†Absolute Beginners: Unerfahren

UEberwiegend dummes Gelaber von Flachpfeifen
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BeitragVerfasst: 08.04.2015, 10:29 
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Ich möchte hier nochmal auf das Buch "Männliche Absolute Beginner: Ein Kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit" von Robin Sprenger hinweisen. Der Hauptteil dieses Buches beschreibt einen Versuch in dem das Kommunikationsverhalten von MABs im Vergleich zu anderen Singles und verpartnerten Männern beobachtet wurde. Es zeigten sich signifikante Unterschiede.

Der Versuchsaufbau war dabei wie folgt: Das verbale und nonverbale Kommunikationsverhalten der Probanden (aus den drei Stichprobengruppen MABs, Singles, Verpartnerte) wurde mit einer Videokamera aufgezeichnet. Im Anschluss hat man die Aufzeichnungen einer Gruppe "naiver" Beobachterinnen zur Einschätzung vorgelegt. Es wurde eine Cafe-Ansprechsituation simuliert. Die Probanden sollten zum Tisch von "Franziska" gehen, ein Gespräch mit ihr anfangen und schließlich nach einem Date fragen.

Im Ergebnis zeigte sich erstaunlicherweise, dass die Gruppe der MABs statistisch gesehen als die ineffektiveren Flirter bewertet wurde. Es mangelte an souveränem Auftreten. Teilweise war die Körpersprache schlecht, der Proband hatte z.B. die Arme unter dem Tisch. Oder Lächeln und Blickkontakt stimmte nicht. Manche Probanden siezten Franziska sogar. Einige kamen unmännlich rüber und erregten bei den "naiven" Beobachterinnen regelrecht Mitleid. Es wurden also teilweise eklatante Fehler gemacht.

Natürlich darf man daraus nicht schließen, dass alle MABs Kommunikations-Legastheniker seien. Bei den meisten dürfte hier alles in Ordnung sein. Und doch zeigt der Versuch, dass man sich in einigen wenigen Fällen das Kommunikations- und Flirtverhalten des MAB näher anschauen muss. Denn eines ist klar: Wenn es hier schon nicht stimmt, dann erübrigen sich erst mal alle anderen Debatten.

Betroffene MABs sollten als erstes zusehen, dass sie die grundlegenden Kommunikations- und Flirttechniken gut beherrschen lernen. Man sollte sich der möglichen Problematik bewusst sein und sich in der Praxis beim Anbandeln kritisch selbst beobachten. Stimmt die Mimik und die Körpersprache? Kann ich den Blickkontakt halten? usw.

Nebenbei bemerkt: Die Fähigkeit den Blickkontakt zu halten und anderen in die Augen zu sehen kann garnicht hoch genug eingeschätzt werden (http://www.samharris.org/blog/item/look-into-my-eyes), wenn man andere für sich gewinnen will. Wer hier schwach ist, sollte unbedingt daran arbeiten.

Ich empfehle die Lektüre des Sprenger, das Buch ist wirklich lesenswert und anders als die populärwissenschaftlichen Beiträge von Hoffmann und Roedenbeck ein wissenschaftliches Werk. Das Buch diskutiert auch viele weitere Aspekte der MAB-Problematik wie etwa den Männerüberschuss und Verzerrungen auf dem Partnermarkt oder das problematische weibliche Partnerwahlverhalten. Der Anhang enthält umfangreiches Tabellenmaterial, das Literaturverzeichnis umfasst mehr als 10 Seiten.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 08.04.2015, 10:29 


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BeitragVerfasst: 08.04.2015, 10:58 
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BeitragVerfasst: 08.04.2015, 20:36 
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GertJonnyHansson hat geschrieben:
Bei den meisten dürfte hier alles in Ordnung sein. Und doch zeigt der Versuch, dass man sich in einigen wenigen Fällen das Kommunikations- und Flirtverhalten des MAB näher anschauen muss.


Das sind aber nicht die Schlüsse, die Sprenger zieht. Er verweist im übrigen explizit darauf, das die Stichprobe recht klein ist und auch von der Zusammensetzung problematisch ist, und die Ergebnisse daher nur sehr vorsichtig generalisiert werden können.

Zu behaupten "bei den meisten" dürfte alles in Ordnung sein und bei "einigen wenigen Fällen" man sich das Kommunikationsverhalten anschauen müsste, entspricht aber in keinster Weise dem was Sprenger herausgefunden hat. Er bezieht sich ja mit seiner Arbeit auf das Kommunikationsverhalten, und das Hauptergebnis ist eben, das dieses bei den ABs sich negativ anders darstellt als im Vergleich zu Singles und verpartnerten!

