben oder die Täter eine schutzlose Lage ausgenutzt haben.


Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Einbruch und einer sexuellen Annäherung: Beim ersteren ist es eindeutig (Ziel: Diebstahl) , beim Zweiteren steht es völlig offen (Ziel: Annäherung).

Da stellen sich nun mal Fragen wie:
Wie genau sind sexuelle Annäherungen allgemeinhin zu bewerten?
Wie soll man das Ganze bezüglich des widersprüchlichen Empfinden und Verhaltens in der Sexualität tatsächlich erklären und gerecht festsetzen? Oder vielmehr: Ist das überhaupt allumfassend möglich?

Drei Dinge die mir dazu spontan einfallen:
1) http://www.ostsee-zeitung.de/Region-Ros ... getaeuscht
2) http://250kb.de/u/160627/p/QZS826p1405x.png
3) "Wenn zwei dasselbe tun ist es noch lang nicht dasselbe" (Unattraktiv vs. Attraktiv ; Annäherung ungewünscht vs. Annäherung gewünscht)

*zack* sind wir wieder bei der feministischen Grundhaltung gegenüber dem Mann angelangt: Er solle doch bitte stets intuitiv, also per Eingebung, so handeln wie es ihr gerade passt.
Abgesehen davon ignoriert man völlig die Regeln der Sexualität. Flirten und Beziehungsanbahnung ist nun mal ein Spiel mit den Grenzen. Ein Einbruch ist es nicht da es hier klare Grenzen gibt.

Daher kann es nicht sein dass man für etwas bestraft werden kann, wenn man selbst bewusst überhaupt keine bösen Absichten verfolgt, dies aber vom Gegenüber beliebig anders aufgefasst und ausgelegt werden kann. Moralisch eh schon, und nu auch strafrechtlich.
Genau da sind wir beim Hauptgrund dieses Themas: Die Willkürlichkeit dieses Gesetzesentwurfs , genau so wie die Femi-Propaganda die ja schon seit Ewigkeiten läuft. Spätestens nach dem Gespräch Schwarzer vs. Vilar damals. Was vorher medial u. dadurch auch gesellschaftlich moralisch verbreitet wurde, soll nun ebenso strafgesetzlich relevant sein. Stückchen für Stückchen gehts weiter Richtung Zerstörung des Geschlechterverhältnisses.


frankie hat geschrieben:
Rosta hat geschrieben:
Es zu belassen wie es ist.

Warum ist deiner Meinung nach das jetzige Gesetz nicht haltbar?
Weil es doch nicht sein kann dass (a) begrabschen nicht mal strafbar ist

und dass (b) Frau sich bei Vergewaltigung explizit körperlich wehren musst und ein einfaches "nein ich will das nicht" nicht ausreicht.

a) Problem: Wie soll man das zu bestrafende Begrabschen allgemeinhin definieren?

Etwa wie in Österreich? Dieses Land wird z.B. in den aktuellen Debatten als "positives Beispiel" herangezogen.
Dort gibt es nämlich seit dem 01.01.2016 einen sogenannten "Grabsch-Paragraph": https://rdb.manz.at/document/ris.n.NOR40173703

§218 Abs.1:
Wer eine Person durch eine geschlechtliche Handlung an ihr belästigt, ist, wenn die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer
Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.


und weiter:
Nach Abs. 1 ist auch zu bestrafen, wer eine andere Person durch eine intensive Berührung einer der Geschlechtssphäre zuzuordnenden
Körperstelle in ihrer Würde verletzt.


1.) Unmissverständliche juristische Definition von "geschlechtliche Handlung". Das gleiche Problem wie hierzulande: Beliebigkeit.
viel wichtiger bzw. Hauptproblem: 2.) Ebenso bei Belästigung und Würde. Diese werden auch nicht allgemeinhin definiert, sondern weitgehenst der Willkür der jeweiligen einzelnen Person überlassen. Völlig bescheuert.

Auch interessant ist der neue § 205a:
https://rdb.manz.at/document/ris.n.NOR40173745
"Gegen deren Willen" ... "unter Ausnützung einer Zwangslage" ... "vorangegangener Einschüchterung" ...
Alles abermals weitgehenst beliebig auslegbare Begriffe.

http://kurier.at/chronik/oesterreich/st ... 27.227.046
Zitat:
das Sex-Verbot bei "Ausnützung einer Zwangslage" sieht der Strafrechtler als problematisch an. Diese könnte bei wirtschaftlicher Abhängigkeit eines Partners schnell erfüllt sein.

https://familiefamilienrecht.wordpress. ... aldelikte/
Zitat:
Das Ausnützen einer Zwangslage kann vieles bedeuten. Ist die Frau in einer Zwangslage, wenn sie ihr Mann verlassen oder ihr den Zugriff zu seinem Konto sperren will, wenn sie nicht mit ihm schläft? Ist der Mann in einer Zwangslage, wenn ihn die Ehefrau auf die Straße setzt, wenn er nicht wieder mit ihr anstatt mit der Freundin schläft?