Er betont es nochmals indirekt: "Bei einzelnen Absoluten Beginnern bleibt es weitgehend unklar, warum sie partnerlos bleiben. Ihre Partnerlosigkeit lässt sich jedenfalls nicht direkt mit Schüchternheit oder den anderen Merkmaldimensionen erklären, die im Rahmen dieser Studie herausgearbeitet werden konnten. Vielmehr wirken diese Probanden „seltsam“, „kautzig“ und lösen Abwehrreaktionen aus." (Sprenger 2014, S. 314 )

Er sagt auch das das Aussehen nicht das primäre Auswahlkriterium ist, aber auch nicht zu vernachlässigen ist. Es ist eben auch ein Kriterium, "die Attraktivität der Probanden in dieser Untersuchung wie auch in der Lebenswirklichkeit nicht unabhängig vom nonverbalen Kommunikationsverhalten eingeschätzt wird." (Sprenger 2014, S. 297)

Kurz: stimmt das Kommunikationsverhalten, ist die physische Attraktivität weniger wichtig als Selektionskriterium.

Es ist eben also nicht so, wie Gert es hier behauptet. Das Kommunikationsverhalten ist seiner Studie zufolge bei den meisten ABs eines der wichtigsten Schwachpunkte, und sehr vielen wäre demnach also geholfen am Kommunikationsverhalten zu arbeiten.

Ansonsten ist das Buch wirklich zu empfehlen, weil es zum einen den ein oder anderen Mythos aufräumt, und zum anderen aber gewisse Beobachtungen von ABs bestätigt oder relativiert.

Was es aber nicht tut: direkte Tips und Lösungswege anbieten. Die kann man aber aus den Ergebnissen für sich selber erkennen, sofern man den Blick auf sich selber richtet!

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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 07:29 
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Mal ganz ernsthaft gefragt, brauche ich dazu so ein buch? Woran es bei mir im Argen lag/liegt das weiß ich doch auch so.
Das ist genau das was ich mist finde. Irgendwelches Ursachengelaber und statistische Untersuchungen statt konkrete Dinge was ich bei mir ändern kann


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 07:37 
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GertJonnyHansson hat geschrieben:
Ich möchte hier nochmal auf das Buch "Männliche Absolute Beginner: Ein Kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit" von Robin Sprenger hinweisen. Der Hauptteil dieses Buches beschreibt einen Versuch in dem das Kommunikationsverhalten von MABs im Vergleich zu anderen Singles und verpartnerten Männern beobachtet wurde. Es zeigten sich signifikante Unterschiede.


Wie sollte es denn auch anders sein?
Wer nie an Frauen rankommt, wie soll der gelernt haben souverän aufzutreten?

Es ist wie bei einem Arbeitslosen, dem man nachsagt, er hätte keine Arbeitserfahrung: Ohne Job keine Arbeitserfahrung, ohne Arbeitserfahrung kein Job.
Oder wie hier: Ohne Erfahrung mit Frauen keine erfolge bei Frauen - ohne Erfolge bei Frauen keine Erfahrung mit ihnen - ein Teufelskreis der kaum zu durchbrechen ist.


Zuletzt geändert von Lion am 09.04.2015, 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
Zitat repariert


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 12:33 
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Ich finde die Überschrift unglücklich gewählt. Es geht eben nicht wirklich um Techniken, die man einfach nur draufhaben muß. Übt man diese ein, wird man selbst bei guter Beherrschung dieser Techniken mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach nur einer dieser ABs, die "seltsam und kauzig" (steht das im Buch echt mit t? ;)) wirken und wo sich der Herr Sprenger dann beim besten Willen offenbar nicht erklären kann, woran das liegen könnte. Weil sie doch alles "richtig" machen.

Mal abgesehen davon, daß ich bezweifle, daß es viele ABs gibt, die wirklich kaum Peilung von Dingen wie Blickkontakt, Körpersprache usw. haben. Da werden sich viele vermutlich sogar deutlich mehr mit beschäftigt haben als der 08/15-Normalo, der sich im Alltag gar keinen Kopf um sowas macht. Und der auch noch bei wenig Augenkontakt und mit den Händen unterm Tisch normaler und natürlicher wirken würde als ein kauziger AB, der alle vermeintlichen Regeln perfekt befolgt.

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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 17:09 
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Wächter hat geschrieben:
Ich finde die Überschrift unglücklich gewählt. Es geht eben nicht wirklich um Techniken, die man einfach nur draufhaben muß. Übt man diese ein, wird man selbst bei guter Beherrschung dieser Techniken mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach nur einer dieser ABs, die "seltsam und kauzig" (steht das im Buch echt mit t? ;)) wirken und wo sich der Herr Sprenger dann beim besten Willen offenbar nicht erklären kann, woran das liegen könnte. Weil sie doch alles "richtig" machen.

Mal abgesehen davon, daß ich bezweifle, daß es viele ABs gibt, die wirklich kaum Peilung von Dingen wie Blickkontakt, Körpersprache usw. haben. Da werden sich viele vermutlich sogar deutlich mehr mit beschäftigt haben als der 08/15-Normalo, der sich im Alltag gar keinen Kopf um sowas macht. Und der auch noch bei wenig Augenkontakt und mit den Händen unterm Tisch normaler und natürlicher wirken würde als ein kauziger AB, der alle vermeintlichen Regeln perfekt befolgt.

"Techniken" ist vielleicht wirklich ein schlechtes Wort. Ich meinte das nicht im oberflächlichen Sinn wie "Pickup-Techniken".

Wenn Leute "seltsam und kauzig" erscheinen, dann heisst das aber meiner Meinung nach dennoch, dass sie z.B. die nonverbale Kommunikation nicht richtig geschmeidig drauf haben. Kommt z.B. bei Aspergern oft vor. Deren Mimik und Gestik wirkt manchmal "gestelzt", wie das "overacting" bei einem schlechten Schauspieler. Sowas ist sicher schwieriger zu beheben als wenn man z.B. nur lernen muss Blickkontakt zu halten

Kann aber natürlich auch sein, dass hier bestimmte Formen von äußerer Unattraktivität einfach mit den Worten "seltsam und kauzig" umschrieben wurden und das in Wahrheit nichts mit dem Verhalten zu tun hat.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 18:15 
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Beisser41 hat geschrieben:
GertJonnyHansson hat geschrieben:
Ich möchte hier nochmal auf das Buch "Männliche Absolute Beginner: Ein Kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit" von Robin Sprenger hinweisen. Der Hauptteil dieses Buches beschreibt einen Versuch in dem das Kommunikationsverhalten von MABs im Vergleich zu anderen Singles und verpartnerten Männern beobachtet wurde. Es zeigten sich signifikante Unterschiede.


Wie sollte es denn auch anders sein?
Wer nie an Frauen rankommt, wie soll der gelernt haben souverän aufzutreten?

Es ist wie bei einem Arbeitslosen, dem man nachsagt, er hätte keine Arbeitserfahrung: Ohne Job keine Arbeitserfahrung, ohne Arbeitserfahrung kein Job.
Oder wie hier: Ohne Erfahrung mit Frauen keine erfolge bei Frauen - ohne Erfolge bei Frauen keine Erfahrung mit ihnen - ein Teufelskreis der kaum zu durchbrechen ist.

Es geht hier nicht um souveränes Auftreten in der Beziehung, sondern um souveränes auftreten beim Werbeverhalten, um eine Beziehung zu bekommen. Und hier verfügt der typische MAB (notgedrungen!) über viel mehr Praxiserfahrung als der Durchschnittsmann.

Beim Vergleich mit dem Arbeitslosen müsste man also das souveräne Auftreten beim Bewerbungsgespräch heranziehen. Und hier ist es genauso. Der schlecht qualifizierte Langzeitarbeitslose beherrscht das aus dem Effeff, weil er das notgedrungen schon sehr oft machen musste, und Übung nunmal den Meister macht. Der Hochqualifizierte, um den sich die Firmen reißen und dem die Headhunter nachstellen, wird in dieser Disziplin gegen den Langzeitarbeitslosen alt aus sehen. Er muss das aber auch garnicht können. Am Ende bekommt der Langzeitarbeitslose den Job dennoch nicht, weil seine Qualifikation einfach nicht ausreicht.

Analog dürfte der gutaussehende Bad-Boy ein miserabler Flirter sein. Das braucht er auch nicht zu können, ist bei seiner hohen Attraktivität ja auch irrelevant. Der MAB hingegen hat (im Normalfall) das Kommunikations- und Flirtverhalten aufgrund des vielen Trainings vielleicht absolut perfekt drauf, bekommt die Frau aber am Ende dennoch nicht, weil seine Attraktivität einfach nicht ausreicht.

Allerdings: Das eben beschriebene trifft nicht auf alle MABs zu. Ich würde bei MABs grob zwischen zwei Typen unterscheiden:

Typ I ist der Standard-Fall: Ein unterdurchschnittlich attraktiver Mann, der soziale Kommunikation und Flirten sehr gut beherrscht und hier keine Auffälligkeiten zeigt, jedoch aufgrund seiner geringen Attraktivität bisher noch kein Glück auf dem Partnermarkt hatte. Man könnte diese Männer auch als primäre ABs bezeichnen.