Daher nochmal die Frage:
Wie soll man das zu bestrafende Begrabschen allgemeinhin gerecht definieren? Oder viel mehr: Ist das überhaupt auf einer gerechten Ebene möglich?




b) Das ist ein Trugschluss. Dank unserer "fairen" Medien. ;)
An dieser Stelle möchte ich nochmal mit dem einen oben verlinkten Artikel antworten:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ht/seite-3
Zitat:
Angeblich hat nämlich die Rechtsprechung entschieden, dass Paragraf 177 Abs. 1 Nr. 3 nur dann erfüllt ist, wenn "das Opfer sich wehrt".

Das ist genau das Gegenteil dessen, was der BGH seit zehn Jahren in ständiger Rechtsprechung sagt. Danach ist der Tatbestand nämlich gerade dann erfüllt, wenn das Opfer "aus Angst … keinen Widerstand leistet". Viele Hundert Fälle sind höchstrichterlich so entschieden worden; es gibt an dieser Rechtslage keinen Zweifel. In der stoisch wiederholten Kampagnen-Meinung wird – unbeeindruckt – trotzdem weiterhin das Gegenteil behauptet. Zum Beweis werden vier (von 20.000) erstinstanzliche und zwei (von 2.000) Revisionsentscheidungen aus den letzten zehn Jahren vorgewiesen, die man als "problematisch", fehlerhaft, unzutreffend bezeichnen kann oder muss. Selbst das weiß man allerdings nicht ganz genau, weil Richter und Urteilsverfasser keine Literaten sind (sein müssen), manchmal dogmatische Ebenen verwechseln oder Zweifel an der einen Stelle (zum Beispiel Vorsatz) als "Lücken" an einer anderen Stelle (Sachverhalt) darstellen, weil das einfacher ist. Nicht hinter jeder zweifelhaft erscheinenden Begründung steckt ein veritables Fehlurteil. Aber hinter manchen. Und auch der BGH macht gelegentlich Fehler.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ht/seite-5
Zitat:
Wohin des Wegs?

Frage: Wie viele Sexualtäter der "Kölner Silvesterereignisse" sind bisher verurteilt worden? Antwort: Null. Frage: In wie vielen Fällen lag das daran, dass eine "Strafbarkeitslücke" bestand? Antwort: Null. Frage: Wie viele Fälle der "weiblichen Genitalverstümmlung" sind seit Einführung des Tatbestands vor einem Jahr abgeurteilt worden: Antwort: Null. Frage: Wie viele Fälle der sexuellen Nötigung/Vergewaltigung sind im letzten Jahr eingestellt worden, weil das Tatopfer sich "nicht genügend gewehrt" hat? Antwort: Null.

Zitat:
Experten

Zitat:
"Der Entwurf… bleibt auf halbem Weg stehen. Nach wie vor wird am alten Prinzip festgehalten, dass sich im Grundsatz ein Opfer gegen sexuelle Gewalt wehren muss. Nur dann ist das Verhalten des Täters strafbar."

Dies sagt uns, einmal mehr wider alle Tatsachen, auf tagesschau.de Frau Follmar-Otto, Abteilung Menschenrechtspolitik am "Deutschen Institut für Menschenrechte". Das Institut (ein 2001 gegründeter gemeinnütziger Verein) ist einer der Hauptträger der Kampagne zur Verschärfung. Seine Direktorin hat, so sagt es die Webseite, 1981 den 5. Preis beim Schülerwettbewerb Geschichte errungen.

Zum Entwurf der Bundesregierung hat sich das Institut schon wieder profund geäußert: Ganz schlecht! Eklatanteste Schutzlücken! Besonders bedenklich findet man, dass der Täter des neuen Paragraf 179 Abs. 1 Nr. 3 (Ausnutzen einer Lage, in der das Opfer "ein Übel befürchtet") auch noch Vorsatz haben muss. Die Strafbarkeit sollte vielmehr schon dann eintreten, wenn das "Opfer" sich – ohne es zu sagen – vor irgendetwas fürchtet und der Täter dies gar nicht bemerkt.


Zitat:
Deutschland ist derweil auf dem Weg ins Paradies der Strafbarkeit fahrlässiger Zungenküsse.