Typ II sind diejenigen, bei denen sich Auffälligkeiten im Kommunikationsverhalten zeigen, egal aus welchen Gründen auch immer (Mobbing-Erfahrung, Einzelgänger, Asperger-Disposition, etc.). Das AB-sein dieser Männer ist dann oft eine Sekundärfolge ihrer Kommunikationsschwächen. D.h. so jemand wäre womöglich nicht AB, hätte er nicht diese Defizite.

Auch wenn die Mehrheit der MABs wohl vom Typ I ist, ist der Typ II nicht gerade selten. Wenn du nun, wie in dieser Studie, 10 MABs hernimmst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass da auch Typ II-Leute darunter sind. Hier war es z.B. so, dass von den 10 AB-Probanden 4 den Lockvogel "Franziska" gesiezt haben, was ein klarer Hinweis darauf ist, dass bei denen was nicht stimmt. D.h. es waren vermutlich schon mal mindestens 4 teilnehmende MABs (40%) vom Typ II.

Die Auswahl der ABs war jedoch wohl keinesfalls repräsentativ. Z.B. hatten 3 der ABs einen Migrationshintergrund (Ausländer, die in Deutschland studieren). Das könnte auch eine Erklärung für das siezen sein.

Die 4 Typ II-Leute genügen alleine schon um den Schnitt nach unten zu ziehen, so dass am Ende rauskommt, dass MABs im Schnitt signifikante Kommunikationsschwächen zeigen. Beachte, dass das immer gemittelte Werte über eine ganze Gruppe sind. Es wäre völliger Unsinn, daraus zu schließen, die Mehrheit der MABs sei vom Typ II.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 18:39 
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GertJonnyHansson hat geschrieben:
Hier war es z.B. so, dass von den 10 AB-Probanden 4 den Lockvogel "Franziska" gesiezt haben, was ein klarer Hinweis darauf ist, dass bei denen was nicht stimmt. D.h. es waren vermutlich schon mal mindestens 4 teilnehmende MABs (40%) vom Typ II.


Ist es nicht normal, fremde Leute erst mal zu "siezen" - vor allem im fortgeschrittenen Alter Ü40?
Wir sind doch nicht mehr in der Schule oder im Sandkasten, wo man einfach so jeden schräg anlabert.

Außerdem wird so ein Verhalten von Frauen überhaupt nicht als positive bewertet, wenn der Mann kein Frauentyp ist - sie fühlt sich dann belästigt, während sie sich beim Frauentyp geehrt fühlt von dem so persönlich angesprochen zu werden.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 18:51 
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frankie hat geschrieben:
Mal ganz ernsthaft gefragt, brauche ich dazu so ein buch? Woran es bei mir im Argen lag/liegt das weiß ich doch auch so.
Das ist genau das was ich mist finde. Irgendwelches Ursachengelaber und statistische Untersuchungen statt konkrete Dinge was ich bei mir ändern kann


Ob Du es brauchst, das musst Du selber entscheiden. Ist ist definitiv kein Buch für uninteressierte Laien.

Aber die seArbeit kann helfen, Therapie- und Beratungsangebote passgenauer zu gestalten. Gibt bekanntlich nicht all zu viele professionelle und wirksame Beratungsangebote für ABs.

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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 19:16 
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Beisser41 hat geschrieben:
Wie sollte es denn auch anders sein?
Wer nie an Frauen rankommt, wie soll der gelernt haben souverän aufzutreten?


Und warum ist man nie an die Frauen herangekommen?

Sicher, da gibt es welche, die in der entscheidenden Lebensphase schwer krank waren; ständig mit den Eltern umzogen und keine dauerhafte (Freundschafts)Beziehung aufbauen konnten.
Aber wieviele betraf das?

Wenn man nicht an Frauen heran kam, dann deshalb weil man damals schon nicht souverän auftreten konnte. Da mag vielleicht das Aussehen eine Rolle gespielt haben, aber eher eine geringe. Wir sprechen ja immerhin von der Pubertät. Am ehsten weil man als Kind schon unsicher war; schüchtern, zu brav, langweilig und damit irgendwie unauffällig war. Oder so komisch und kauzig, ein "Opfertyp", der dadurch kein Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zeigte.

Wenn man dann nicht von selber gelernt hat seine Schwächen auszugleichen und daran zu arbeiten, dem ein Vorbild gefehlt hat (Kumpels, Vater, Geschwister...) hat dann irgendwann sprichwörtlich den Zug verpasst.

Aber es wird mit Sicherheit nicht so sein, das die Frau mal wieder Grund allen Übels ist....

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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 19:26 
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Burt81 hat geschrieben:
Er sagt auch das das Aussehen nicht das primäre Auswahlkriterium ist, aber auch nicht zu vernachlässigen ist.

Wo sagt er das?

Burt81 hat geschrieben:
Es ist eben auch ein Kriterium, "die Attraktivität der Probanden in dieser Untersuchung wie auch in der Lebenswirklichkeit nicht unabhängig vom nonverbalen Kommunikationsverhalten eingeschätzt wird." (Sprenger 2014, S. 297)

Zur Erläuterung für die, die das Buch nicht gelesen haben: Die Probanden wurden unbemerkt dabei gefilmt, wie sie zum Tisch des Lockvogels "Franziska" gehen, sie angraben und letztlich zum Abendessen einladen. Diese Aufnahmen wurden dann mehreren "naiven" Beobachterinnen zur Bewertung gezeigt (sie mussten einen Fragebogen ausfüllen).

Bei dem Zitat von Seite 297 geht es um die Frage, ob sich die "naive" Beobachterin den jeweiligen Probanden als Partner vorstellen könnte, wenn sie selbst Single wäre. Diese Frage wurde gestellt, nachdem die jew. Beobachterin nur den Anfangsteil der Aufnahme gesehen hat, wo der Proband zum Tisch von Franziska geht (der Film wurde an dieser Stelle angehalten). Hier kannten die Beobachterinnen also nur das Aussehen und die Körpersprache (nonverbale Kommunikation) des Probanden, er hatte noch kein Wort gesagt.

Hier war der häufigste genannte Grund im Falle einer Ablehnung (die weitaus meisten Männer wurden abgelehnt, kämen also nicht als hypothetischer Partner in Frage) die mangelnde Attraktivität (was bei Sprenger stets "physische Attraktivität" bedeutet).

Ich zitiere etwas mehr von Seite 297:

Robin Sprenger hat geschrieben:
Die meisten Argumente, mit denen eine Ablehnung der Probanden als potentielle Partner begründet wird, lassen sich in allen drei Stichprobengruppen der Kategorie der "mangelnden Attraktivität" zuordnen.
(...)
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich Absolute Beginner eben auch durch geringe physische Attraktivität auszeichnen. Die Gründe der Partnerlosigkeit sind also keineswegs ausschließlich in ihrer Persönlichkeitsstruktur und ihrem damit korrespondierenden Kommunikationsverhalten zu suchen, sondern auch mittels physischer Attraktivität in einem korrelationalen Zirkel verbunden. In diesem Zusammenhang sei zudem daran erinnert, dass die Attraktivität der Probanden in dieser Untersuchung wie auch in der Lebenswirklichkeit nicht unabhängig vom nonverbalen Kommunikationsverhalten eingeschätzt wird.

Den letzten Satz hattest du (sinngemäß) zitiert. Die angesprochene Abhängigkeit der Variablen geht aber natürlich in beide Richtungen: Schlechte nonverbale Kommunikation kann einen Menschen "hässlicher" machen. Umgekehrt wird natürlich das gleiche Lächeln bei Megan Fox eher als "charmant" eingestuft als wenn es Angela Merkel zeigt.

Die Absolute Beginner führen nicht nur in der absoluten Anzahl der Ablehnungen gegenüber den anderen beiden Stichprobengruppen (normale Singles und Verpartnerte). Bei ihnen wurde auch prozentual deutlich häufiger mangelnde Attraktivität als Ablehnungsgrund angegeben. (Tabelle auf Seite 245) (bei allen drei Stichprobengruppen was dieser Punkt jedoch der am häufigsten genannte im Falle einer Ablehnung)

Ich kann nicht nachvollziehen, wie man aus alledem folgern kann, die physische Attraktivität sei nachrangig.

Burt81 hat geschrieben:
Kurz: stimmt das Kommunikationsverhalten, ist die physische Attraktivität weniger wichtig als Selektionskriterium.

Nein, auch bei der Gesamtauswertung (also unter Einbeziehung der verbalen Kommunikation) dominiert die physische Attraktivität klar (wieder bei allen drei Stichprobengruppen). Wieder bei der Frage, ob der Proband als Partner in Frage käme.