:mrgreen:
-duohüpf-


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BeitragVerfasst: 29.06.2016, 13:29 
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Seht ihr? ;)

Übrigens hier noch ein aktuelles Sahnehäufchen bis es nächste Woche eeeeendlich zur Show-Premiere kommt. :mrgreen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ettansicht
Zitat:
Auf vielfachen Wunsch – aber wirklich nur deshalb! – erlauben wir uns, zum Thema aller Themen, zur Entscheidungsschlacht von Gut und Böse, zur Mutter aller Strafrechtsreformen, also zur noch vor der Sommerpause umzusetzenden Reform des SEXUAL-Strafrechts ein letztes Mal Ausführungen zu machen.

Zitat:
Im Absatz 1 ist eine Pseudo-Nötigung bestraft: handeln gegen den "erkennbaren Willen". Was immer das sein mag: "erkennbar". Erkennbar für wen: Den Täter oder einen objektiven Dritten (etwa das Gericht)? Der Unterschied zwischen einem "erkennbaren" und einem "erkannten" Willen ist ersichtlich, dass es bei der Erkennbarkeit auf das tatsächliche Erkennen nicht ankommt; es reicht, dass die Erkenntnis gegeben sein könnte, wenn bestimmte Voraussetzungen vorlägen (ordentliches Nachdenken; angemessene Anstrengung und so). Das heißt: Hier haben wir es mit einem Fahrlässigkeitstatbestand zu tun.

Zitat:
6) Missbrauch und Nötigung

Im Absatz 2 des Tatbestands finden wir den bisherigen Paragrafen 179 Strafgesetzbuch wieder: sexueller Missbrauch willensunfähiger Personen. Die dogmatischen Verästelungen gehören nicht hierher, wohl aber der Hinweis: Dies ist die Verschmelzung des "Opfers" von Missbrauch und von Nötigung. "Missbrauch" (zum Beispiel von Kindern, von Jugendlichen, von Gefangenen, von psychisch Kranken, von Willensunfähigen) wird ja jetzt schon in vielen Tatbeständen bestraft. Er zeichnet sich dadurch aus, dass es auf den Willen der betroffenen Person überhaupt nicht ankommt, weil ihre Willensbildung entweder "defekt" ist oder als solche postuliert wird: Ein frühreifes Mädchen im Alter von 13 Jahren, 11 Monaten und drei Wochen darf einem Zungenkuss oder einem Griff an ihre Brust nicht zustimmen – sie ist "Kind" und muss daher auch gegen ihren Willen geschützt werden.

Ebenso ist es mit geisteskranken Personen: Sie dürfen einfach nicht zustimmen, auch wenn sie es wollen.

Diesen Personengruppen stellt das neue Gesetz nun Menschen gleich, die erwachsen, gesund, widerstandsfähig und nicht in einer Zwangslage sind. Menschen, die in keiner Weise unter Zwang stehen, aber aus unerklärlichen (s.o.) Gründen ihren entgegenstehenden Willen trotzdem nicht durchsetzen (und dies noch nicht einmal versuchen), werden endlich den Kindern und Geisteskranken gleichgestellt und "geschützt".

-ha- -uuaahh- !!!! :D
Dieser Artikel ist einfach nur goldwert. Lacher inklusive.
Bild Bis nächste Woche zum Public Viewing. Bild

Bild
Beginn der Show: Bundestagsdebatte - 07.Juli 2016 - wahrscheinlich ca. 11 Uhr

;)


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BeitragVerfasst: 02.07.2016, 22:36 
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Da keiner von uns Recht studiert hat, mal einen Artikel einer Autorin, die ich sehr schätze. Sie hat einen eher unaufgeregten und vornehmlich sachlicheren Blick auf den Gesetzentwurf, und das überzeugt mich erheblich mehr als die Kolumnen von Hr. Fischer:

http://www.zeit.de/2016/28/sexualstrafrecht-verschaerfung-kritik

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BeitragVerfasst: 03.07.2016, 01:51 
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Danke für den Tipp Burt. Ist wirklich ein guter Artikel.

Für mich wichtigste Aussage:
Zitat:
In Berlin zeigte der Imam Kerim Ucar eine Lehrerin der Platanus-Schule an, weil diese ihn dazu zwingen wollte, ihr die Hand zu reichen.
Zitat:
Nach der neuen Sexualstrafrechtsreform käme womöglich eine Anzeige wegen des Straftatbestandes der "Nötigung" infrage, wenn der Imam – und auf seine subjektive Sicht als Opfer kommt es künftig an – sich von der Lehrerin sexuell belästigt fühlt: Immerhin wollte sie, die er aufgrund ihres Geschlechtes nicht anfassen mochte, seine Berührung erzwingen. Eine Illustration für die Absurdität der "Nein heißt nein"-Reform.


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