Am wichtigsten ist die physische Attraktivität. Die Kommunkation ist klar sekundär, aber dennoch nicht unwichtig. Sprenger befasst sich als Kommunikationswissenschaftler natürlich mit letzterem Aspekt. Das nimmt den größten Raum im Buch ein.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 19:37 
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Beisser41 hat geschrieben:
Ist es nicht normal, fremde Leute erst mal zu "siezen" - vor allem im fortgeschrittenen Alter Ü40?
Wir sind doch nicht mehr in der Schule oder im Sandkasten, wo man einfach so jeden schräg anlabert.

Es ging hier um Studenten und Schüler im Altersbereich 18-35. Eine junge Studentin in einem Studenten-Cafe mit "Sie" anzugraben, kommt schon arg freakig rüber. Und im Nachtleben in Bars, Clubs und Kneipen ist das Siezen egal in welchem Alter auch ein No-Go. Freilich ist das im Alltag und im Geschäftsleben anders. Auf einem sehr formalen Opern-Ball mit überwiegend Ü40ern würde ich allerdings siezen.

Beisser41 hat geschrieben:
Außerdem wird so ein Verhalten von Frauen überhaupt nicht als positive bewertet, wenn der Mann kein Frauentyp ist - sie fühlt sich dann belästigt, während sie sich beim Frauentyp geehrt fühlt von dem so persönlich angesprochen zu werden.

Richtig, das kann man nicht trennen. Dem machohaften Schönling wird noch das rüpelhafteste Verhalten verziehen. Da heißt es dann "Ach wie süß, was für ein nettes Kompliment!". Und dem Beta-Typen wird alles zu seinem Nachteil ausgelegt. Quod licet Iovi, non licet bovi.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 21:32 
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GertJonnyHansson hat geschrieben:
Burt81 hat geschrieben:
Er sagt auch das das Aussehen nicht das primäre Auswahlkriterium ist, aber auch nicht zu vernachlässigen ist.

Wo sagt er das?


Seite 296:
Zitat:
Zitat Sprenger: Wie bereits in Kapitel 4.7 dieser Arbeit angesprochen, ist nach bisherigen
Erkenntnissen die physische Attraktivität bei Männern nicht das primäre
Selektionskriterium bei der Partnerwahl. Doch wäre es naiv, davon
auszugehen, dass die Bedeutung der physischen Attraktivität vernachlässigt
werden könnte. Denn auch wenn die Auswertung zum „ersten Eindruck“ noch
keine große Bedeutung der Attraktivität erkennen lässt, zeigt sich spätestens
bei der Entscheidung, warum ein Proband als potentieller Partner in Frage
kommt oder nicht, wie wichtig der Attraktivitäts-Faktor sein kann.


Beim ersten Eindruck zählt die physische Attraktivität noch nicht, erst bei der Entscheidung später ob oder nicht. Und beim ersten Eindruck haben die ABs im Vergleich zu den anderen beiden Probandengruppen aufgrund ihres Kommunikationsverhaltens auf die Beobachter einen schlechten Eindruck hinterlassen. Kommt dann eben noch schlechtes Aussehen hinzu, war es dann eben zu Ende. Sprenger spricht ja schließlich von Faktor.

Es ist jedenfalls für mich nicht zu folgern, das das Aussehen das Kriterium schlechthin ist. Sprenger hat die bisherigen Erkenntnisse zwar geschwächt, aber nicht völlig entkräftigt. Geht auch nicht, da die Attraktivität eine Störvariable ist: Seite 149
Zitat:
Zitat Sprenger:Mit anderen
Worten: In dem Urteil über die Attraktivität der Männer sind die unabhängigen
Variablen des kommunikativen Verhaltens und der äußeren Erscheinung
konfundiert – sie können nur schwerlich voneinander isoliert werden.


und Seite 150:

Zitat:
Zitat Sprenger: Dennoch entspringt dieser Variablen-Konfundierung das
Problem, dass die bewertenden Frauen nicht danach gefragt werden können,
ob das Anbahnungsverhalten des jeweiligen Probanden „attraktiv“ wirkt; denn
in diesem Urteil würden unweigerlich die Einzelurteile der physischen
Attraktivität und des kommunikativen Verhaltens miteinander verschmelzen.




Desweiteren:

Zitat:
.... die mangelnde Attraktivität (was bei Sprenger stets "physische Attraktivität" bedeutet).


Er definiert nicht genau was er mit Attraktivität meint. Mal erscheint es mir, das er auch die Gesamtattraktivität mit Kommunikation etc. meint. Auch kann er das bei den Beobachtern nicht genau definieren, was diese meinen, wenn sie z.B. sagen "Sympathie"....

Zitat:
Bei ihnen wurde auch prozentual deutlich häufiger mangelnde Attraktivität als Ablehnungsgrund angegeben. (Tabelle auf Seite 245) (bei allen drei Stichprobengruppen was dieser Punkt jedoch der am häufigsten genannte im Falle einer Ablehnung)


Hier zu bestätigt Sprenger nochmals das, was ich oben bereits sagte: S. 246

Zitat:
Zitat Sprenger: Im Hinblick auf die Auswertung des „ersten Eindrucks“ überraschen die
Ergebnisse zur mangelnden Attraktivität der Probanden. Während die
Absoluten Beginner beim ersten Eindruck noch am seltensten als (physisch)
unattraktiv beschrieben werden, entfallen bei ihnen für die Ablehnung als
potentielle Partner nun 23,5% der insgesamt genannten Kriterien auf ihre
mangelnde Attraktivität.


Tabelle 16 S. 264 zeigt dies ganz gut - die ABs werden nach dem Gespräch als (physisch) unattraktiver eingestuft und dies dann als Grund der Ablehnung genannt.
Ich folgere daraus, das das Kommunikationsverhalten und Auftreten weiterhin eine maßgebliche Rolle spielt, und das Aussehen erst dann bei Nichtbestehen des Kommunikationsverhalten als Ablehnungskriterium zählt.


Zitat:
Am wichtigsten ist die physische Attraktivität. Die Kommunikation ist klar sekundär, aber dennoch nicht unwichtig. Sprenger befasst sich als Kommunikationswissenschaftler natürlich mit letzterem Aspekt. Das nimmt den größten Raum im Buch ein.


Das ist Deine Interpretation, aber aufgrund der Methodik und der unzureichenden Definition der Attraktivität nicht belegbar. Sprenger geht es zwar um Kommunikation, aber bei seiner Bewertung des Attraktivitätsfaktor entkräftigt er die bisherige Forschung nicht vollends. Man darf eben nicht vergessen, das Aussehen und Kommunikation/ Auftreten miteinander verbunden sind. Und ich bin daher immer noch der Meinung das vielen von uns ABs eher geholfen wäre an Kommunikation und Auftreten zu arbeiten, als rein beim Aussehen. Dann würden sich freundschaftliche Beziehungen bieten, mit denen wir unsere Chancen kräftig erhöhen könnten. Vielleicht mit Freunden, die beim Aussehen Tips und Hilfestellungen in irgendeiner Form geben können.

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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 23:54 
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Registriert: 02.09.2014, 22:41
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Burt81 hat geschrieben:
Seite 296:
Zitat:
Zitat Sprenger: Wie bereits in Kapitel 4.7 dieser Arbeit angesprochen, ist nach bisherigen
Erkenntnissen die physische Attraktivität bei Männern nicht das primäre
Selektionskriterium bei der Partnerwahl. Doch wäre es naiv, davon
auszugehen, dass die Bedeutung der physischen Attraktivität vernachlässigt
werden könnte. Denn auch wenn die Auswertung zum „ersten Eindruck“ noch
keine große Bedeutung der Attraktivität erkennen lässt, zeigt sich spätestens
bei der Entscheidung, warum ein Proband als potentieller Partner in Frage
kommt oder nicht, wie wichtig der Attraktivitäts-Faktor sein kann.

In Kapitel 4.7 geht es aber um die Präferenzstruktur nach Grammer. Diese basiert auf Selbstauskunft der Frauen, welche erwiesenermaßen deutlich vom tatsächlichen Partnerwahlverhalten abweicht. So heißt es auf Seite 101:

Zitat:
Die oben dargestellte Präferenzstruktur nach Grammer (1998) muss dennoch in vielerlei Hinsicht relativiert werden: (...) Zudem ist insbesondere die Bedeutung der männlichen Attraktivität umstritten. Feingold (1990) kann in einer Meta-Analyse mehrerer Studien nachweisen, dass Frauen zwar angeben, dass ihnen körperliche Attraktivität bei potentiellen Patnern weniger wichtig sei, ihr tatsächliches Partnerwahlverhalten dieser Angabe jedoch widerspricht.

Feingold, Alan (1990): Gender differences in effects of physical attractiveness on romantic attraction: A comparison across five research paradigms. In: Journal of Personality and Social Psychology, 59, S.981-993.
Grammer, Karl (1998): Signale der Liebe. Die biologischen Gesetze der Partnerschaft. 3. Auflage. Hamburg: DTV

Heute weiß man, dass körperliche Attraktivität des potentiellen Partners der entscheidende Faktor ist. Dass Frauen in der Selbstauskunft etwas anderes behaupten, liegt wohl daran, dass sie sich entweder selbst falsch einschätzen oder nicht als oberflächlich erscheinen wollen.

Burt81 hat geschrieben:
Hier zu bestätigt Sprenger nochmals das, was ich oben bereits sagte: S. 246

Zitat:
Zitat Sprenger: Im Hinblick auf die Auswertung des „ersten Eindrucks“ überraschen die
Ergebnisse zur mangelnden Attraktivität der Probanden. Während die
Absoluten Beginner beim ersten Eindruck noch am seltensten als (physisch)
unattraktiv beschrieben werden, entfallen bei ihnen für die Ablehnung als
potentielle Partner nun 23,5% der insgesamt genannten Kriterien auf ihre
mangelnde Attraktivität.


Tabelle 16 S. 264 zeigt dies ganz gut - die ABs werden nach dem Gespräch als (physisch) unattraktiver eingestuft und dies dann als Grund der Ablehnung genannt.
Ich folgere daraus, das das Kommunikationsverhalten und Auftreten weiterhin eine maßgebliche Rolle spielt, und das Aussehen erst dann bei Nichtbestehen des Kommunikationsverhalten als Ablehnungskriterium zählt.

Da bringst du einiges durcheinander! Schau dir mal die erste Seite des Fragebogens an (Seite 192). Diese erste Seite wurde komplett nach dem ersten Videoabschnitt (vor dem Gespräch) in einem Rutsch ausgefüllt.

Die Frage 1 ist eine Freitextfrage: "Was ist ihr erster Eindruck von diesem Mann?". Hier hat man, sofern auf die Attraktivität überhaupt Bezug genommen wurde, versucht dies durch Textinterpretation zu extrahieren, was natürlich sehr ungenau ist.

Frage 2 fragt ab, ob der Kandidat als potentieller Partner in Frage käme und warum (nicht). Hier wurde dann im Falle von Ablehnung bei allen drei Stichprobengruppen Unattraktivität mehr als doppelt so häufig wie jeder andere Grund genannt! Prozentual am meisten bei den ABs.

Erst Frage 3 fragt präzise nach der Attraktivität, von "1 - sehr unattraktiv" bis "10 - sehr attraktiv".

Zwischen Frage 1 und Frage 3 gibt es keine Entwicklung, das ist kein "vorher - nachher", das ist alles vor dem Gespräch. Was du oben von Seite 246 zitierst, bedeutet nur, dass sich das, was aus Frage 1 über Attraktivität rausgezogen wurde, mit Frage 3 widerspricht, wohl einfach deshalb, weil die Interpretation des Freitextfeldes der Frage 1 sehr ungenau ist, und viele dort wohl auch nicht auf die Attraktivität bezug genommen haben. Die ABs schneiden bei Frage 3 schon sehr viel schlechter ab als die anderen beiden Stichprobengruppen.

Nach der ersten Seite des Fragebogens, wird der Rest des Videos angesehen, also das Gespräch. Danach wird der Rest des Fragebogens ausgefüllt. Frage 9 ist nochmal die gleiche wie Frage 3, nämlich nach der Attraktivität (von 1 bis 10) des Probanden, diesmal nach dem Gespräch. Es zeigt sich wieder, dass die ABs massiv unattraktiver als die nicht-ABs bewertet werden.

Die Tabelle 16 auf Seite 264, die du oben nennst, vergleicht die Ergebnisse von Frage 3 (vor dem Gespräch) mit Frage 9 (nach dem Gespräch). Da sieht man, dass die Verpartnerten mimimal zugelegt haben, die Singles etwas verloren haben, die ABs noch etwas mehr. Der Abstand der ABs zu den nicht-ABs hat sich also etwas vergrößert. Er war allerdings auch schon bei Frage 3 (vor dem Gespräch) sehr groß. Viel hat sich also nicht wirklich getan. Keinesfalls ist es so, dass die ABs erst durch das Gespräch unattraktiv geworden wären. Auch stimmt es nicht, dass nach dem Gespräch die Frauen die ABs wegen Unattraktivität abgelehnt hätten: Ein Pendant zu Frage 2 nach dem Gespräch gibt es auf dem Fragebogen überhaupt nicht.

Zusammenfassung: Unattraktivität wurde bei Ablehnung eines Mannes (als potentieller Partner) mit großem Abstand als häufigster Grund genannt, AB hin oder her. Die ABs schnitten bei der Attraktivitätsbewertung massiv schlechter ab als die nicht-ABs, sowohl vor als auch nach dem Gespräch. Das sind die objektiven Daten. Das kann jetzt jeder interpretieren wie er mag.


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